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After Earth (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 23.06.2013, seitdem 651 Mal gelesen



Nach etwas längerer, beruflich bedingter Auszeit, habe ich mir gestern mal wieder die Zeit gemacht und bin samt Begleitung ins Kino gegangen. Da die Auswahl aktuell nach meinem Ermessen recht groß und auch gut ist (Man of Steel, Monster Uni, FatF 6 usw.) überließ ich meiner Begleitung die Filmwahl.

Die Story, die sich freimütig bei Alien, Starship Troopers und einem guten Dutzend anderer Filme bedient klang zwar nicht innovativ, aber ansprechend. Es sollte sich nur leider herausstellen, dass auch dieser geklaute Flickenteppich von Story nur ein fader Anstrich war; aber dazu gleich mehr.

Als Story will man uns verkaufen, dass Will Smith ein Ghost ist -ein absolut angstfreier Mensch (im Film hält er dazu dann auch eine sinnfreie und gefährliche Rede, die die für den Mensch lebensnotwendige [da vor Gefahr warnende] Angst in ein scheeles Licht rückt), der angstsuchende Monster ohne Augen töten kann.

Bei der ersten Minute fangen schon die Logiklöcher an: Die Menschheit ist im Stand problemlos neue Welten zu erschließen, hat spektakuläre Raumschiffe usw. -ist aber nicht in der Lage eine Art Parfüm zu entwickeln, dass den Angstgeruch überdeckt -klar.
Dass es Menschen gibt, die sich evtl. nicht vor den Monstern fürchten (außer den völlig angstfreien Ghosts) scheint auch nicht denkbar.
Die Monster sind zwar wirklich gefährlich, vor allem in größeren Armeen, aber sie haben keine Augen, können sich in ödem Gelände nicht tarnen und können nicht fliegen. Hubschrauber oder Raumschiffe mit Bordkanonen könnten sie mit Leichtigkeit abschlachten. Trotzdem schickt man Bodentruppen unter der Leitung von Ghosts mit altertümlichen Lanzen (sie sind altertümlich, auch wenn sie super toll ausfahrbar sind), die (wohl nicht ohne Zufall) etwas auf die Jagdtechnik der Eingeboren aus Afrika verweisen.

Wer jetzt aber denkt der Film handle wie Starship Troopers primär vom Kampf der Menschheit gegen die Monstren wird bitter enttäuscht werden. Im Film kommt eigentlich nur EIN Monster vor und das hat eine lächerliche Screentime von höchstens 10 Minuten.

Was ist denn nun das Genre des Films, seine eigentliche Story und seine Intention?  Berechtigte Fragen, die ich im Folgenden auflösen möchte:
Erst einmal kann und will der Film sich nämlich nicht entscheiden was er denn nun sein will und begnügt sich damit ausschließlich von anderen Werken "abzukupfern" -und zwar nicht "nur" vom Inhalt sondern auch von der Optik(!).

Wir haben erst den Sohn der spartanermäßig (300) aufgezogen wird, dann gehts mit dem Papa ins All, wo das Schiff verunglückt (überleben tun natürlich nur die beiden teuer eingekauften Hauptdarsteller), Papa ziemlich ausfällt und der Kleine sich erneut bewähren muss und will um Papi zu zeigen, dass er ein ganzer Kerl ist.
Die Jagdszenen durch den Wald haben dann was von Predators.
Der Junge wird schließlich von einem Adler gerettet (warum auch immer-aber Herr der Ringe lässt grüßen), nachdem ihm vorher schon die tote Schwester im Traum erschien (sah optisch wie die Szene aus in der Aragorn in die Zwei Türme fast tot ist und Arwen ihn "erweckt"-überhaupt erscheinen mir ALLE Rückblenden bei After Earth so, als wären sie bei anderen Filmen abgeschaut).

Die CGI Effekte sind übrigends auf sehr hohem Niveau, wenngleich mir die Optik der Raumschiffe, Geräte und des Monsters nicht gefallen hat. Ich bewerte diesen Umstand aber nicht hoch. In spätestens 5 Jahren sind auch diese CGI Effekte wieder überholt und wirken veraltet. Ich bin generell kein großer Freund von zu viel CGI. Es hat sich praktisch erwiesen, dass handgemacht Effekte oder eine Mischung aus CGI und Mechatronik/Masken etc. wesentlich zeitloser sind wie reines CGI.

Am Ende gibt es noch einen kurzen Schlusskampf im Stile von Alien vs Predator 1 (nur wesentlich unspektakulärer) und anderen Movies auf einem Berg (der optisch verblüffend dem Schickalsberg bei Herr der Ringe ähnelt). Das Monster musste aus dramaturgischen Gründen natürlich den Sturz überleben, sonst hätte man nichts für das Finale gehabt. Dass ausgerechnet Vater-Sohn und Monster als Einzige der großen Besatzung den Absturz überlebt haben, darf als kurios angesehen werden.

Nun bis zum Ende haben wir nun eine Mischung aus etwas Scifi, Panoramaaufnahmen mit Tonnen von CGI, Survival und vor allem Selbstfindungstripp des Sohnemannes (incl. Abbau eines Schuldkomplexes und der Erkenntnis, dass Papas Job nicht der Beste ist ;) ).

Womit wir beim "roten Faden" des Films und seiner Intention wären: Hinter der löchrigen und aufgesetzten Scifi-Fassade haben wir eine mit Hollywoodklischees und oberflächlich auf rührselig gemachte Vater-Sohn-Beziehungsgeschichte, mit starken Zügen einer Selbstfindung. Wenn Will Smith am Schluß schwer verletzt vor seinem Sohn salutieren will (was ich lange vorher erahnt habe-der Film ist im Ganze nicht sehr spannend und sehr vorhersehbar) -wie es ein ebenfalls schwer verletzter Soldat am Anfang des Filmes vor ihm tat- und Smith Sohn das Ganze noch schnell in eine Umarmungsszene umwandelt, weiß man dass der Film auf einer gefährlichen Linie zwischen patriotischem Amikitsch und Gefühlsduselei schlingert und letztendlich in letzteres abdriftet.

Gedacht war das Ganze vermutlich als "Aufbaufilm" für die Karriere von Wils Sohnemann, der die eigentliche Hauptrolle hat,
Man muß fast hoffen, dass dieses Kalkül nicht aufgeht, ebenso wie die Taktik des Studios einen Film aus Flickwerk von echten Klassikern zu erstellen in deren Fahrwasser er sich begeben will (was ihm aber nie gelingt -dieser Film wird Abklatsch der großen Werke bleiben, die er sich anmaßt zu kopieren).
Was dem Zuschauer unterm Strich geboten wurde, ist eine einzige Frechheit:

- 0 %Innovation; dafür aber 100% "Inspiration" von anderen Filmen
- 100% Logiklöcher
- eine Mogelpackung beim Genre
- überladene CGI Effekte
- 0% Tiefgang (die Gefühlsszenen sind oberflächlich wie alles andere)

Andererseits habe ich schon schlimmere Filme gesehen und mit Begleitung wars ein schöner Abend.
Das ändert aber nichts daran, dass ich den Film nicht empfehlen kann und will. Meines Erachtens nicht mal als gutes Popkornkino mit Hirnausfaktor zu gebrauchen.

Schmächtige 3 Punkte (mit viel gutem Willen).


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