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13 Sins - Spiel des Todes (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 20.09.2014, seitdem 1024 Mal gelesen



Das oft als Zirkusmarsch verwendete "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fučík hat es weit gebracht: Sollte in absehbarer Zeit ein Klingelton in der Nähe des geneigten Betrachters erklingen, so dürfte dieser wohl im ersten Moment ein wenig zusammenzucken, was letztlich auf eine Konditionierung zurückzuführen ist. Zirkus ist in den nächsten Jahren also schon mal gar kein Thema mehr.

Elliot (Mark Webber) erwischt es gerade ganz übel: Klamme Finanzen, Job verloren, Frau schwanger, Hochzeit steht an. Als ihm eine anonyme Stimme am Handy erklärt, er könne nach 13 gemeisterten Aufgaben Millionär werden, denkt er zunächst an eine Verarschung und tötet die Fliege in seinem Auto. Doch als kurz darauf 1000 Dollar auf seinem Konto gutgeschrieben sind, riecht er das schnelle Geld und verstrickt sich in einem kriminellen Sumpf, bei dem die finale Aufgabe noch lange nicht erreicht ist...

In der hiesigen Fernsehlandschaft gehört es fast schon zum guten Ton, lebendige Insekten zu verspeisen, weshalb der Einstieg durchaus treffend ist. Eine Steigerung ist natürlich unausweichlich und in Anbetracht der finalen Aufgabe könnte man auch in Richtung "Sieben" denken, während andere Teile an Mischungen aus "Final Destination", "Saw" und "Cheap Thrills" erinnern. Antiheld Eli verkörpert indes den glaubhaften Durchschnittstypen, der rasch in eine Zwickmühle gerät, fast so, als würde er sich einem Kredithai anvertrauen.
In einer ungünstigen Lebenslage lässt man sich also schon mal hinreißen.

Dabei schafft Regisseur und Co-Autor Daniel Stamm es locker, stets ein wenig makaberen Humor einfließen zu lassen, einige Situationen (Vogel Strauß) mit bizarren Bildern anzureichern und einen Ron Perlman als Cop einzubinden, der kaum cooler hätte auftreten können.
Und so wird dem Publikum kaum eine Verschnaufpause gegönnt, da Eli von einer grotesken Situation zur nächsten katapultiert wird, wobei eklatante Logiklücken nur bei völlig ausgeschaltetem Verstand außen vor bleiben, da der Überwachungsapparat schon mehr als allgegenwärtig ist.

Doch allen Unwahrscheinlichkeiten zum Trotz offenbart sich ein kunterbunter Reigen mit viel schwarzhumoriger Situationskomik, leichter Gesellschaftskritik und einigem Blutvergießen, da teilweise massenhaft Köpfe rollen, wenn nicht gerade ein Arm amputiert oder eine Leiche im Kaffee platziert wird. Mittendrin Elliot, der immer mal wieder von Cops oder Wachleuten umgeben ist, stets seine Frau abwimmeln muss (weil er niemandem vom Spiel erzählen darf) und dabei alle paar Minuten sein Handy zückt, wobei auch der anonyme Spielleiter Sinn für Sarkasmus aufweist.

Bei alledem fällt das vergleichsweise geringe Budget von rund fünf Millionen Dollar kaum ins Gewicht, handwerklich sind keinerlei Mängel auszumachen und auch darstellerisch wird durch die Bank grundsolide performt.
Natürlich könnte man bemängeln, dass es sich um ein Remake des thailändischen "13 Beloved" handelt, aber da dieser hierzulande weitgehend unbekannt ist, stellt dies kein wirkliches Manko dar.

So bleibt unterm Strich eine hochgradig unterhaltsame Genremischung für Freunde mit Sinn für schwarzen Humor, die auf moralische Tugenden pfeifen und abwechslungsreiche Aktionen ebenso mögen wie handgemachtes Blutvergießen.
Trotz der Stellung der Neuauflage ein frisch und nahezu unverbraucht wirkender Stoff, dessen Sichtung eigentlich nichts im Wege steht.
7,5 von 10


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