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I, Frankenstein (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 19.07.2014, seitdem 718 Mal gelesen



200 Jahre, nachdem er von Dr. Frankenstein aus totem Fleisch erschaffen wurde, lebt Adam in den verborgenen Winkeln einer Stadt. Sein einziger Lebensinhalt ist das T√∂ten von D√§monen, die ihn verfolgen, weil er das Geheimnis ewigen Lebens in sich tr√§gt. Auch deren fliegende Erzfeinde, die Gargoyles, die von den Kathedralen der Welt √ľber die Menschen wachen, versuchen Adam, auf ihre Seite zu ziehen. Doch Frankensteins Gesch√∂pf verweigert sich jeder Vereinnahmung, bis eine sch√∂ne Wissenschaftlerin Mitgef√ľhl in ihm weckt.


Die Thematik von Dr. Frankenstein und der von ihm geschaffenen Kreatur wurde ja nun schon oft genug verfilmt und der Zuschauer sollte bei vorliegendem Film keinesfalls eine weitere aufgefrischte Verfilmung erwarten, die auf dem Roman von Mary Shelley basiert. Vielmehr hat Stuart Beattie f√ľr seine zweite Regiearbeit eine Geschichte gew√§hlt in der einzig und allein die Kreatur im Mittelpunkt steht und das Ganze in einen Fantasy-Rahmen verpackt. Von der eigentlichen Ursprungs-Thematik ist dabei im Prinzip nur noch sehr wenig vorhanden, lediglich zu Beginn des Filmes bekommt man einige kurze Passagen geliefert, in der die Kreatur in der Vergangenheit schwelgt und einem absolut oberfl√§chlich noch einmal gewisse Punkte in Erinnerung ruft. Danach entwickelt sich ein Szenario das ausschlie√ülich wie ein typischer Blockbuster aufgezogen ist, wobei die Qualit√§t der ganzen Chose doch phasenweise mit einigen Schwankungen durchzogen ist. So sollte man hier auch auf keinen Fall ein filmisches Meisterwerk erwarten, denn "I, Frankenstein" ist nicht mehr und nicht weniger als das handels√ľbliche Popcorn-Kino, das sicherlich eine gewisse Zielgruppe regelrecht begeistern wird, bei vielen anderen Leuten jedoch eher zwiesp√§ltige Gef√ľhle hervorrufen wird. Einerseits n√§mlich durchaus recht unterhaltsam gestaltet, beinhaltet das Geschehen auch ohne Frage diverse L√§ngen, die man ganz sicher h√§tte vermeiden k√∂nnen.

In der Hauptrolle ist Aaron Eckhart zu sehen, der eine ziemlich solide Performance abliefert, ohne sich dabei jedoch sonderlich in den Vordergrund zu spielen. Ebenso gilt dieser Punkt auch f√ľr den gesamten Rest der Darsteller-Riege, denn keiner der agierenden Schauspieler hinterl√§sst einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter. Im Prinzip k√∂nnte man diesen Eindruck auch gleich auf den gesamten Film √ľbertragen, denn Beattie hat zwar ein durchaus sehenswertes Spektakel inszeniert, wobei allerdings mehrere Schwachstellen der Story zu sehr durch ein anhaltendes Effekt-Feuerwerk √ľberlagert werden sollen. Doch selbst dieses Vorhaben gelingt nicht g√§nzlich, denn die vorhandenen CGI's erscheinen doch allzu oft sehr k√ľnstlich, was man bei einem Budget von gesch√§tzten 65.000.000 $ bestimmt h√§tte verhindern k√∂nnen. Aufgrund dieser-und anderer Aspekte ergibt sich dann letztendlich auch leider nur ein Gesamteindruck der sich leicht √ľber dem normalen Durchschnitt ansiedelt, wozu auch die zumeist fehlende Spannung und die Vorhersehbarkeit s√§mtlicher Ereignisse ihren Teil beitragen. Ein kleiner Pluspunkt ist hingegen die gr√∂√ütenteils d√ľstere Optik, doch auch wenn sich eigentlich s√§mtliche Geschehnisse bei Nacht abspielen, erscheint auch die dadurch entstehende Atmosph√§re seltsam k√ľnstlich und aufgesetzt.

Nicht selten treten √Ąhnlichkeiten zu einem Film wie "Van Helsing" in Erscheinung, denn der jeweilige Look der beiden Werke ist durchaus miteinander zu vergleichen. Auch hier macht sich dieser k√ľnstlich geschaffene Comic-Look bemerkbar, wodurch auch die enthaltenen Horror-Elemente zu keiner Zeit wirklich in den Vordergrund treten wollen. Vielmehr pr√§sentiert sich fast durchgehend das typische Mainstream-Filmchen, das sicherlich gr√∂√ütenteils kurzweilige Unterhaltung bietet, aber auf keinen Fall einen gr√∂√üeren N√§hrwert besitzt. Nat√ľrlich kommt es auch einmal mehr auf den rein pers√∂nlichen Geschmack an, doch "I, Frankenstein" ist definitiv zu sehr auf Hochglanz getrimmt und beinhaltet rein gar nichts, was diesen Film nachhaltig im Ged√§chtnis des Zuschauers festmachen w√ľrde. Da hilft es dann auch nicht wirklich, das man w√§hrend der knapp 80 Minuten Netto-Laufzeit eine Menge K√§mpfe und Action eingebaut hat, denn ab einem gewissen Zeitpunkt wirken die Choreografien fast schon monoton und stupide, so das sich mit der Zeit fast schon Erm√ľdungserscheinungen einstellen.

Aber auch wenn sich das alles jetzt √§u√üerst negativ anh√∂ren mag, hier handelt es sich lediglich um meine rein pers√∂nliche Sichtweise der Dinge, denn manch einer wird ganz bestimmt seinen ganz besonderen Spa√ü mit diesem Film haben, aus dem man aber ganz sicher viel mehr h√§tte herausholen k√∂nnen. Zur einmaligen Sichtung bestens geeignet bietet "I, Frankenstein" jedoch keinerlei Elemente, die man in irgendeiner Form besonders hervorheben k√∂nnte. Viel zu viel Mainstream und zu wenig Eigenst√§ndigkeit sorgen also letztendlich f√ľr 80 Minuten weich gesp√ľlte Unterhaltung, lassen jedoch lediglich einen mittelm√§√üigen Gesamteindruck zu, der sich zudem auch noch relativ schnell wieder verfl√ľchtigt.


Fazit:


Stuart Beattie hat mit "I, Frankenstein" ein weiteres Mainstream-Spektakel in Szene gesetzt, dem es ganz einfach an der nötigen Klasse fehlt, um aus der breiten Masse hervor zu stechen. Wer auf diese Art von Film steht wird voll auf seine Kosten kommen, allen anderen wird eine einmalige Sichtung allerdings vollkommen ausreichen.


5,5/10


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