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Snowpiercer (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 18.04.2014, seitdem 1243 Mal gelesen



2031: 17 Jahre nach einem missglückten Experiment die globale Erwärmung zu stoppen ist auf der Erde eine neue Eiszeit ausgebrochen. Der Rest der Menschheit lebt in einem langen, nie anhaltenden Zug in einem Art Kastensystem, in dem die Menschen am Zugende von den anderen unterdrückt werden. Curtis (Chris Evans) und Edgar (Jamie Bell) organisieren einen Aufstand…

Bong Joon-ho (geb. 1969 in Seoul) gilt als das größte Regietalent des koreanischen Kinos. Mit dem Monsterfilm „The Host“ (2006) wird Joon-ho, der in seinen Filmen stets gesellschaftskritische Themen verarbeitet, auch international bekannt. „Snowpiercer“, sein erster englischsprachiger Film, basiert auf dem gleichnamigen Comic (Le Transperceneige, deutsch: Der Schneekreuzer) der französischen Künstler Jacques Lob, Jean-Marc Rochette und Benjamin Legrand. Joon-hos Film ist eine gelungene Mischung aus z.T. ergreifendem Drama und Actionfilm, in dem die realen globalen Verhältnisse in den Mikrokosmos eines langen Zugs übertragen werden. Dieser, erdacht von einem durchgeknallten Millionär, wird durch ein Perpetuum Mobile betrieben und rast ungebremst von kleinen Schneelawinen durch eine beeindruckende Eislandschaft. Doch ein Aufstand der Unterdrückten ist unvermeidlich, zeigt sich doch, dass die vielen Toten des Konflikts nur der natürlichen Selektion in diesem arg begrenzten Lebensraum dienen. Diese Erkenntnis bleibt nicht die einzige Überraschung, die meisten aufgetretenen Fragen (Vorgeschichte, Stehgeiger, Verschwinden der Kinder) werden nach und nach im Verlauf der Handlung geklärt. Allerdings verzichtet der Regisseur zugunsten der Satire manchmal auf die Glaubwürdigkeit. Gerade die Rolle der wieder herausragend spielenden Tilda Swinton („Burn after Reading“ 2008, „We Need to Talk About Kevin“ 2011) als Sprachrohr der Zugspitze und sadistische Aufseherin mit Prinzessin-Leia-Frisur ist hoffnungslos überzogen. Starke Leistungen bieten auch „Captain America“ (2011/14) Chris Evans und John Hurt („Der Elefantenmensch“1980, „1984“ 1984) als graue Eminenz der Revolution. „Snowpiercer“ hat eine hintergründige story, schöne Bilder, tolle Kulissen und Actionszenen, die etwas verwackelt sind, wie bei so vielen Filmen in den letzten Jahren. Uraufgeführt auf der Berlinale 2014 läuft der Film mit 126 min. ungeschnitten in den europäischen Kinos, für große Teile des amerikanischen Markts ist eine um 20 min. gekürzte Version vorgesehen, weil Produzent Harvey Weinstein die Handlung für zu komplex für das dortige Publikum hält. (8/10)


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