Ansicht eines Reviews

Snowpiercer (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 12.10.2014, seitdem 552 Mal gelesen



In einer nahen postapokalyptischen Zukunft scheitert der letzte Versuch, die globale Erderwärmung zu stoppen und zieht stattdessen eine globale Eiszeit nach sich. Die Menschheit ist nahezu gänzlich ausgestorben und die letzten Überlebenden befinden sich seit siebzehn Jahren in einem High-Tech-Zug, der in eine Zweiklassengesellschaft untergliedert ist. Während das Fußvolk in den letzten Waggons ihr jämmerliches Dasein fristet, hausen in den vorderen Abteilen die reichen Passagiere im Luxus. Der letzte Aufstand der Unterdrückten vor Jahren endete blutig.
Doch nachdem zum wiederholten Male Kinder von der Unterschicht nach vorne entführt werden, planen Curtis (Chris Evans) und der alte Gilliam (John Hurt) einen Aufstand. Als der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, erkämpfen sich die Aufständischen einen Weg nach vorne. Doch der Widerstand muss viele menschliche Verluste hinnehmen, denn sie wissen nicht, was sie im nächsten Abteil erwartet...


Endzeitfilme sind echt etwas Tolles, zum einen, weil ich es mir für diese verkorkste Menschheit nur wünschen kann, dass dieser Tag bald kommen werde und zum anderen, da sie vielleicht auch mal den ein oder anderen zum Nachdenken bringen könn(t)e, wie kurz wir vor dem Kollaps sind.
In "Snowpiercer" muss ich erst einmal durchatmen, denn der Klops, dass die letzten Menschen in einem Zug über die Welt rasen während auf der ganzen Erde kein Leben mehr möglich ist, muss erst einmal verdaut werden.
Als Zuschauer begleiten wir den rebellischen Curtis in einer Art Echtzeitperspektive und wissen genauso wenig, wie es von Abteil zu Abteil weiter geht und genau dort liegen sowohl die Stärken als auch die Schwächen dieses Filmes. Doch bevor der Aufstand beginnt, wird uns erst einmal das Leben im hintersten Waggon erklärt. Das Leben ist erbärmlich, die Leute ernähren sich von "Soylent Green"-Eiweiß-Riegel und man kann durchaus sagen, dass dieses Leben in dem Morast und der Dunkelheit nicht lebenswert ist. Das einzige, was die Menschen dort am Leben hält, ist scheinbar die Hoffnung auf bessere Zeiten, bzw. dass sich die Erde vielleicht wieder erholt. In Schach gehalten werden sie von Polizisten, die jeden Aufstand unterbinden und von den Luxusleuten kommt lediglich ab und zu Ministerin Mason (ich weiß nicht wie lange Darstellerin Tilda Swinton unter die Maske musste, um so eine Hackfresse zu haben)vorbei, um das Fußvolk auf dem neusten Stand zu halten.

Faszination und Langeweile halten sich im letzten Waggon die Waage: Während die Charakterzeichnung vieler Darsteller hervorragend gelingt, leidet die Atmosphäre ein wenig darunter. Außerdem gibt es dort keine Fenster, so dass es für meinen Geschmack ein wenig zu dunkel abgefilmt worden ist. Der eigentliche Reiz von "Snowpiercer" besteht darin, zu sehen, wie die Rebellen sich vorkämpfen und was sie im nächsten Abteil erwartet. Dort halten sich meines Erachtens auch die Faszination und Dummheit die Waage. Während man also ein paar Abteilungen übernimmt, kommt ein Raum, der an Hack and Slay-Spiele erinnert. Dort gibt es einige blutige Action zu sichten, aber richtig in den scheinbar komplett durchdachten Zug passt das nicht mehr. Man kann auch nicht immer von Steigerungen sprechen, so dass sich der komplette Zug wie ein Überraschungsei anfühlt und manchmal an "A Nightmare on Elmstreet"-Traumsequenzen erinnert.
Beispielsweise gibt es ein Klassenzimmer mit Kindern, was irgendwie nicht reinpassen mag und auch ein Disko-Waggon, in dem getanzt und sich zugedröhnt wird, als wäre es der Party-Raum der hinteren Fraktion.

Neben diesen fehlbesetzten Waggons fehlen einige andere Sachen, die dem Film eine gehörige Portion Logik und Spaß nehmen: Es gibt keine Toiletten oder Duschen. Man sieht keine Nahrungsmittelproduktion oder Schlafabteile bei den Reichen. Seit 17 Jahren fährt dieser Zug in einer eiskalten Landschaft ohne dass es Gleisprobleme zu geben scheint - aber die komplette Welt außerhalb des Zuges komplett im Arsch ist. Dann frage ich mich ernsthaft, ob es wirklich etwas ausmachen würde, ob der Zug mit Highspeed fährt oder ob er stehen bleiben würde. Diesen Punkt könnte ich höchstens unter Energiegewinnung verbuchen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Zug doppelt so lange ausfallen hätte müssen, um das simulierte Leben darzustellen.

Neben all diesen unausgewogenen Sachen nimmt mir die undurchdachte Reihenfolge der unterschiedlichen Wagen den letzten Nerv, was mit Brutalität scheinbar ausgeglichen werden sollte.
Natürlich kommt die Message an, der Schluss ist phänomenal, aber im Gesamten reicht mir ein Durchlauf, der mich weder gelangweilt noch richtig unterhalten hat.

5/10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "dreamlandnoize" lesen? Oder ein anderes Review zu "Snowpiercer (2013)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von dreamlandnoize

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

385 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Amityville: The Awakening (2017)
Big Sick, The (2017)
Irrational Man (2015)
Whole Truth - Lügenspiel, The (2016)
Väter und Töchter - Ein ganzes Leben (2015)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich