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Snowpiercer (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 10.11.2014, seitdem 675 Mal gelesen



Wenn düstere Zukunftsmusik ertönt, muss dies nicht immer in Form einer Odyssee zwischen Zombies oder Robotern geschehen, - eigentlich reicht ein Zug aus, um die Überlebenden der Eiszeit in einen Mikrokosmos zu komprimieren, was Regisseur Bong Joon-ho mit einem gesunden Maß an Satire und Gesellschaftskritik fast durchweg gut gelingt.

Wir schreiben das Jahr 2031: Das Land ist vereist und ein Trupp Überlebender fährt mit dem titelgebenden Zug einmal im Jahr um die Erde, was bereits seit 17 Jahren der Fall ist. Doch die Armen im hinteren Teil des Zuges planen einen Aufstand und ihr geheimer Anführer Curtis (Chris Evans) wartet nur auf den passenden Moment, um die Soldaten von Wilford (Ed Harris) zu überwältigen und zum Oberhaupt vorzudringen...

Da man eigentlich gleich inmitten des Geschehens kurz vor der Revolte landet, fragt man sich unweigerlich, wie innerhalb so kurzer Zeit ein Bahnnetz erbaut werden konnte, welches tatsächlich um die ganze Erde geht und welche Energie von Nöten ist, um einen Zug jahrelang und ohne Unterbrechung voran zu treiben. Letzteres wird im finalen Kapitel mehr oder minder beantwortet, doch andere Fragen oder Ungereimtheiten bleiben teilweise ungelöst.

Die Etablierung der Sympathieträger funktioniert tadellos, das klaustrophobische Setting packt ohne Umschweife und auch die böse Seite erhält genügend Gelegenheit, ihre Missetaten offen zu legen. Als die Revolte schließlich einsetzt, folgt ein stufenweise geöffnetes Überraschungspaket, denn nach jedem Abteil wartet etwas Unerwartetes, was zuweilen ins Groteske abdriftet und dabei den comichaften Grundton der Vorlage untermauert.
Erst nach geraumer Zeit erhält der Zuschauer einen Blick außerhalb des Zuges, was per CGI nicht immer ganz perfekt aussieht, sich jedoch der eisigen Stimmung fügt.

Dabei kommt die Action nicht zu kurz und auch ein wenig Blut fließt, obgleich keine wirklich expliziten Szenen auszumachen sind. Dazwischen tummelt sich immer wieder gehörige Gesellschaftskritik und auch wenn die Moral zuletzt ein wenig ambivalent ausfällt, so lassen Verlauf und einige ironische Spitzen keinen Zweifel aufkommen, wie treffend die Parabel phasenweise auf den Punkt trifft.

Obwohl sich während des Showdowns einige Ungereimtheiten und Logiklöcher mehren, der Ausgang nur bedingt zufrieden stellt und die letzte Einstellung nicht wirklich Hoffnung macht, so ist Bong Joon-ho ein optisch ansprechender, atmosphärisch dichter und darstellerisch ordentlicher Streifen gelungen, der neben einem soliden Chris Evans einen stets charismatischen John Hurt einbindet, während sich Tilda Swinton als Tante Prusseliese herrlich zum Affen macht. Eine abwechslungsreiche und durchaus tiefgründige Dystopie mit kleineren Längen innerhalb eines erfrischenden Sujets.
7,5 von 10


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