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Snowpiercer (2013)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 18.02.2015, seitdem 265 Mal gelesen



Im Jahr 2014 einigen sich 79 Staaten auf ein gemeinsames Klimaprojekt. Mittels eines in die oberen Schichten der Erdatmosphäre geschossenen Kühlmittels soll die globale Erderwärmung gestoppt werden. Doch das Experiment gerät derart außer Kontrolle, dass eine neue Eiszeit anbricht. Nach 17 Jahren Kälte und Eis ist nahezu alles Leben auf der Erdoberfläche vernichtet.

"Es fährt ein Zug nach nirgendwo" war einst ein Hit von Christian Anders, beschreibt aber auch den Inhalt von Snowpiercer recht passend. Warum der Zug jetzt seit 17 Jahren um die Erde rast, nachdem blöden Menschen mal wieder ihre Umwelt zerdeppert haben und die Umwelt mit dicker Eisschicht bedeckt ist, ist mir nicht wirklich klar geworden. Die Ausgangssituation ist aber ein interessantes Setting. Die Menschen sind eingesperrt in ihrem eigenen Mikrokosmos, dazu kommt noch ein nicht gerade zimperliches Regime, das die einfachen Leute im letzten Waggon drakonisch triezt und straft, da liegt Rebellion in der klimatisierten Luft.
Im Grunde zeigt Bong Joon-ho zwei Stunden lang nichts anderes als Menschen, die von einem Ende eines Zuges zum gegenüberliegenden laufen. Das allerdings in spannender Weise. Von Waggon zu Waggon warten auf die Revoluzzer nicht nur immer neue Bilder der Menschen die in Luxus leben, sondern natürlich auch die Sicherheitskräfte, was zu teilweise recht heftigen Dezimierungen aller Beteiligten führt.
Interessant sind aber auch die ethischen Fragen, die zum Schluß zwischen Revoluzzer Curtis und dem Oberboß Wilford aufgeworfen werden. Die Menschen versorgen oder die Population aufgrund der begrenzten Ressourcen klein halten, ich bin fast geneigt den Bösen zuzustimmen. Passend dazu auch das Ende irgendwo zwischen vorsichtig optimistisch und Homo Sapiens ist die längste Zeit gewesen.
Optisch spielt sich der Film größtenteils in Innenräumen ab. Lediglich bei seltenen Blicken aus dem Fenster zeigen sich zerstörte CGI Gebäude und die neue Eiszeit. Das Tempo ist meist sehr hoch, es sieht schon flott aus, wenn der ICE durch Schneeverwehungen brettert und fast dabei entgleist. Aber auch drinnen wird fleißig gemeuchelt. Die Darsteller leisten solide Arbeit, speziell Tilda Swinton gibt eine herrliche Vorstellung als völlig überzeichnete Bösmaus mit Mut zur Häßlichkeit. In Sachen SciFi Endzeit Thriller hinterläßt Snowpiercer einen gelungenen Eindruck, es hilft aber wenn man sein Logikzentrum nur auf halber Kraft laufen läßt.
7/10


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