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Absolute Power (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 18.06.2005, seitdem 760 Mal gelesen



„Absolute Power“ ist ein weiteres Spätwerk von Clint Eastwood, in dem er sich mit den Tücken des Alters herumschlägt.
Wieder geht es um einen gealterten Profi, in diesem Falle den Meisterdieb Luther Whitney (Clint Eastwood). Der ist ein Meister in jeglicher Form von Einbruch, doch begeht nur noch wenige Jobs und ist seit Jahren nicht mehr verhaftet worden. Wie so viele Eastwood-Charaktere ist auch Luther zwischen Rastlosigkeit und dem Wunsch nach Ruhe gefangen: Er sitzt gerne im Museum und zeichnet in Frieden, aber so ganz kann er sich doch nicht zum Ruhestand durchringen.
Doch dann gerät Luther in die Bredouille: Bei einem Bruch beobachtet er zufällig, wie Christy Sullivan (Melora Hardin) und Allen Richmond (Gene Hackman) sich bei einem Schäferstündchen streiten, die Situation eskaliert und Christy von Sicherheitsleuten erschossen wird – denn Allen ist der Präsident. Das Ganze wird in einer langen, vielleicht etwas zu langen, aber sehr intensiven Sequenz gezeigt, in der Luther mit stoischer Miene das emotionsgeladene Treiben verfolgt und man ihm regelrecht ansieht, dass er nicht weiß, ob er einschreiten soll.

Luther wird im letzten Moment bemerkt, kann jedoch fliehen – und zudem ein wichtiges Beweisstück mitgehen lassen. Doch er weiß nicht, was er genau tun soll. Derweil versuchen die Leute des Präsidenten ihm einerseits den Mord in die Schuhe zu schieben, andrerseits für seinen Tod zu sorgen…
Einer der größten Vorteile von „Absolute Power“ ist die Schauspielerriege, die nicht nur prominent besetzt ist, sondern auch famos spielt. Clint Eastwood ist mal wieder ganz groß und dominiert in nahezu jeder Szene. Gene Hackman ist ganz gut, aber einen sehr viel würdigeren Gegner für Eastwood hat er doch in „Erbarmungslos“ abgegeben. Als Sicherheitsbeamte mit unterschiedlicher Berufsauffassung bilden Dennis Haysbert und Scott Glenn ein famoses Duo, Ed Harris brilliert als Cop und Laura Linney ist als Luthers Tochter Kate ebenso gut. Als skrupellose Sicherheitschefin erbringt Judy Davis eine wunderbar fiese Performance und sticht damit auch Hackman auf Fieslingsseite aus.

Leider erweist sich als Drehbuch als weniger aufregend, denn hier hat man leider viel zu oft das Gefühl einen simplen 08/15-Thriller zu sehen. Anfangs ist Luther nur passiv, die Fieslinge stochern im Dunkeln herum und erst im letzten Drittel gewinnt der Film dann so richtig an Drive. Dann spitzt sich die Situation dann auch sehr spannend zu, nur die Lösung für die Probleme schüttelt Luther angesichts seiner vorhergehenden Ratlosigkeit doch etwas unglaubwürdig fix aus dem Ärmel. Sicherlich vermeidet Eastwood Längen, doch irgendwie mangelt es „Absolute Power“ teilweise an Tempo und man hofft den ganzen Film über, dass die Geschichte noch mehr Fahrt bekommt.
Immerhin kann die übliche Clint Eastwood Coolness viele der Hänger in der Handlung ausbügeln, denn Mr. Eastwood versteht es sich so gut in Szene zu setzen wie eh und je. Egal ob er einfach nur den stressmüden Profi raushängen lässt, als sich Luther mit dem Cop Seth Frank (Ed Harris) unterhält (und beide insgeheim wissen, dass Luther in der Nacht in dem Haus war) oder Luther in der Krankenhausszene noch mal zum Rächer mit der üblichen Eastwood-Mentalität mutiert, Eastwoods Charisma kann den Zuschauer fesseln. Da stört man sich auch nur wenig daran, dass der Präsident hier wenig gefährlich wirkt, obwohl er ja an sich die „Absolute Power“ innehat.

Um ganz ehrlich zu sein: An sich ist „Absolute Power“ ein Standardthriller, der zwar ganz spannend ist, aber wirkliche Überraschungen und das rechte Tempo missen lässt. Doch dank der exzellenten Darstellerleistungen und der üblichen Eastwood-Coolness klar überdurchschnittlich.


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