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Absolute Power (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 01.03.2010, seitdem 714 Mal gelesen



44 Präsidenten hat man bis dato kommen und gehen gesehen - einige wurden im Amt ermordet, manche traten aufgrund Skandalen zurück, manche zerbombten Länder im Namen der Unabhängigkeit und Freiheit, und so mancher Blowjob im Büro (insklusive Schlucken) mit ´ner fetten Elke waren an der Tagesordnung. Hauptsache dem Präsidenten ging es gut.
In vielen Filmen durch alle Genres hindurch wurden die Präsidenten persifliert, dokumentiert oder einfach nur als Nebendarsteller genommen, um einen  Plot für ein Weltuntergang-Szenario anzuheizen - oder eben für eine moral-verwerfliche  Verschwörung gegen das eigene Volk, so wie es Clint Eastwood bei "Absolute Power"  tut.  Eastwood legt sogar noch einen drauf und stellt Mr. President als Sado-Maso stehende Bestie dar, der die Gold-Card im Max Mosley-Club hat und für einen gutes Image nach außen über Leichen geht. Jaja, wenn das Hirn im Schwanz nicht wäre...

Opa Luther Withney (Clint Eastwood) will nochmal die Rente aufstocken, und bricht in das Haus des Millionärs Walter Sullivan (E.G. Marshall) ein, um dort Schmuck und Bargeld im Wert von fünf Millionen Dollar zu stehlen. Sullivan ist mitsamt Kind, Kegel und Lakaien verreist - nur seine viel jüngere Ehefrau nicht. Die hat Migräne und bleibt zuhause. Migräne ist ein beliebtes Mittel um uns Männern den Sex zu verweigern, oder eben den Sex mit anderen zu "teilen", was in diesem Fall passiert. Luther hat schon alle Taschen in dem Herrenhaus vollgepackt, als plötzlich das Licht angeht und Mr. President mit der knackigen Frau des Milionärs "Bubbelchje" machen will. Luther, der im "Geheimraum" alles abgeräumt hat, beobachtet das Liebesspiel durch einen einseitigen Spiegel, in der die Emotionen hochkochen, und aus lustvollem Spiel tödlicher Ernst wird, bis der Secret Service die Frau erschießt.
Stabschefin Gloria Russell (Judy Davis) eilt hinzu und will alle Spuren verwischen und diesen Unfall als Einbruch aussehen lassen, damit der Präsident nicht als Penis darsteht und abdanken kann. Luther, der stundenlang hinter dem Spiegel verharrt, kann nach der Reinigungsaktion flüchten und ein Beweisstück an sich reißen - doch bald ist der Secret Service, die Polizei und ein Killer hinter ihm her, so dass man sich fragen muss - wer den längsten Atem hat...

"Absolute Power" ist ein Thriller der alten Schule. Hier gibt es keine Krawallaction, sondern es wird auf Charakterzeichnung, Aktion und Reaktion der Widersacher wert gelegt. Clint Eastwood als sympathischen Gauner schließt man sofort ins Herz, auch wenn er hier mit weniger Alkohol und Tabak zu tun hat, wie manch andere ranzligen Figuren seiner Filme.
Der "Gute" Gegenpart mit dem ermittlelten Police Detective Seth Frank (mal wieder glänzend: Ed Harris) ist ein astreiner  Gegenpart gelungen, rund um die Verschwörungen, der einfach nur die Wahrheit finden will (und schon anfangs weiß, dass die Scheiße bis zum Himmel stinkt). Der treibende Faktor, der den Gauner bzw. das einzige Beweisstück tot sehen will, wird gelungen von der Stabschefin (diabolisch, Judy Davis) dargestellt, sowie von den den beiden Secret Service Agenten Tim Colin (Dennis Haysbert - alles zum Schutze des Präsidenten) und Scott Glen ( der die Obermutherfucker-Szene des Films für sich hat, in der er die unnahbare Stabschefin bloß stellt) und in einer kleinen Nebenrolle  Auftragskiller Richard Jenkins, der aber total verschenkt und deplaziert wirkt (vorallem hat er keine wirkliche Funktion für das Drehbuch).
Einziger Schwachpunkt der Oberen ist eigentlich der, der Filmen immer einen gewissen Touch verleiht: Gene Hackman. Hackman leistet hier so ziemlich seine schlechteste Leistung ab, so wehrlos, sex- und machtbessesen spielt er seinen  Part runter wie ein Pfadpfinder, der gerade das Erlernen der Funktion von Schnürsenkel hinter sich gebracht hat. Natürlich ist seine Fratze hässlich, glänzen tut er beispielsweise einmal auf dem Tanz mit der Stabschefin, aber ansonsten kann er die Rolle des Bösen nicht ansatzweise erfüllen. Das stört den Gesamtgenuss jedoch nicht.
Ganz langsam werden die Charaktere zu- und gegeneinander ab- bzw. aufgebaut, "Absolute Power" kommt ohne treibenden Score aus, bis Luther´s Tochter Kate (goldig: Laura Linney) ins Spiel kommt, und auch zur Zielscheibe in diesem Spiel wird. Ab da kommt wieder etwas "Dirty Harry"-Feeling raus - wenn auch nicht eher auf Selbstjustiz sondern auf ganz anderer Ebene beschränkt: Eastwood spielt den Rächer mit Charme, scheint jedem einen Schritt vorraus zu sein und lässt nur einmal den "Callahan" raushängen", als es gegen seine Tochter geht (Der Mordversuch im Krankenhaus).

Über zwei Stunden weiß der Film ohne große Action den Zuschauer zu unterhalten, und das auf höchstem Niveau, auch wenn schon mal irgendwie alles dagewesen ist und man schon alles mal so ähnlich gesehen hat. Ein Thriller, der auf seine Charaktere baut und die Spannung daraus auf höchstes Niveau zieht. So etwas sehen wir gerne! Eastwood hat es einfach drauf.

9/10


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