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Absolute Power (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 16.05.2003, seitdem 613 Mal gelesen



Der für meinen Geschmack vielleicht spannendste Film, der je gedreht wurde, ist John Schlesingers "Marathon - Mann"; ich erwähne das, weil das Drehbuch zu jenem Film von William Goldman stammte, und der hat auch das "Absolute power" - Script verfasst. Als ich "Absolute power" zum ersten Mal sah, erfuhr ich erst aus den Endtiteln, wer der Drehbuchautor war, und da wurde mir etwas klar: Clint Eastwood kann zweifellos mit jedem seiner Autoren herausragende Filme drehen, aber gerade in diesem Werk bringt der "Goldman - Touch" einen Zugewinn an Spannungsaufbau in der Handlung, der sich mit Eastwoods ruhigen Bildern zu einem ganz außergewöhnlichen Filmgewebe verbindet. Ich sehe mir wirklich viel an, aber dies ist ein Film, der es wie schon lange kein neuer mehr geschafft hat, mich daran zu erinnern, wie spannend und gehaltvoll Filme sein können, und meiner Meinung nach entstehen solche "Gesamtkunstwerke" meistens aus einer stimmigen und harmonischen Kooperation von Regie, Kamera und Script. Kamera und Regie stimmen bei Eastwood immer, dank seiner langjährigen Zusammenarbeit mit J.N.Green, aber das Drehbuch ist hier genialer als in den meisten Fällen, weil es Eastwoods gelegentlicher Neigung zu Längen konsequent entgegenwirkt, ohne die Ruhe des Bildflusses zu stören.
Dabei ist der Plot des Films gar nicht neu: sympathischer Meisterdieb und Kunstliebhaber wird auf einem seiner Coups unfreiwillig zum Voyeur, das Schäferstündchen artet in einen Mord aus, der die höchsten Kreise zu erschüttern droht, und der Dieb gerät in Teufels Küche: solche Stories sind seit Hitchcock das Grundelement des Thrillers. Aber Eastwood weiß das und nutzt die Vorteile, die das Genre bietet, zum Teil mit sehr hintergründigem Insider - Humor: Truffaut hat mal zu Hitchcock gesagt, er filme Mordszenen irgendwie wie Liebesszenen und Liebesszenen wie Mordszenen; Eastwood scheint das hier bewusst umgesetzt zu haben, indem er eine Liebesszene nach und nach zu einer Mordszene werden lässt, die dann auch noch zum Schluss etwas nach "Bei Anruf Mord" aussieht Eastwood kennt die Filme, die wir kennen, und deshalb kann er aus seiner höheren Warte der Altersweisheit aus dem ganzen Fundus zitieren, ohne dass sich der Zuschauer für dumm verkauft vorkommt.
Fazit: wer aus der großen Anzahl der Eastwood-Filme den einen sucht, der sich mit "Erbarmungslos" messen kann, wenn auch in einem ganz anderen Genre, der wird hier fündig.


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