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Raid 2, The (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 30.07.2014, seitdem 528 Mal gelesen



"Wenn wir die Stadt wirklich säubern wollen, müssen wir die Großen kriegen."

Nachdem Rama (Iko Uwais) das Massaker bei der Erstürmung eines Hochhauses neben nur wenigen anderen überlebt hat, erhält er von einer verdeckt operierenden Polizeieinheit direkt den nächsten Auftrag. Er soll eine der mächtigsten Verbrecherorganisationen des Landes infiltrieren und aus ihr heraus offenlegen, wer unter den Gesetzeshütern mit der Organisation sympathisiert. Da der Gangsterboss Bejo (Alex Abbad) mit dieser Organisation kooperiert und zuvor seinen Bruder ermordet hat, nimmt Rama den Auftrag, nach dem Versprechen, dass seine Frau und sein Kind Schutz erhalten, an. Dafür nimmt er einige Monate Gefängnisaufenthalt in Kauf, um das Vertrauen von Ucok (Arifin Putra), dem ebenfalls einsitzenden Sohn des Gangsterbosses Bangun (Tio Pakusodewo), zu gewinnen. Dies gelingt ihm problemlos, denn Ucok hat zahlreiche Feinde im Gefängnis, vor denen der kampferprobte Rama ihm Schutz geben kann. Nach zwei Jahren wird Rama entlassen und in der Verbrecherorganisation eingebettet, für die er auch direkt einige Aufträge zu erledigen hat.

War "The Raid" noch ein kompakter rund 90-minütiger, überraschender Dauer-Actionhit, so ist die Fortsetzung eine zweieinhalbstündige Martial-Arts-Undercover-Story. Wo der Erstling vertikal in einem Hochhaus spielte, verlagert "The Raid 2" sein Geschehen horizontal auf eine gesamte Stadt mit verschiedenen Handlungsorten und Handlungszeiten. Und doch tut der Nachfolger es im Kern seinem Vorgänger gleich. Erneut ist es eine ökonomisch erzählte Actiongeschichte, deren einzelne Versatzstücke vor allem im Dienste der Spektakeldramaturgie stehen.

"The Raid 2" setzt direkt an das Ende seines Vorgängers an und befreit sich zunächst von jeglichem Ballast. Daraufhin beginnt der Aufbau nicht schleichend sondern direkt. Das erzählerische Tempo ist flott und die Handlung wechselt sich mit sinnvoll verteilten Actionszenen ab.
Die Geschichte ist zwar ordentlich durchdacht, wirkt allerdings ein wenig abgenutzt. Die Elemente aus klassischen Polizei-, Verbrecher- und Undercovermotiven mit seinen obligatorischen Korruptionen und Fehden ist sehr bekannt und läuft auf vorhersehbare Situationen hinaus. Dennoch unterhält sie über die gesamte Laufzeit.

Im Sinne der Dramaturgie werden viele spannende Szenarien vorbereitet, allerdings nur oberflächlich abgehandelt. So droht dem Protagonisten niemals ernsthaft eine Enttarnung und auch seiner Familie keinerlei Gefahr, obwohl dies sinnvolle Komponenten gewesen wären. Während diesen Szenen schwenkt "The Raid 2" stattdessen schnell wieder zu seinem Kern um: Der Action.

Im Vergleich zum Vorgänger sind die Actionszenen deutlich vielfältiger. Der Fokus liegt nach wie vor auf handfester Martial-Arts-Action. Hier wird abwechslungsreich geprügelt und gekickt, stuntversessen ausgewichen oder diverse Hieb- und Stichwaffen eingesetzt. Abseits dessen gibt es ein paar Schießereien sowie eine überraschend brachiale Verfolgungsjagd mit Autos.
In diesem Zuge hat sich auch die Brutalität konsequent weiterentwickelt. Wenn zerbrochene Flaschen, Messer, Hämmer sowie Baseballschläger ihr Werk vollendet haben, ist von dem Gegenüber häufig nur noch ein blutbesudeltes Etwas übrig. Nur selten übernimmt sich der Actionfilm dabei und überschreitet die Grenze des Unzumutbaren.
Zu den Actionszenen gesellt sich ein bedrohlicher Soundtrack, der die Atmosphäre angenehm unterstreicht.

Auch wenn die Kamera in den Actionszenen zeitweise etwas zu sehr wackelt, bleibt die Übersichtlichkeit überwiegend gewahrt. Neben einigen beeindruckend dynamischen Kamerafahrten gibt es optisch auch ein paar sehenswerte Panoramaeinstellungen. "The Raid 2" lässt sich außerdem Zeit bei Einstellungen, wo andere Filme längst abgeblendet hätten.

Die Darsteller sind eher körperlich gefragt. Dennoch können zumindest Arifin Putra sowie Iko Uwais auch in ihren klischeebeladenen Rollen ein paar Akzente setzen.

Wie schon sein Vorgänger ist auch "The Raid 2" ein auf seine grandiose Kampfchoreographie bedachter Actionfilm für Martial-Arts-Fans. Trotz einer überlangen Laufzeit ist die eingebettete Handlung nur ein Rahmen für zyklische Actionszenen. Die mangelnde Komplexität der Geschichte und die nur zweckmäßigen Darsteller, sowie die manchmal etwas sperrige Kameraführung und die gewöhnungsbedürftige, comichafte Inszenierung nehmen dem sehr wuchtigen Film nur geringfügig seine enorme Anziehungskraft. Sehr gute ...

9 / 10


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