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Raid 2, The (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 31.07.2014, seitdem 1409 Mal gelesen



Gareth Huw Evans hatte mit dem 2011 entstandenen Film THE RAID über ein Sondereinsatzkommando, das sich durch ein von Hundertschaften von Ganoven besetztes Hochhaus kämpft, das Actiongenre revitalisiert, wenn nicht gar revolutioniert. Eine, im besten Sinne, "primitive" Story, knallharte, perfekt choreographierte Fights, erbarmungslose Härte.

Nun legte Evans den Nachfolger THE RAID 2 vor, der sich vom 1.Teil dadurch unterscheidet, dass er um ein ausführliches Handlungsgerüst ergänzt wurde. Der Polizist Rama, einziger Überlebender aus Teil 1, wird über einen fingierten Gefängnisaufenthalt in die indonesische Mafia eingeschleust mit dem Ziel, dort Hinweise auf korrupte Polizeibeamte aufzuspüren. Recht schnell gerät Rama in Intrigen innerhalb und zwischen verschiedenen Clans, immer auch unter der Gefahr, selbst als Maulwurf enttarnt zu werden.

Diese Geschichte ist nicht sonderlich originell. Zu schnell gewinnt er das Vertrauen der Bosse, das ist unglaubwürdig. Die Zeichnung der Charaktere kommt über gängige Muster nicht hinaus, die Inszenierung ist bestenfalls solide und packt einen, nicht zuletzt aufgrund der Laufzeit von 150 Minuten, nur selten. Auch die Schauspieler liefern gerade mal Mittelmaß ab. Wie man solch ein Skript wirklich packend und an die Nieren gehend umsetzen kann, zeigt, mit teilweise ähnlicher Thematik, z.B. der großartige koreanische NEW WORLD.

Bei RAID 2 hat man dagegen ständig das Gefühl, der ausufernde Plot sei ein reines Alibi und diene allein dazu, die Zeit zwischen den Actionsequenzen zu überbrücken. Die allerdings sind exquisit geraten. Furios choreographierte, knochenbrecherische Kämpfe mit allen möglichen Schusswaffen, Messern, Knüppeln, Baseballschlägern, Hämmern etc. oder auch mit bloßen Fäusten, spektakuläre Verfolgungsjagden, Crashs, und das alles ohne den im modernen Mainstreamkino grassierenden seelenlosen CGI-Murks.

RAID 2 ist auch wieder unglaublich gewalttätig, in schonungsloser Direktheit und expliziter, geradezu genüsslich zelebrierter Ausführlichkeit. Das aber ist zumindest zwiespältig, wenn nicht gar absolut unnötig. Es scheint zu oft so, als müssten mit den völlig überzogenen, bisweilig willkürlich eingestreuten Gewaltausbrüchen nur die Ansprüche bestimmter Fankreise befriedigt werden. Wenn ein Regisseur aber mit so etwas anfängt, kann er ohnehin künstlerisch einpacken. Und was sehr sonderbar ist: Das Gezeigte erreicht den Zuschauer emotional überhaupt nicht. Man sieht die Szenen an ... und hat sie gleich wieder vergessen. Gerade einige der härtesten Sequenzen wurden bei der Vorführung im Kino gar mit Lachern quittiert. Spätestens wenn so etwas passiert, weiß man genau, dass hier jemand etwas komplett falsch gemacht hat. RAID 2 mit MARTYRS zu vergleichen, ist daher nicht angebracht. Bereits ein Film wie THE NAMELESS, der so gut wie keine explizite Gewalt zeigt, ist um ein Vielfaches erschütternder und grausamer, MARTYRS erst recht. Es hat eben schon immer in die Irre geführt, den Härtegrad, und erst recht die Qualität eines Films, an der Anzahl der eingeschlagenen Schädel und der Menge des vergossenen Blutes zu messen.

Was von RAID 2 summasummarum bleibt, ist knappes Mittelmaß. Da war der Vorgänger irgendwie der ehrlichere, und bessere, Film.

4/10


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