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Heavenly Creatures (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 06.01.2001, seitdem 2248 Mal gelesen



Wenn ein Splatter- und Horrormeister wie Peter Jackson sich an ein psychologisches Drama macht, dann kann das schlimm enden. Oder etwas Wunderbares wird geboren. Im Falle von Heavenly Creatures ist zum GlĂŒck letzteres eingetreten.
Jackson widmet sich hier dem Leben zweier 15-jĂ€hriger Freundinnen 1953 in Neuseeland, die eine (Kate Winslet in ihrer ersten Hauptrolle) mit wohlhabenden, aber nicht sehr glĂŒcklichen Eltern versehen, die andere aus dem unteren Mittelstand. Mitten in der PubertĂ€t stehend und anscheinend von der ganzen Welt unverstanden, erschaffen sie sich ihr eigenes Phantasiereich, die vierte Welt, in denen ihnen keinerlei BeschrĂ€nkungen auferlegt sind, sei es durch die familiĂ€r angespannte Situation oder durch Klassenunterschiede. Als ihre Freundschaft der Umwelt zu eng zu werden scheint und in Gefahr gerĂ€t, anstĂ¶ĂŸig zu werden, versuchen die Eltern die Kinder zu trennen. Sich von allen ihnen nahestehenden Menschen enttĂ€uscht fĂŒhlend, treffen die MĂ€dchen eine fatale Entscheidung...
Die Geschichte, der sich Jackson hier angenommen hat, beruht auf einem wahren Mordfall aus dem Jahr 1955 und somit ist dies ein biographischer Film, der auf den TagebĂŒchern der MĂ€dchen basiert.
WĂ€re da nicht schon die Eröffnungsszene mit den hysterischen, blutĂŒberströmten MĂ€dchen, könnte man glauben, ein phantasievolles Drama fĂŒr das Nachmittagsprogramm vor sich zu haben, wenn die MĂ€dchen sich langsam nĂ€herkommen und ihre Traumwelt langsam entwickeln. Doch Jackson hat sein Handwerk gelernt: Immer wieder mischen sich dĂŒstere Töne in dieses schicksalsschwangere Werk, der aufmerksame Zuschauer ahnt, daß das VerhĂ€ltnis der MĂ€dchen auch gleichzeitig ein VerhĂ€ngnis ist. Die maroden FamilienverhĂ€ltnisse des reichen MĂ€dchens sind nur allzu offensichtlich und die Phantasielosigkeit des Arbeiterhauses der Ärmeren sind denkbar schlechte Voraussetzungen, um einem pubertierendem Freigeist und TrĂ€umer gerecht zu werden. So baut sich das Leben der beiden wie ein verschlossenes Druckventil auf: je schlechter die LebensumstĂ€nde, umso öfter die Flucht in die Phantasien. Und die hat Jackson besonders schön in Szene gesetzt. Da erscheinen LustgĂ€rten und MĂ€rchenschlösser vor Augen der MĂ€dchen und der Zuschauer und die von den Freundinnen aus Plastilin geformten Prinzen, Könige und Bösewichte bevölkern diese Traumwelt in LebensgrĂ¶ĂŸe.
Doch die RealitÀt holt beide immer wieder ein, wird jedoch von ihnen zunehmend in ihrer Phantasie verbrÀmt, sei es nun der erste Sex oder die verstÀndnislosen Eltern.
FĂŒr Heavenly Creatures muß man sich als Zuschauer viel Geduld mitnehmen und das Thema muß einen auch schon interessieren, sonst verliert man schon bald die Geduld mit den in phantasievollen Phrasen dahinredenden MĂ€dchen. DafĂŒr bekommt man jedoch eine Milieustudie mit ordentlich StandesdĂŒnkel und einen wirklichen Blick in das Innenleben von Teenagern.
Ein schwieriger,erschreckender aber auch wunderschöner Film, den man erfahren muß, nicht genießen kann. (8/10)


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