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Im Fadenkreuz des Todes (1999)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 16.01.2006, seitdem 237 Mal gelesen



Nach den Rohrkrepierern „Projekt: Pandora“ und „Judgement Day“ inszenierte John Terlesky seinen dritten Film wieder für Cinetel, doch fährt deutlich besser als bei seinen ersten beiden Versuchen.
Der Auftakt, dessen Bedeutung erst später klar wird, offenbart leider mal wieder den Einsatz von Stock Footage, in diesem Falle aus dem Nicolas Cage Vehikel „Airborne“. Im Gegensatz zu vielen anderen B-Actionern ist das Material, ein Gefecht zwischen Kampfhubschraubern, aber recht gut eingebunden – was aber auch daran liegt, dass hier nur die Innenansichten der Cockpits selbst gedreht sind. Doch zur Freude des Zuschauers bleibt dies der einzige Einsatz von Stock Footage.
Im titelgebenden Fadenkreuz befindet sich hier der Reporter Jordan McNamara (David Dukes), der mit seinem Ermittlungen einer geheimnisvollen Regierungsorganisation auf den Schlips getreten ist, die ihn nun beseitigen will. Doch Scharfschützin Jenna (Kristy Swanson) bekommt im entscheidenden Moment Gewissenbisse – so wie es in Filmen dieses Genres üblich ist. Immerhin schaltet sie die Killer, die sie darauf liquidieren sollen, in einem nett inszenierten Feuergefecht aus.

Doch Jenna weiß, dass ihre Weigerung allein Jordans Leben nicht retten wird und funkt den Killern ihres Bosses Dalton (Michael Madsen) beim nächsten Attentat dazwischen. Von da an fliehen sie und ihre frühere Zielperson gemeinsam…
„Im Fadenkreuz des Todes“ ist sicher kein Referenzwerk im B-Bereich und das liegt am zusammengeklauten Plot, der selten wirklich spannend ist. Die Story kennt man aus zig Vorbildern und wirkliche Überraschungen gibt es nicht. Signifikant dafür ist schon die Szene, in der die Hintergründe der Tat herauskommen: Jordan und Jenna werfen einfach ihre Infos zusammen und haben die Lösung, also kein langes Recherchieren, kein Rätselraten, keine falschen Fährten. Doch Langweile kommt trotzdem kaum auf, da Terlesky diesen Film mit viel Tempo und mit nur wenigen Verschnaufpausen inszeniert.
So holt Terlesky auch das Beste aus dem sichtbar knappen Budget heraus (erkennbar daran, dass das Meiste an karg ausgestatteten Sets und in Hinterhöfen gedreht wurde): Die Optik wirkt schick (z.B. der Blick auf Jenna durch ihr eigenes Zielfernrohr) und der Geldmangel tritt nicht allzu offensichtlich zum Vorschein. Leider gibt es einige wirklich auffällige Logiklücken (vor allem das megaschlecht bewachte Hauptquartier der achso geheimen Geheimorganisation ist ein dicker Klops) und auch der Humor ist nicht immer treffend. Gelegentlich amüsieren die Sprüche von Jenna und Sidekick Marcus (Donald Faison), doch einige Szenen sind einfach zu übertrieben (z.B. als die beiden so tun als hätten sie Sex, um das Durchsägen einer Wand zu übertönen).

Dafür ist die Action ziemlich gelungen, wenngleich es zu wenig davon gibt. Gerade das Finale besitzt zuviel Gelaber und zuwenig Geballer, doch dafür machen die anderen Actionszenen, vor allem die Schießerei bei Jordans Haus sowie der eingangs erwähnte Liquidierungsversuch, wirklich Laune. Die Choreographie ist auf recht gutem B-Niveau, gelegentlich gibt es auch mal blutige Einschüsse zu sehen und das Waffenarsenal ist recht umfangreich (u.a. Pumpguns, MP 5 oder Uzis). Hier zeigt sich Terleskys Können, leider nur nicht so häufig wie es gut für den Film wäre.
Die überraschend prominente Besetzung schlägt sich wacker, vor allem Kristy Swanson als überzeugende Ersatz-Nikita. Michael Madsen beherrscht den coolen Killer auch aus dem FF und Ron Perlman als Direktor macht ebenfalls einen guten Job. David Dukes ist OK, Donald Faison ein mehr als brauchbarer Sidekick; lediglich Tommy ’Tiny’ Lister Jr. ist in seiner viel zu kleinen Rolle total verschenkt.

Schlussendlich ist „Im Fadenkreuz des Todes“ gerade noch Mittelmaß, was vor allem Terleskys Inszenierung liegt, die für nette Actionszenen und einen halbwegs kurzweiligen Handlungsablauf sorgt. An dem wenig logischen, kaum spannenden Plot und dem Mangel an Schauwerten kann das jedoch nicht viel ändern.


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