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Seed 2 (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 02.08.2014, seitdem 617 Mal gelesen



Olivia, Christine und Claire machen sich mit dem Wohnmobil auf den Weg nach Las Vegas, um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. Sie werden allerdings nie dort ankommen: Auf ihrer schicksalhaften Reise treffen sie auf den ber√ľchtigten Serienkiller Max Seed. Der H√ľne mit der Maske landete auf dem elektrischen Stuhl, √ľberlebte und wurde lebendig begraben. Daf√ľr nahm er blutige Rache und zog sich samt kranker Familienbande in die W√ľste von Nevada zur√ľck. Und genau durch diesen Ort des Schreckens f√ľhrt die Reise der jungen Freundinnen! Auf der Flucht vor dem irren Killer scheint ihnen nichts und niemand helfen zu k√∂nnen ‚Ķ


Sieben lange Jahre ist es nun schon her, das der immer umstrittene Uwe Boll mit "Seed" einen Film kreiert hat der sicherlich nicht zu seinen Besten, aber immerhin h√§rtesten Werken z√§hlt. Das gr√∂√üte Manko des ersten Teils war dabei bestimmt die relativ inhaltsleere Story und so durfte man doch gespannt sein, ob der nun unter der Regie von Marcel Waltz entstandene zweite Teil mit einer besseren Geschichte daher kommt. Das Waltz bisher durch einige Amateur-Produktionen auf sich aufmerksam gemacht hat wird dabei relativ schnell ersichtlich, denn auch vorliegendes Szenario wirkt gr√∂√ütenteils recht billig inszeniert, was allerdings im ersten Moment noch nicht einmal als negativ bewertet werden kann. Doch schon nach einer √§u√üerst kurzen Zeitspanne wird dem Zuschauer klar, das diese Fortsetzung wohl nicht das bieten wird was man sich von ihr erhofft hat, pr√§sentiert sich doch bei einer Netto-Laufzeit von gerade einmal knapp √ľber 70 Minuten ein heilloses Durcheinander, das einem phasenweise schon den letzten Nerv rauben kann. Haupts√§chlich ist das in der Tatsache begr√ľndet, das Waltz die Geschichte nicht chronologisch erz√§hlt, sondern stattdessen immer wieder permanent auftretende Zeitspr√ľnge einbaut, um den doch recht d√ľrftigen Inhalt noch zus√§tzlich ineinander zu verschachteln.

Im Grunde genommen ist das auch gar keine schlechte Grundidee, wird dieses Stilmittel doch oft genug angewendet, um so noch mehr Spannung und Intensit√§t zu erzeugen. Im Fall von "Seed 2" geht dieses Vorhaben jedoch total in die Hose und es offenbart sich ein kruder-und gr√∂√ütenteils wirrer Slasher, der streckenweise in totaler Langeweile erstarrt. Das sorgt sogar phasenweise daf√ľr, das sich die inhaltsleere Story fast bis zum Erbrechen in die L√§nge zieht und dabei noch nicht einmal den H√§rtegrad beinhaltet, den sich manch einer sicherlich erhofft hat. OK, es gibt einige etwas derber ausgefallene Szenen, doch insgesamt gesehen werden die meisten Dinge doch eher angedeutet, als das man sie wirklich im Bild sehen k√∂nnte. Das Schlimmste ist jedoch das sich hier zu keiner Zeit so etwas wie echte Spannung aufbauen kann, der Serienm√∂rder geht stumpf und monoton seiner Lieblingsbesch√§ftigung nach und meuchelt sich ein wenig durch die W√ľste Nevadas, wobei er auf die Hilfe seiner Familienangeh√∂rigen z√§hlen darf. Selbst der am Ende eingebaute Plot-Twist stellt keine wirkliche √úberraschung dar, denn wenn man als Betrachter nur ein wenig mitdenken kann, ist der finale Showdown l√§ngst kein echter √úberraschungs-Effekt, sondern lediglich die logische Konsequenz aus zuvor unz√§hligen kleinen Andeutungen.

Als echtes Highlight kann man eventuell den kurzen Gastauftritt des It-Girls Micaela Sch√§fer betrachten, die in ihrem 20 Sekunden Auftritt fast selbstverst√§ndlich nackt auf der Platte steht und ebenso schnell wie sie erschienen ist auch gleich wieder abtritt. Ansonsten ist "Seed 2" jedoch nicht gerade mit H√∂hepunkten gespickt und im Gegensatz zum schon gerade einmal mittelm√§√üigen Vorg√§nger der ganz eindeutig schlechtere Film. Der junge deutsche Regisseur hat hier n√§mlich so ziemlich alles falsch gemacht was man sich nur vorstellen kann und das sorgt nicht unbedingt daf√ľr, das man zumindest mit einem kurzweiligen Slasher bedient wird. Vielmehr kann man sich (wenn man denn will) an d√§mlichen Dialogen erfreuen und muss mit ansehen, wie man fast durchgehend mit einzelnen Puzzle-Fragmenten konfrontiert wird, die irgendwie nie richtig zusammen passen wollen. Im letzten Drittel zeigt sich die Geschichte dann zwar etwas gradliniger, was aber den insgesamt relativ miesen Gesamteindruck auch nicht mehr aufwerten kann. Zu gro√ü ist das heillose Durcheinander, das Waltz zuvor mit seiner schlecht gew√§hlten Erz√§hlweise an den Tag gelegt hat und ehrlich gesagt ist man richtiggehend erleichtert, das nach gut 70 Minuten endlich alles vorbei ist.

Letztendlich m√∂gen viele Leute das etwas anders sehen, doch diese Fortsetzung ist meiner pers√∂nlichen Meinung nach ein regelrechter Rohrkrepierer, der au√üer einigen wenigen Momenten nichts wirklich Gutes zu bieten hat. Da lobe ich mir doch das Original von Herrn Boll, das gegen√ľber seiner Fortsetzung schon als echte Offenbarung angesehen werden kann. Waltz hingegen hat einen echten Langeweiler auf den Weg gebracht, bei dem einem haupts√§chlich die d√§mlichen Dialoge, die stumpfe Monotonie und insbesondere die √ľble Erz√§hl-Struktur in Erinnerung bleiben werden, so das man beim besten Willen keine Empfehlung f√ľr dieses √ľble Machwerk aussprechen kann.


Fazit:


Schon im Vorfeld hatte ich die Erwartungen an diesen zweiten Teil keinesfalls zu hoch angesetzt und dennoch sind diese noch stark unterschritten wurden. Eher selten bekommt man einen Film geboten, der selbst bei einer dermaßen kurzen Laufzeit so viel gähnende Langeweile verbreitet, wie es bei "Seed 2" der Fall ist.


3/10


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