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Red Machine - Hunt or Be Hunted (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 13.02.2015, seitdem 1360 Mal gelesen



Fernab von Produktionsschmieden wie SyFy und The Asylum haben Filmemacher offenbar verlernt, Tierhorror ohne billige Computertricks zu entwerfen. Da muss erst einer wie Davis Hackl ("Saw V") mit seinem zweiten Spielfilm und etwas mehr Budget als √ľblich ran und zeigen, wie man mit einem realen B√§ren spannende Konfrontationen kreiert.

Rowan (James Marsden) kehrt nach einigen Jahren Abstinenz in seinen Heimatort in die W√§lder Alaskas zur√ľck und wird unsanft von seinem Bruder, dem lokalen Sheriff Beckett (Thomas Jane) empfangen. Als einige Holzf√§ller auf r√§tselhafte Weise ums Leben kommen, sollen Beckett und Kollege Sully (Scott Glenn) den Tatort untersuchen, doch dann verschwindet Becketts Freundin Michelle (Piper Perabo) spurlos im Wald...

Die Figurenkonstellation ist eher an genrebedingte Klischees gebunden, was insgesamt ein wenig zu stereotyp ausf√§llt: Der eigentliche Held sa√ü sieben Jahre unschuldig im Knast, sein entsprechendes Love Interest ist √ľberraschenderweise immer noch vor Ort (aber nat√ľrlich kurz vorm geplanten Weggang), hinzu kommt ein unerbittlicher J√§ger (Billy Bob Thornton), jedoch auch die Tatsache, dass Michelle taub ist und folgerichtig nicht das laute Grollen des riesigen B√§ren wahrnehmen kann.

Und dieser ist nicht etwa ein Statist unter Ganzk√∂rperfell, sondern "Bart", ein echter Braunb√§r, welcher im Vorspann genauso erw√§hnt wird, wie die √ľbrigen, weitgehend namhaften und durchweg √ľberzeugend auftretenden Mimen.
Der Koloss h√§lt sich mit den Angriffen zun√§chst ein wenig zur√ľck, doch allein die Statur innerhalb der toll gew√§hlten Schaupl√§tze in urig rauer, stets nasskalt erscheinender Natur verlangt bereits Respekt ab.

Im letzten Drittel und insbesondere w√§hrend des Showdowns √ľberschlagen sich hingegen die Ereignisse und da macht es sich besonders bezahlt, dass Mensch und Tier bei Konfrontationen vielfach gemeinsam im Bild zu sehen sind und der Grizzly sogar mal an einem Gesicht nagt. Nur wenige Einstellungen wurden per CGI vorgenommen, was im entsprechenden Kontext dem Wohl des Tieres dient, w√§hrend die wenigen, teils auch expliziten Gewalteinlagen ebenfalls handgemacht sind.

Minimale und gr√∂√ütenteils erahnbare Twists fallen bei alledem kaum ins Gewicht und wahrscheinlich h√§tte die Chose noch etwas intensivere Unterhaltung geboten, wenn mit einem Hauch von Augenzwinkern ein paar Randfiguren mehr auf der Speisekarte des Killerb√§ren gelandet w√§ren. Doch unterm Strich d√ľrften Tierhorrorfreunde mit dem Ergebnis zufrieden sein und im Hinblick auf William Girdlers "Grizzly" von 1976 einen nahezu ad√§quaten Nachfolger gefunden haben.
7 von 10


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