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St. Vincent (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 11.01.2015, seitdem 444 Mal gelesen



Vincent (Bill Murray) ist ein allein lebender, muffliger und misanthropischer Mittsechziger, der in einem etwas verwahrlosten Haus lebt, sein weniges Geld entweder f√ľr die russische Nutte Daka (Naomi Watts) oder an der Pferderennbahn ausgibt. Seine neuen Nachbarn, Krankenschwester Maggie (Melissa McCarthy) und ihr Sohn Oliver, nehmen ihn dennoch ziemlich spontan an die Kandarre, indem sie ihm zum Babysitter ihres Sohnes macht, hat sie doch einen neuen Job als Krankenschwester und muss das Geld ranschaffen, schlie√ülich muss sie auch noch eine Scheidung finanzieren. Das ungleiche Paar Oliver und Vincent kommen sich trotzdem irgendwie n√§her und Oliver entdeckt einige Geheimnisse des Griesgrams, die ihn in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Man ahnt es schon beim Lesen, die Geschichte kommt einem bekannt vor: ein grummeliger √§lterer Mann (manchmal auch Frau) wird durch ein Kind weicher und sympathischer. Diese Grundgeschichte spielt sich hier auch ab, auf einem schauspielerisch hohen Niveau mit hervorragenden Schauspielern (zumindest Bill Murray, Melissa McCarthy und Jaeden Liberher als Oliver), dennoch hat mir letztendlich etwas gefehlt bei dem Film. Klar, es ist ein Feelgood-Movie und er soll auch nichts anderes sein, aber dennoch verlie√ü der Film zu wenig altbekannte Pfade, zu vertraut erschienen einem die Figurenkonstellationen und zu formelhaft das Ende. Zudem war Naomi Watts als russische (was sonst??) Prostituierte eher eine Fehlbesetzung, ihre ganze Attit√ľde war so platt und der Dialekt so aufgesetzt, dass ich es etwas entt√§uschend fand. Immerhin ist Oliver ein sympathischer, wenn auch leicht schr√§ger Vogel, der ihn nicht zu einer Klischeemasse erstarren l√§sst.
Am Ende holt den Film dann die Sentimentalit√§t leider zu schnell ein, als man mehr √ľber Vincent und seine Vorgeschichte erf√§hrt‚Ķ irgendwie ist es r√ľhrend, aber ich ertappte mich dabei, wie ich dachte: hast du dich ja wieder sch√∂n manipulieren lassen. Ich lasse das gerne mit mir machen, aber hier war es mir oft zu offensichtlich. So gerne ich Bill Murray sehe, etwas mehr Risiko, Abwechslung und weniger Formel h√§tte ich mir gew√ľnscht.
6/10.


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