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Northmen - A Viking Saga (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 02.04.2015, seitdem 848 Mal gelesen



Asbjörn und die tumben Männer! - oder Wickie für Doofe!"

Hey hey Wickie, hey Wickie, hey. Zieh fest das Segel an." Ok, das ging schon mal schief für den blonden Hühnen Asbjörn und seine Mannen, denn das kommt ihnen gleich in der erste Szene entgegen gesegelt. „Hey hey Wickie, die Wickinger, sind hart am Winde dran." Vielleicht ein bißchen zu hart, denn sie steuern schnurstracks in einen knalligen Sturm. „Die Angst vorm Wolf macht ihn nicht froh"- gut, so weit sind wir noch nicht, aber gut vorstellbar -„und im Taifun ist´s ebenso" - das ganz sicher, denn die Nordmänner kentern recht schnell und stranden wenig heroisch ohne ihr Schiff an der schottischen Küste. „Doch Wölfe hin, Taifune her, die Lösung fällt ihm gar nicht schwer." Tja, und damit haperts dann gewaltig und zwar für den ganzen Rest dieser großspurig betitelten ("Northmen - A) Viking Saga". Von pfiffigen Ideen, oder gar Geistesblitzen à la Wickie ist bei dem immer leicht verwirrt drein blickenden Nordmann-Chef Asbjörn (Tom Hopper mit „Thor"-Frisur und Montur, aber ohne Hemsworths Charisma) weit und breit nichts zu sehen.

Das beginnt schon mit der Geiselnahme einer ortsansässigen Prinzessin, was den Nordmännern lediglich eine lustvoll-brutale Söldner-Schlächtertruppe von Papa und Schotten-König Dunchaid auf den Hals hetzt, die zudem ganz eigene Ambitionen hat und keinesfalls plant das Töchterlein lebendig abzuliefern. Diese finsteren Gesellen nennen sich übrigens vielsagend „Wolfsrudel", womit wir „Die Angst vorm Wolf macht ihn nicht froh" dann endlich auch noch eintüten können. Gut nur, dass bei dem nun einsetzenden fröhlichen „Fang bzw. Hau den Wikinger"-Spielchen der christliche (Kampf-)Mönch Conall (Ryan "True Blood" Kwanten) den ausschließlich physisch begabten Nordmännern unter die immerhin recht starken Arme greift und sie zu seinem Turmversteck lotst.
Die Sache mit der anderen Wange, oder gar der Feindesliebe muss er allerdings irgendwie überlesen haben, denn wo er mit seinem meterlangen Stöckchen hinhaut, da wächst garantiert kein königlicher Scherge mehr. Dass seine nett anzusehende Kampftechnik stark nach asiatischen Einflüssen aussieht und kaum von der behaupteten Pikten-Mission herrühren kann, geschenkt. Schließlich befinden wir uns in einer Saga, da wollen wir mal nicht so pingelig sein. Pater Conall verfügt schließlich auch nicht über diesen schwächlichen Charakterfehler.
 
Wie dem auch sei, wenigstens verfügt er über das den Wikingern weitestgehend abgehende Hirn und hat ein paar böse Überraschungen für die Verfolger parat sowie ein paar nette Fluchtwege in petto. Leider muss er dafür seinen schönen Turm abfackeln, aber wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne und Conall ist ein entusiastischer Hobler. Die überforderten Nordmänner dackeln mehr oder weniger hinterher und zeigen sich wenigstens bei den diversen Abwehrscharmützeln von ihrer schokoladigen Metzel-Seite.
Denn trotz der offenkundigen Blödheit des Anführergespanns - Anatole Taubman („Ein Quantum Trost") und Ed Skrien (Neu(-TV)-Transporter, „Game of Thrones") als völlig überzogene Knallchargen-Fieslinge - holen die karpatischen (!) Söldner die Wikinger immer flugs ein. Fairerweise muss man erwähnen, dass sie über eine lebende Drohne in Gestalt eines Superagenten-Falken verfügen, der die Verfolgten auch nachts problemlos orten kann. Zusätzlich ganz praktisch ist der glückliche Umstand, dass die Wikinger zwar pro Kampf so 5-6 Gegner ins Jenseits befördern, diese aber wie durch ein Wunder nie die Sollstärke von rund 20 Mann unterschreiten.
Da nützen auch die vielen Rambo-Gedächtnisfallen nicht viel, die die wackeren Nordbuben in liebevoller Schnitz- und Buddelarbeit anrichten. Ohnehin bewundernswert und vor allem erstaunlich mit wie viel Akribie und Zeitaufwand sie die tödlichen Präsente hin drapieren, schließlich sind die Ork-Söldner - sprechen und ihre grimassierenden Visagen zeigen dürfen nur die Chefs und die hätten beides auch besser gelassen - durchgängig kaum mehr als 10 Minuten zurück bzw. entfernt.
Bei so viel Fantasy, äh (nötiger) Fantasie ist der finale Rettungssprung der letzten aufrechten Wikinger von einer stattlichen 100m-Klippe auch nicht mehr wirklich störend. Ob sie dann mit ihrem Ruderbötchen auch noch irgendwann die heimischen Gefilde erreichen werden, lässt der Film dann geschickterweise offen. Obwohl wir bestimmt auch das noch geschluckt hätten.

Das hört sich jetzt alles viel schlimmer an, als es am Ende ist. Wenigstens kommt mal ein Genrebeitrag mit aus deutschen Landen (die Schweiz und Südafrika sitzen auch noch im Wikinger-Boot) und kann es zumindest optisch („300"-Sequel-Kameramann Lorenzo Senatore linste in Schottland-Double Südafrika durch den Sucher) und (kampf-)technisch mit US-Produktionen der etwas billigeren Art aufnehmen. Unfreiwillige Komik, Logiklöcher und Abziehbilder-Figuren findet man auch dort zuhauf, man denke nur an solche Trash-Granaten wie „Pompeii", oder den Griechen-Hokuspokus-Doppelpack „Kampf/Zorn der Titanen". Für die anspruchslose Männer-Heimkino-Runde taugen die nordischen Recken allemal. Kurzweil und Unterhaltungswert sind in dieser historisch kostümierten Abenteuer-Schlachtplatte in genügendem Maß vorhanden. Wer etwas Esprit und gewollten Witz sucht, der schaut dann aber doch besser mal wieder „Wickie und die starken Männer!"


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