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Blood Father (2016)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 20.11.2016, seitdem 134 Mal gelesen



kurz angerissen*

Jean-François Richet verbindet man auf Anhieb mit der sorgfältigen, weit ausholenden, unterkühlten Narration des Zweiteilers "Public Enemy No.1". Dass sein "Blood Father" nun einige Jahre später eher blasse Erinnerungen an einen nebligen Abend in einem versifften Bahnhofskino weckt, ist dahingehend schon eine Umgewöhnung.

Der Bikerfilm über Läuterung und Selbstvergebung dreht sich mit fast schon planetarischer Fokussiertheit um seine Hauptfigur. Würde nicht gerade Mel Gibson in ihr stecken, spräche recht wenig für den Film, der keiner Konfrontation mit ausgeleierten Milieu-Handkniffen aus dem Weg geht - ob es sich dabei nun um lässige Betreuer handelt, die dem Klischee des spießigen Aufpassers krampfhaft widersprechen (trotzdem immer einen Blick wert: William H. Macy) oder emotionslose, tätowierte, enigmatisch handelnde Killermaschinen (Richard Cabral). Zum Repertoire gehört ebenso das Negativ der klassischen Femme Fatale, ein brabbelndes, naives, jedes Fettnäpfchen mitnehmendes Mädchen (Erin Moriarty), das sich selbst als erfahren betrachtet und mit dieser Fehleinschätzung innerhalb des Skripts vor allem die Funktion einnimmt, Gefahrenlöcher in die Handlung zu reißen, die mit der heißen Stricknadel des Beschützers wieder gestopft werden wollen.

Doch Gibson ist in diesem recht beschränkten Universum in der Trailer-Park-Ödnis durchaus eine Bank. Kaputte, gealterte Haudegen zu spielen mag zum Chic des vergangenen Jahrzehnts geworden sein (und somit zum Tick der Generation 50+), aber wenn man andere Charaktere seines Kalibers bereits abgenickt hat, so muss man dies bei John Link eigentlich auch tun. Gibsons seltener gewordene Auftritte als Schauspieler sind seiner Intensität eigentlich sogar eher zuträglich; als bärtiger Tätowierer jedenfalls macht er eine ziemlich gute Figur. Betrübnis und Hauruck-Aktionismus waren schon immer Pfeiler- zwischen denen er sicher zu balancieren wusste; hier erweckt er damit eine zerbrochene Figur zum Leben, die angesichts der Thematik Publikumssehnsüchte nach einem Nachschlag von "Sons Of Anarchy" mit dem Einzelgänger-Usus von "Payback" (oder auch "Get The Gringo" und "Edge Of Darkness") verknüpft. Und ganz nebenbei die qualitativ mittelmäßigen Grundzutaten geschickt kaschiert.

*weitere Informationen: siehe Profil


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