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Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 17.09.2006, seitdem 1962 Mal gelesen



Wie jeder weiß, war Stanley Kubrick einer der durchgeknalltesten Regisseure unserer Zeit. Durch Filme wie Full Metal Jacket oder A Clockwork Orange hat er uns immer wieder eindrucksvoll gezeigt, wie effektiv Filme auf die Zuschauer wirken können. Mit einem seiner Frühreren Werle, nämlich Dr. Strangelove, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben, begann er damals seine Art und Weise der Film-Erzählungen. Der Film beschreibt ein Szenario im kalten Krieg, in welchem ein amerikanischer Offizier einen Atombombenangriff auf die UDSSR plant und durchführt. Der ganze Film handelt eigentlich nur von 20 Minuten, in denen jeder versucht eine Katastrophe zu verhindern.

Wer Kubrick kennt, der weiß, dass seine Filme immer mit sehr extravaganten Charakteren ausgestattet sind. So auch in Dr. Strangelove. Während der Offizier an eine Fluoreszierungsverschwörung auf seiten der Russen glaubt, prästentiert sich der Präsident der Vereinigten Staaten als kleines Weichei. Jede Person ist anders und stellt eine bestimmte Fraktion im großen System dar. Hier trifft Kubrick voll ins Schwarze und kann damit beeindrucken wie extrem die Unterschiede zwischen den Fraktionen doch sind, wenn auch etwas extrem überspitzt dargestellt.

Dr. Strangelove überzeugt vorallem durch schwärzesten Zynismus. Die Witze, Sprüche und Mimiken der Charaktere sind zum schießen, vorallem wenn man sich daran zurückerinnert, das sie kurz vor der nuklearen Katastrophe stehen. Einige Personen sind hier besonders hervorzuheben. Der eben schon erwähnte General schlägt zwischendurch vor, die Bomber nicht zurückzurufen sondern noch mehrere hinter her zu schicken, da man dann eine höhrere Erfolgschance haben wird. Vom betrunkenen russischen Staatschef bis zum verrückten altdeutschen Wissenschaftler wird alles von Kubrick durch den Kakao gezogen, und das natürlich mit einer Klasse, die man nur bei ihm kennt. Durch diese Art der Darstellung kommt man, zumindest, wenn man sich selbst ein wenig mit der Thematik kalter Krieg und amerikanische Kriegsführung beschäftigt, gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Manche Witze könnten vielleicht als geschmackslos tituliert werden, aber im großen und ganzen war ich sehr zufrieden und empfinde die Art des Humors von Kubrick als erfrischend extrem.

Stanley Kubrick erzeugt mit dem Film wie mit vielen seiner anderen Werke eine direkte Kritik am amerikanischen Staats und Verteidigungssystem. Fast minütlich werden sehr makabere Werbeplakate und Parolen eingeblendet, die die amerikanische Führung schärfstens Kritisieren. Sprüche wie: "If you want to defend our Country, do it yourself" schlagen tief in die Magengegend jedes Politikers, sprechen aber manchen Bürgern aus der Seele. Wer stellt nicht die Autorität und die Politik der Staatschefs in Frage. Alles was sie anfassen, machen sie auf irgendeine Art und Weise Falsch, und das wiederum zelebriert Kubrick in Dr. Strangelove am meisten.

Für Fans von abgedrehtem Kubrick Stoff ein Must Seen, für Freunde von schwarzem Humor ebenso. Eigentlich ist der Film für jeden Gesellschaftskritiker ein Muss! Für mich ist Dr.Strangelove ein Kultfilm geworden! Freie empfehlung von mir.

FAZIT: 10/10!


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