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Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 18.03.2010, seitdem 428 Mal gelesen



Einer der seltsamsten Streifen, die ich mir bisher zu Gemüte geführt habe...

Dr. Seltsam ist genauso schwer zugänglich, wie er schwarz-weiß ist.

Bereits zu Anfang herrscht Panik und Ungläubigkeit an Bord der B-52's, den Kampfbombern der U.S. Air Force, weil ein kurioser Befehl die Besatzungsmitglieder erreicht: Vorgehen nach Plan R! Und dieser Plan R beeinhaltet schlicht: Die Russkis bzw. die Roten, wie sie immer wieder liebevoll genannt werden, torpedieren, malträtieren, liquidieren, einfach atomar auslöschen. Es gibt im Moment noch keinen erkennbaren Grund, weshalb dieser Plan R zum Einsatz kommen sollte. Anscheinend weiß das nur General Ripper, der den Plan in Auftrag gegeben hat und versucht, sich über alle anderen Befehlshabenden und sogar den Präsidenten hinwegzusetzen und auf eigene Faust einen Atomkrieg gegen den Russen auszulösen. Später kommt heraus, aus welchem Grund er dies vorhat...

Moah... Das ist echt starker Tobak. Es gibt viel militärisches Gerede und jede Menge Wortgefechte. Ich weiß nicht, wie lange und intensiv sich Kubrick hierauf vorbereitet haben muss. Alles ist gespickt mit satirischem Humor, der aber vielen sicher sehr subtil erscheinen mag, sodass manch einer den Witz schon mit der Lupe suchen muss. Im Pentagon reden sich Präsident und die Köpfe der US-amerikanischen Streitkräfte die Münder schief, denn schon in 25 Minuten soll der Holocaust beginnen!  

Der übertrieben dargestellte Patriotismus und der überaus hochentwickelte Nationalstolz können zum Glück nur ironisch gemeint sein. Wunderbar gehässig, wie die Amis nicht wie so oft als Übermenschen dargestellt werden, die einfach alles hinkriegen und jeden platt machen. Hier werden sie endlich mal dumm, größenwahnsinnig und in Notfallsituationen ratlos in Szene gesetzt.

Viele Schauspieler wirken hier allerdings ein bisschen hölzern, was aber auch einfach mal wieder auf das Alter zurückzuführen sein mag. Die Dialoge sind altmodisch und würden heute allenfalls belächelt (Himmel, Arsch und Zwirn!).

Zu der Rolle des Dr. Seltsam: Ich habe selten einen so unheimlichen Charakter gesehen. Die Tourette-artigen Bewegungen, die Art zu reden und sein offensichtlicher Hitler-Fanatismus machen mir mehr Angst als jede Wasserstoffbombe.

Wehe, ich träum' von dem.

7/10 Punkte, trotz angestaubter Atmosphäre, aber man muss berücksichtigen, dass wir ja jetzt 2010 haben. Leider war auch nur eine einzige Frau zu sehen, doch die war heiß.


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