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Kingsman - The Secret Service (2014)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 12.08.2015, seitdem 157 Mal gelesen



"Der Anzug ist die Rüstung des modernen Gentlemen."

Bei einem Einsatz im Nahen Osten opfert ein Kingsman sein Leben zur Rettung seiner Kameraden. Besonders sein Mentor Harry Galahad Hart ist davon betroffen und hinterlässt der Witwe und dessen Sohn Gary Eggsy Unwin (Taron Egerton) eine Möglichkeit ihn bei einer Notlage zu erreichen.
Jahre später ist Eggsy zu einem jungen Mann herangewachsen leidet aber unter seinem despotischen Stiefvater, der auch seine Mutter unterdrückt. Eine militärische Ausbildung hat er trotz seines Talentes abgebrochen. Nach einem Autodiebstahl landet Eggsy im Gefängnis, erinnert sich aber noch an das Versprechen von Galahad. Tatsächlich holt ihn dieser aus dem Gefängnis heraus und bietet ihm sogleich einen Platz als Nachwuchskandidat bei den Kingsman, denn vor kurzem ist einer der ihren bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Das Rekrutierungsprogramm ist für Eggsy und seine Konkurrenten hart, denn unter Extremsituationen müssen sie die richtigen Entscheidungen für ihr Überleben treffen.
Parallel veröffentlicht Richmond Valentine (Samuel L. Jackson) mit seiner Leibwächterin Gazelle (Sofia Boutella), die anstatt Beinen Klingen trägt, eine Sim-Karte für eine völlig kostenfreie Möglichkeit der Telefonie. Seine politischen Intrigen lassen aber böses vermuten.

Regisseur Matthew Vaughn ("Der Sternwanderer") und Comic-Autor Mark Millar hatten sich bereits für "Kick-Ass" zusammengetan und eine außergewöhnliche Superhelden-Parodie mit übertriebener Action und tiefsinniger Gesellschaftskritik entwickelt. "Kingsman: The Secret Service" ist davon garnicht so weit entfernt. Auch hier stimmt die Mischung aus wahnwitziger Action und ernsthaften Momenten. Ganz das Niveau von "Kick-Ass" erreicht die Agenten-Parodie aber nicht.

Zu Beginn befasst sich der Film ganz klassisch mit seinen Figuren. Diese fallen recht stereotyp aber auch zweckmäßig aus: Es gibt die Gruppe aus Halbstarken, ein zerrüttetes Familienverhältnis, den aufrichtigen Protagonisten und eine Schüler- / Lehrer-Beziehung basierend auf einem innigen Vertrauensverhältnis. Innovativ ist dies nicht, erzählerisch funktioniert es, abseits einiger Logiklücken, jedoch gut.

"Kingsman" hat Stil und hangelt sich sehr nah an den "James Bond"-Filmen entlang. Da wird schonmal überschwänglich ein Drink bestellt, über Anzug und Ausrüstung diskutiert oder eine übermäßig lüsterne Nebenfigur bereitgestellt. Viele Details laden zum schmunzeln ein. Und bricht erstmal der rotzige Humor von Millar's Vorlage durch, sind Lacher garantiert.
Die Verteilung von Handlung und Action sowie der Blick zwischen den Guten und den Bösen hält sich die Waage und erzeugt ein stimmiges Bild aller Figuren. Gerade im Bezug auf die Schurken ist dies ein wichtiges Element, denn diese geben hier einiges her.

Die Actionszenen sind eine besondere Augenweide. Wenn "Kingsman" in die Vollen geht bewegt sich die Kamera geradezu virtuos durch den Raum. Schwerelos schwenkt das Bild nah an den Protagonisten, verfolgt geworfene Objekte und umkreist den getroffenen Kontrahenten. Diese Bilder unterliegen einer knallharten Choreographie, die auch nicht vor abgetrennten Gliedmaßen halt macht. Jedoch sind die comichaften Gewaltausbrüche so wenig blutig, dass es anorganisch wirkt.

Colin Firth ("The King's Speech") liefert eine beeindruckende Leistung, die sich zwischen charmanter und knallharter Performance bewegt. Unterstützt wird er von zahlreichen bekannten Gesichtern, wie Samuel L. Jackson ("Django Unchained", "The Spirit"), Mark Strong ("The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben"), Mark Hamill ("Star Wars"-Reihe) sowie Michael Caine ("The Dark Knight"-Reihe).
Die Neulinge Taron Egerton und Sofia Boutella haben noch sichtbare Einstiegsprobleme bei ihrem Schauspiel, fügen sich aber charismatisch ein.

Inhaltlich bietet "Kingsman: The Secret Service" nicht sonderlich viel. Es ist eine funktionierende Einstiegsgeschichte mit solider Figurenzeichnung. Die Tiefe zum erzählerisch sehr ähnlichen Film "Kick-Ass" erreicht die Agentenparodie nicht. Dafür begeistern die einfallsreichen, überzogenen Gags und die unglaublich dynamische Kameraführung bei den brachialen Actionsequenzen. Nur schade, dass bei letzterem der Mut zu mehr roter Farbe fehlt.

8 / 10


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