Ansicht eines Reviews

Rotten Link (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 21.03.2017, seitdem 402 Mal gelesen



Wie eine surreale Mischung aus „The Village“ und „Irreversible“ kommt der Streifen des argentinischen Regisseurs Valentin Javier Diment daher, der sich trotz seiner kurzen Laufzeit deutlich länger anfühlt.

El Esconsiso ist ein kleines, von der Außenwelt abgeschiedenes Dorf im Niemandsland, in welchem gerade mal 20 Häuser stehen. Hier lebt auch die Dorfnutte Roberta mit ihrer Mutter Ercilia und ihrem Bruder Raulo, einem geistig zurückgeblieben Holzfäller. Ercilia warnt Roberta, nicht mit jedem Kerl in die Kiste zu steigen, denn sonst könnte sie verstoßen werden oder gar sterben. Roberta versucht die Warnung ihrer Mutter zu beherzigen, doch genau das führt zum Unheil…

Der Einstieg greift handlungstechnisch vor und veranschaulicht eine skurrile Situation, in der jemand einen Genickbruch erleidet. Nachfolgend wird veranschaulicht, wie es dazu kommen konnte und vor allem, was dem in der letzten Viertelstunde folgt.
Bis dahin wähnt man sich allerdings wie in einem Helge-Schneider-Film ohne wirklichen roten Faden. Der Kleidung nach zu urteilen, könnte die Geschichte auch in den Fünfzigern spielen, technische Errungenschaften kommen nicht über ein kleines Radio hinaus, während auf sexueller Ebene Zustände wie in Sodom und Gomorra herrschen, denn Inzest, Vergewaltigung und Sodomie sind an der Tagesordnung.

Nur leider zieht sich die Sache, ohne dass Horrorfans in der ersten
Stunde (bis auf die Einstiegsszene) auch nur ansatzweise davon zehren könnten. Das Treiben kommt wie ein Dorf- und Familiendrama daher, welches ab und an mit schwarzhumorigen Anflügen minimal punkten kann, ansonsten herrscht hier ein trister, oftmals abstoßend anmutender Alltag, bei dem Fragen nach Sinn und Moral erst im finalen Akt geklärt werden.

Denn da erfolgt ein wuchtiger Schnitt und die Axt und andere Werkzeuge werden geschwungen, Köpfe zerschlagen oder abgetrennt und der Bodycount schnellt rasch in die Höhe, bevor nach 75 Minuten alles erledigt ist. Die handgemachten Effekte sind solide gestaltet und Gorehounds kommen final definitiv auf ihre Kosten, allerdings stellt sich die Frage, ob sich das Warten wirklich lohnt.

Den treffend besetzten Darstellern ist grundlegend nichts vorzuwerfen, die farbliche Gestaltung mit Betonung auf kontrastarme Bilder mit viel Sepia schürt durchaus eine melancholische Stimmung und auch die musikalische Untermalung, - zwei Dorfbewohner spielen häufiger mal Gitarre und Akkordeon, untermauert jene Atmosphäre.
Doch bis es endlich zur Sache geht, entsteht viel Leerlauf, das eigentlich interessante Sujet wird zu wenig ausgearbeitet und am Ende entsteht der zwiespältige Eindruck, dass deutlich mehr drin gewesen wäre. Mit seiner eigenwilligen Machart hebt er sich immerhin deutlich von gängigen Horrorstreifen ab, von daher knapp
6 von 10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Maichklang" lesen? Oder ein anderes Review zu "Rotten Link (2015)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Maichklang

Zurück


Copyright © 1999-2017 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

738 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Jeepers Creepers 2 (2003)
Mord im Orient-Express (2017)
Tödlichen Bienen, Die (1967)
Justice League (2017)
Happy Deathday (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich