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VVitch: A New-England Folktale, The (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 24.05.2016, seitdem 278 Mal gelesen



The Witch is one ugly Bitch!

Papa William, Vater einer 7-köpfigen Familie verlässt sein Heimatdorf da sein religiöses Verständnis von christlichem Glauben etwas arg verdreht ist. Der gute ist der Meinung jeder Mensch (einschließlich der eigenen Familie) wurde in Sünde geboren und muss zuerst gereinigt werden um später dem himmlischen Daddy Tach sagen zu dürfen. Auf einer Farm niedergelassen, verschwindet bald der Jüngste der Familie vor den Augen der Tochter unter mysteriösen Umständen.

Voller Vorfreude hat man Lust auf einen etwas anderen Horrorfilm, nur um dann zu erfahren das mal wieder in höchster Freudenekstase von überschwänglichen Fans arg "geschummelt" wurde. Denn diese alles andere als höllische Mixtur zwischen Horror und Drama ist in beiden Punkten nicht sonderlich gut. Um das geschickt zu kaschieren reicht es aber heutzutage seinen Film mit düsteren Farbfiltern zu schmücken, ihn mit wenigen verhängnisvollen Andeutungen zu spicken & besonders ruhig zu gestalten um diese große Ereignislosigkeit dann schließlich als "subtil" zu verkaufen.

Das hier irgendetwas in den Wäldern lauert, das es hinkriegt während eines Augenzwinkerns ein Baby zu entführen macht erstmal Lust auf mehr. Was dann folgt ist ein eher am Arsch vorbeigehendes Familiendrama, welches dank der bölkenden Nervmutter und des geistig ziemlich abwesenden Predigervaters ziemlich kalt lässt. Einzig mit der Tochter Thomasin (wahnsinnig hübscher Name) welche noch relativ bodenständig ist, fühlt man etwas mit, aber auch diese wird nicht genug charakterisiert bzw. mit eingebunden für ein fesselndes Drama. Die Horroraspekte bestehen aus kleineren Merkwürdigkeiten die von Zeit zu Zeit mal geschehen, und alles andere als vom Hocker hauen, und der Streit zwischen der "Himmlischen Familie" bescherte mir ein paar mal unfreiwilliges Kichern da hier die Stimmungsschwankungen recht wechselhaft in Szene gesetzt werden. Ein bestimmter Monolog mit dem kleinen Caleb war schon dermaßen unfreiwillig affig, dass ich mich kurze Zeit kopfschüttelnd abwenden musste.

Ich will dem ganzen hier nicht völlige Inkompetenz zusprechen denn teilweise hat "The Witch" seine schummrigen Momente und man fiebert auch der Auflösung entgegen. Unterbrochen wird dies nunmal durch, in diesem Falle, wirklich uninteressanten Dramaüberfluss mit tierischem, ewigem Gejammer und unfreiwilliger Komik. Ich wartete die ganze Zeit darauf das Egger's Debütwerk aus dem schnarchige Korsett ausbricht und die B-Movie Sau rauslässt, um hier wirklich mal die Konventionen zu brechen. Das wäre ihm auch beinahe gelungen, würden nicht 10 Minuten später schon die Credits über'n Bildschirm flattern. Etwas unbeholfen wirkt hier auch das hochtrabende Geschwafel der armen Bauernfamilie, was ich mir bei Adligen dieses Zeitalters wohl eher hätte vorstellen können. Ist mir eigentlich Wumpe wie genau der Sprachgebrauch dieses Zeitalters recherchiert wurde, es kommt einfach rüber wie ein unbeholfener Aushilfs-Shakespeare.

Den Hype kann ich mir dann nur noch folgendermaßen erklären: Mit erhobenen Zeigefingern wird mal wieder groß verkündet das an "The Witch" ja alles so wahnsinnig Arthouse wäre und der moderne Horrorfilm von heute nun mal ganz aufklärend & "toll gefilmt" sein muss (sprich: Trostlose Farben, gewollte Detailarmut & ewig lange Kamereinstellungen)", und unbedingt irgendwelchen Coming-of-Age-Drama Nonsens in den Kontext packen müsse, sogar am besten in der 6ten Klasse im Schulunterricht gezeigt werden sollte. Außerdem wird der Film im Original schließlich "The VVitch" geschrieben. Die 2 V's im Titel könnten im Prinzip eine Metapher auf die Zwiespältung menschlichen Glaubens phlagmenturistisch-prähistorischkratiöser Natur sein, oder was auch immer.

Ok, genug der schwachsinnigen Ironie. Das Gehype rührt wahrscheinlich daher, daß die Auswahl heutzutage zwischen 100x Folterschrott vs. 100x Home Invasion against 100x Zombiesplädda ziemlich mager bemessen ist, und man daher alleinig durch Schnarchtabletten mit Kunstfeeling, multiple Orgasmen erfährt. Dennoch bleibt "The Witch" für mich zumindest, leider nicht mehr als anspruchlose Gruselkost mit etwas zu viel Gejammer im Programm und allgemeiner Ereignislosigkeit. Als Drama aufgrund schwacher Charakterzeichnung und zuviel erzwungenem Geflenne genauso mittelmäßig wie als Horrorfilm. Als seichter Grusler gerade noch so brauchbar.


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