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Kill Your Friends (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 21.08.2015, seitdem 590 Mal gelesen



Die Musikindustrie fickt alles

Die Eröffnungen der letzten Jahre auf dem Fantasy Film Fest hatte es immer recht schwer, kamen nie uneingeschränkt gut an... Kill Your Friends ist aber eher ein Crowd Pleaser Richtung Abschlussfilm. Richtig kurzweilig, witzig, auf Drogentempo & dreckig. Wahrscheinlich nicht ganz so heftig & tiefsinnig wie die Buchvorlage, aber für etwas, was lange Zeit als unverfilmbar galt, ist das Ergebnis eine Granate. Eine versaute, düster-komische Granate ins Herz der verdorbenen Musikindustrie, Popkultur & im Endeffekt auch in unser aller Herz, der Leute die den Scheiss unterstützen & danach gieren.

Wir folgen im England Mitte der trashigen 90er, dem aufstrebenden, extrem ambitionierten A&R-Manager einer Plattenfirma Steve Stelfox, der nicht davor scheut, für beruflichen Aufstieg über Leichen zu gehen. Und dieser Scheisskerl & Ehrgeizling zeigt uns, wie durchgeknallt & skrupellos es hinter den Kulissen des Musikgeschäftes abgeht. "Kill Your Friends" rockt, ist eine wilde Mischung aus American Psycho, Wolf of Wall Street & Trainspotting. Nichts was man noch nie gesehen hat, sogar schon extremer & noch dunkler, aber trotzdem fühlt sich der Film frisch an. Manchmal tut der Film schlauer als er eigentlich ist, aber das stört wenig. Unterhaltsam, nicht nur die Musik von ODB bis Prodigy, von Rock bis Europop. Und für Kinder der 90er erst recht ein Knaller, den man nicht verlassen sollte!

Die Musik ist cool, der Look ist scharf, der Humor ist düster. Die Schauspieler? Sind auch klasse - Englisch durch & durch, aber ebenso sehr auf Drogen & durch mit dem Leben. Erfolg ist alles, Ahnung vom Job geschweige denn Stil oder Geschmack ist nicht das Ziel. Getötet wird trotz des Titels recht wenig, wenn aber doch, dann wird es sogar recht explizit. Und Rudi der deutsche Produzent war pures Gold & seine Szenen riefen mit das lauteste Gelächter im Saal hervor, dass ich je in einem Kino gehört habe. Richtig geil Moritz Bleibtreu! Aber auch Hoult unterstreicht nach Mad Max mal wieder sein Talent & ist kaum schlechter als sein Bruder im Geiste Di Caprio. Insgesamt ein geiler Auftakt, eine heiße Weltpremiere & ein Film, der nie alt wird, auch wenn er die 90s atmet, denn die Ellenbogen der Gesellschaft werden nicht stumpfer ;)

Fazit: der beste Eröffnungsfilm des Fantasy Film Fests seit Jahren & ein extrem unterhaltsamer Hochgeschwindigkeits-Trip durch die verfickte Musikindustrie!


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