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Kill Your Friends (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 21.03.2016, seitdem 138 Mal gelesen



Kill your Friends

Spoiler inside...

Kill your Friends ist ein lächelnder und netter Film für sorglose Leute, die gerne wilde Arschlöcher auf den gespreizten Leinwänden und gezerrten Flachbildschirmen dieser Welt - aus sicherer Distanz - ansehen wollen. Ich mag Filme wie Chopper(mit Eric Bana), Drecksau(mit McAvoy), American Psycho, The Wolf of Wall Street, Choke(die vielleicht bessere Palahinuk Verfilmung) und all die anderen bösen, zynischen, nicht ironischen Kotzbrocken der Film- und Literaturwelt. Selbstverständlich aus sicher Distanz.

Diese bösen Jungs kommen ursprünglich ja oft aus der Literatur. Und was habe ich John Niven gerne gelesen. Seine neueren, sehr ernsten Romane sind nicht so meins. Keine Frage; Niven hat spannenden Ekel und Gräuel drauf, aber so richtig fetzig waren eben nur seine bösen Zynikerschwengel a la "Gott Bewahre" oder eben "Kill Your Friends". Ein bisschen Interesse in Sachen britischer Musik sollte man schon mitbringen. Aber was rede ich hier. Jeder hat mindestens eine Scheibe folgender Bands im Schrank stehen; Oasis, Arctic Monkeys, The Clash, Florence and the Machine, Muse, Radiohead, Joy Division, Beatles, Spice Girls, Coldplay, Motörhead, Blur und wie sie eben alle heißen.

Ich selbst höre aktuell gerne die englische Punkband "Wire" und deren erste drei Alben(u.a. das rotzige Pink Flag) aus den 70ern, aber das ist eine andere Geschichte.

https://www.youtube.com/watch?v=eDEDP9BHJEU

Doch hinter all diesen Geschichten und Bands stehen Plattenlabels, Vertriebe, Manager und viele andere Punkte, die den Erfolg oder Misserfolg einer Band bestimmen und lenken - egal wie gut oder leidenschaflich die Musik auch ist. Wenn man damit kein Geld verdienen kann oder konnte - der Geist der 90er ist filmisch jederzeit spürbar -, dann mussten die Bands halt auch mal "gehen". Bei Radiohead oder Wilco(um mal über den großen Teich zu schiffen) fand ich das gut. Deren "KidA" und "In Rainbows" oder Wilco's "Yankee Hotel Foxtrot" wären ja nie so geil geworden, hätten die Bands sich nicht ständig gegen die Labels aufgelehnt - ein Ausnahmezustand, der heute allerdings nicht mehr so viel Zunder verspritzt. Deswegen könnte Kill your Friends - in Zeiten von Youtube & Co. - auch ein wenig antiquitiert wirken.

Kill Your Friends wurde vom ehemaligen A&R Manager John Niven nicht nur in Buchform gedacht, sondern auch in Drehbuchform gepasst. Das hat er richtig gut gemacht. Die hinterlistige wie Autobiographische Prämisse bleibt erhalten, die beißenden Dialoge und "vierte Wand"-Monologe sind gut verwoben, teilweise sehr köstlich und das ruchlose Treiben von Steven Stelfox(vor allem im O-Ton grandios; Nicholas Hoult) ist einfach sehr schelmisch, irre böse, witzig und auch ein wenig blutig. Nichts was den Fan von Ex Drummer oder American Psycho schocken würde, aber die "Entsorgung" einer Leiche sorgt schon für gute Vibes. Naja, zumindest dann, wenn man filmisch auch mal einen Schlag am moralisch korrekten Kopf verkraftet. Herrlich, wie hier Trends und Szenen vorgeführt werden. Man muss halt nur etwas genauer hin hören bei Hoult, der einfach mal so was genial agiert. Großartig.

"Stelfox" wäre sicher ein cooler Schriftzug für ein Tattoo auf einem Penis. Ich weiß auch nicht, wieso mir das jetzt hierzu einfällt. Ich glaube, dass es an dem fantstischen Auftritt von Moritz Bleibtreu liegt, der einen ganz besonders subtilen Song vorträgt. Irgendwas mit "Suck" und so nen Dicken oder irgendwie die Richtung halt. Ein großartiger Auftritt von Bleibtreu. Ich wünsche mir seit vorhin, genau diesen Haarschnitt zu haben.

Musikalisch wurden die "Fantasie"-Stücke gut inszeniert und klingen tatsächlich ungefähr so, wie man es vor Jahren in dem Roman gelesen hat. Und welcher Film kann bitte eine schlechter sein, wo der Protagonist weinend, berauscht und würgend in seiner Wohnung zu "Karma Police" von Radiohead zusammenbricht. Großes Schach Baby. Dame nach links, die Türme in Position und alle Gegner fallen. Stelfox ist ein übler Wahnsinniger, der ganz schön übers Ziel hinausschießt und kein Opfer auslässt.

Fazit...American Psycho goes Music! Niven orientierte sich schon immer an Easton Ellis(u.a. eben American Psycho) und Palahinuk(u.a. eben Fight Club) und das merkt man der bitterbösen und wirklich sehenswerten Verfilmung durch jeden Frame, durch jeden Song und durch jede Nase Stoff an. Ein romantisches Ding. Ich mag es, wenn auch mal das gute siegt. Oder doch nicht.

The pink flags were screaming...8.0


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