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Bite (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 13.01.2018, seitdem 82 Mal gelesen



In einigen Märchen kommt es vor, dass sich Tiere als verzauberte Menschen entpuppen, im Horrorfilm funktioniert das natürlich anders herum. Cronenbergs Remake von „Die Fliege“ stand Autor und Regisseur Chad Archibald deutlich Pate, denn das Make-up Department musste mit Sicherheit Überstunden schieben.

Während des Junggesellinnenabschieds auf Costa Rica wird die künftige Braut Casey (Elma Begovic) in tropischen Gewässern von einem Insekt gestochen. Kurz nach ihrer Rückkehr schmerzt der Biss zusehends, doch gegenüber ihrem Zukünftigen (Jordan Gray) versucht sie die Sache zu verharmlosen, welche schon bald groteske Züge annimmt…

Body Horror erfuhr speziell in den Achtzigern einen kleinen Höhepunkt durch die Trashschmiede Troma, in deren Filmen so manche Figur verätzt wurde oder schlichtweg geschmolzen ist. Casey macht indes eine Transformation vom Mensch zu einem insektenartigen Hybriden durch. Das beginnt mit Vereiterungen und schleimigem Erbrechen noch vergleichsweise harmlos.

Die ersten Minuten lassen zunächst befürchten, dass es mal wieder die wackelige Handkamera richten soll, die aneinander gereihte Schnipsel vom Badeurlaub präsentiert. Doch zurück in der Heimat, schaltet Archibald auf die herkömmliche Optik um und konzentriert sich voll auf die Metamorphose. Das lässt zwar nicht allzu viel Spannung aufkommen, zumal eine Intrige und der Verbleib der ungeliebten Schwiegermutter in spe erahnbare Entwicklungen annehmen, doch die dazugehörigen Effekte haben es teils in sich.

Als geneigter Zuschauer sollte man sich besser nicht mit der Nahrungsaufnahme beschäftigen, während Figuren erbrechen, Eiterbeulen aufplatzen, Haut bröselt, Schleim die Wohnung dekoriert und Hunderte von Eiern in selbiger eine beunruhigende Entwicklung durchmachen.
Nahezu alle Effekte sind handgemacht, das Make-up liefert herausragende Arbeit, aber auch das Set Design ist sehr stark.

Demgegenüber bleibt die Geschichte reichlich dünn, denn selbst die anfänglichen Metaphern in Sachen Frauenrolle, Schwangerschaft und Geschlechterkampf bleiben im Verlauf weitgehend auf der Strecke. Unerwartete Wendungen fehlen ebenso wie hintersinnige Pointen, wobei, ein, zwei Szenen nach dem eigentlichen Finale durchaus amüsieren.

„Bite“ gibt sich betont eklig, punktet mit überzeugenden Effekten und detaillierter Ausstattung, bleibt storytechnisch jedoch eher mau und vernachlässigt Suspense als auch ambivalente Charakterzeichnungen. Für Fans vom klassischen Körperhorror durchaus eine Sichtung wert, aufgrund der eher minimalistischen Ausarbeitung (fast nur ein Schauplatz, wenige Charaktere) im Gesamtbild nicht sonderlich abwechslungsreich.
5,5 von 10


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