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Creature - Die dunkle Macht der Finsternis (1985)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 08.02.2011, seitdem 762 Mal gelesen



Mit "Creature" spielen wir eine Runde "Alien" auf dem "Planet der Vampire" und das hat in den 80er Jahren eben Spaß gemacht, kompakter B-Fun, bevor man sich mit einer großen Dose Haarspray aufs Klo zurückzog, um die Schulterpolster zu stählen.
Hier wird nicht einmal versucht, Originalität vorzutäuschen, das ist von vorn bis hinten ein Rip-Off auf bekannte Vorbilder, vorzugsweise Ridley Scotts bahnbrechendes Meisterwerk, dessen Fortsetzung anno 85 schon in der Mache war.
Regisseur dieses Süppchens ist William Malone, der Scott schon vier Jahre zuvor mit "Syngenor" übelst beklaut hatte und der heute hauptsächlich als Regisseur des "Haunted Hill"-Remakes von sich reden machte. Hier allerdings kann man nur bedingt von Qualitätsarbeit sprechen.

Was nicht dafür spricht, sind Malones Drehbuchkünste, die zwar sehr freigiebig von Mario Bavas "Planet der Vampire" beeinflußt sind, aber sonst nicht eben inspirierend wirken, wenn man 90 Minuten voll bekommen will. Es gibt sicherlich dümmere Filme, wo die armen Pappschachtelcharaktere dämlichere Sachen absondern müssen, aber wirklich folgerichtig intelligent darf sich hier keiner benehmen - dazu mangelt es auch an einer eigenständigen Geschichte.

Zunächst mal proben wir den Mehr-Etappen-Einstieg und lassen ganz klassisch eine Wissenschafts-Konzern-Expedition was Übles auf dem Saturnmond Titan finden. Was das ist, sehen wir nicht, aber der letzte Überlebende steuert seine Raumsemmel anschließend taktisch klug getarnt erstmal in eine riesige Raumstation nah der Heimat. Kaboom!!! Das macht natürlich jeden Kapitalisten erst so richtig fuchsig, also starten zwei Konzerne ein flottes Wettrennen zum Fund. Die Amis machen das Rennen scheinbar, wobei das Konzerngroßmaul den Raumer bei der Landung schon in den Arsch fahren läßt und die gemischtgeschlechtliche Crew alles tut, nur kein Profil entwickeln. Doch die Deutschen (uijuijui...) sind schon da, ihr Raumschiff jedoch verlassen und in der rauchumflorten, spinnenwebenverhangenen (?) Außenkulisse finden sich viele zylindrige Kapseln - ein außerirdischer Transport offenbar.

Während die Rauschgoldblondinen und die gesichtslosen Testosteronschleudern in der Folge nacheinander einem alienartigen Feind zum Opfer fallen, der irgendwie (meistens über einen blutigen Gesichts/Hirn-Klumpen) seine menschlichen Opfer übernimmt, taucht dann zur Freunde aller auch noch Onkel Klaus auf, der sich totenkopfstrahlend als Hans-Rudi Hofner vorstellt, woraufhin alle purzelnd vom Sofa fallen. Kinski, dem zu seinem Ableben nicht mehr viele Filme fehlten, ist in strahlender Form und erhellt den Film mindestens um 15 Watt in jeder seiner sparsamen Szenen, hat aber nicht mehr als eine mittelprächtige Nebenrolle zum Sich-Verdächtig-Machen.

In der Folge will man natürlich von dem rauchigen Felsen verschwinden, aber dazu muß man natürlich Teile des einen Raumschiffs ins Andere einbauen, was ausgiebig Gelegenheit gibt, draußen rumzurennen, zu verschwinden, wieder aufzutauchen und sich dann dolle verdächtig zu machen, was ca. 80 Prozent der Laufzeit ausmacht. Der Rest besteht aus Kinski und einigen flüssig-spritzigen Gore-Szenen, die bis heute der FSK offensichtlich als zu extrem vorkamen, was jedoch mehr als rätselhaft erscheint.
Und als sei es dem Klau noch nicht genug, gibt es später auch noch die berühmte Gitterfalle aus Hawks "The Thing" zu bewundern, ganz offen entliehen, denn einer der Astronauten erinnert sich an den berühmten Alienkracher...

Warum der Film zur Zeit seines Erscheinens so überraschend viel Kasse machte, liegt wohl an seiner stabilen Atmo, seinen mehr als ordentlichen Bauten und den guten Spezialeffekten und Weltraumszenen, nur das mangelhafte Drehbuch, das immer wieder in sich selbst zurückläuft und aus seinem Potenzial (Alienzoo, alle sind verdächtig, Kinski lächelt) leider nichts Erinnernswertes destilliert. Malone ist offenbar ein Mann mit Liebe fürs Detail und zitiert fleißig aus den Klassikern der großen, epischen 50er, allerdings hätte er sich auch noch um ein paar charismatischere Gesichter bemühen können, denn hier ist wirklich schwer zu entscheiden wer "final boy and/or girl" sein soll, weil alle gleich nichtssagend erscheinen. Am ehesten bleibt noch Diane Salinger im Gedächtnis, die als Wachamazone vom Dienst samt Knarre zu Beginn am lautesten schweigt und am grimmigsten guckt und ganz dolle wohl den "Androiden an Bord" darstellen soll, allerdings verschwindet sie zur Halbzeit blitzartig, um dann als Kastenteufel plötzlich wieder im Finale aufzutauchen und dann plötzlich doch Dialoge abzusondern.

Mit seinen POV-Shots aus Alienperspektive und seinen Creature-Effekten, die so dunkel aufgenommen wurden, daß man wirklich selbst das Mini-Budget verschleiern konnte, wäre "Creature" ein Kandidat für einen flotten B-Abend, wenn nicht nach einer Dreiviertelstunde überdeutlich offenbar wird, daß man hier nicht mehr erwarten kann als einen langsamen Bodycount, bei dem alle Überlebenden nach jedem Toten sämtliche Pläne wieder umwerfen und ganz von vorn anfangen, ohne daß der Plan dabei sinnvoller oder schlüssiger geworden wäre, lebendig von diesem Felsen zu verschwinden.
Letztendlich doch eher bis zur Hüfte in Langeweile steckend: 4/10!


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