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Macht des Schwertes, Die (1993)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 04.11.2007, seitdem 814 Mal gelesen



„Butterfly & Sword“ ist ein starbesetzter New Wave Kung Fu Film, der unter dem Titel „Die Macht des Schwertes“ auch den Weg nach Deutschland gefunden hat. Der Film setzt dabei in erster Linie auf das Markenzeichen des Regisseurs und Action-Choreographen Ching Siu-Tung: fliegende Schwertkämpfer und schnelle Klingen!

Als Vertreter des fantastischen Kung Fu Films zu Beginn der 90’er Jahre lässt sich auch „Butterfly & Sword“ in die Riege der populären Vertreter einreihen, die damals zur Wiederbelebung des in den 80’ern weitestgehend tot geglaubten Fantasy-Swordsplays führten. Eng verknüpft mit diesen Filmen ist ein Mann namens Ching Siu-Tung, der wie kein anderer dem modernen Schwertkampffilm seinen Stempel aufdrückte. Mit Filmen wie Moon Warriors, Swordsman oder eben diesem Film wurde sein Stil des leichtfüßigen Schwertkampfes, ohne Rücksichtnahme auf die Gesetze der Schwerkraft, wieder äußerst beliebt - bis in die Gegenwart.

Vier Freunde die als Kinder zusammen aufgewachsen sind und alles geteilt haben, kämpfen Jahre später als Schwertkämpfer im Dienste eines Eunuchen. Die Anführerin Schwester Ko (Michelle Yeoh) verspricht dem sterbenden Eunuchen auch seinen letzten Feind aus dem Weg zu räumen. Ko beschließt ihren Kameraden Bruder Sing (Tony Leung) im Quartier des Widersachers einzuschleusen. Dieser plant ein großes Kampfsportturnier, bei dem sich Sing die Gunst des Feindes erschleichen soll…

Die Handlung des Filmes ist wie bei vielen Genrevertretern simpel gehalten. Im Mittelpunkt stehen erwartungsgemäß die Machtspiele zweier verfeindeter Parteien und hinterlistige Tricks, die für den einen oder anderen Plottwist sorgen sollen. So wundert es wenig dass am Ende der Eunuch ganz eigene Pläne verfolgt und seine Untergegebenen wie Marionetten für sein gemeines Spiel benutzt.
In „Butterfly & Sword“ spielt aber auch die Liebe eine zentrale Rolle. Schwester Ko ist schon seit geraumer Zeit in Bruder Seng verschossen. Der liebt aber die hübsche Butterfly (Joey Wang). Der Vierte im Bunde Bruder Yip Cheung (Donnie Yen) ist hingegen wieder in Schwester Ko verliebt, erfährt aber das Sie Gefühle für Bruder Seng hegt.

Die sehr verworrene Personenkonstellation und die Beziehung der Charaktere zueinander, wird durch den hektischen Erzählfluss nicht gerade begünstigt. Die Handlung hetzt von einer Szene zur Nächsten, so das oftmals nicht ganz klar ist wie die Figuren gerade zueinander in Beziehung stehen. Wer das Vergnügen hat sich dem Film im Original anzusehen, dürfte noch größere Probleme haben der Geschichte zu verfolgen. Es ist ja eigentlich lobenswert, das Regisseur Michael Mak bemüht ist etwas eigenständiges zu Erzählen, wenn dann wie in diesem Fall allerdings am Ende keiner mehr durchblickt, hat es genau den umgekehrten Effekt.
Die komplizierte Konstellation zwischen den prominenten Hauptdarstellern ist also gleichzeitig Fluch und Segen für den Film. Es ist zuerst natürlich einmal positiv anzurechnen das dieses Handlungselement etwas vom eintönigen Ränkespiel ablenkt und durch seine schönen und ruhigen Bilder zu bestechen weiß. Auch abseits des Schlachtfeldes, in den wenigen gefühlvollen Momenten, hinterlässt der Film ein sehr stimmungsvolles Bild, was immer wieder an den verspielten Charme anderer großer Fantasyfilme dieser Zeit erinnert. Dank des gefühlvollen Soundtracks sind Bilder und Musik sehr gut aufeinander abgestimmt.

Was in jedem Fall für „Butterfly & Sword“ spricht ist die herausragende Riege an Darstellern die für den Cast verpflichtet werden konnte. Da hätten wir zunächst einmal die bezaubernde Michelle Yeoh, bekanntermaßen eine der wenigen Darstellerinnen die sich auch im Hongkong Actionkino bestechen konnte. Gleichzeitig versprüht die malaysische Schönheit aber auch ihren weiblichen Charme, kein Wunder das sie ein paar Jährchen später als Famme Fatale für James Bond: Tommorrow Never Dies engagiert wurde.
Tony Leung (Hero) spielt die zweite gewichtige Hauptrolle an der Seite von Michelle Yeoh und gefällt genauso wie die hübsche Joey Wong (A Chinese Ghost Story). Zu sehen ist auch Martial Arts Experte Donnie Yen (In the Line of Duty 4, Iron Monkey), der sich zwar hier mit einem kleineren Part begnügen muss, in seinen Szenen aber zu Überzeugen weiß.

„Butterfly & Sword“ zieht seine Faszination vor allem aus spektakulären Kämpfen in luftiger Höhe und reichlich Effektgetöse. Der Film ist daher eher im Fantasy-Genre anzusiedeln, also bei Wuxia-Filmen die auf wahren Sagen und Legenden beruhen. Stilistisch gibt sich dieser Genrebeitrag wie eine Mischung aus A Chinese Ghost Story und dem ersten Teil der Swordsman-Reihe. In gewisser Weise vereint er sogar die Stärken beider Filme in einem Gesamtwerk: Die Magie und Effekte aus Chinese Ghost Story und die packenden Schwertkämpfe aus Swordsman. Das bedeutet also das viele Szenen fernab des Erdbodens ausgefochten werden soll und nicht so realitätsverbunden ausfallen wie in anderen Filmen dieser Zeit. Die kämpfenden Darsteller sind allesamt keine Neulinge im Bereich der Martial Arts, weshalb es auch nicht wundert dass alle Kampfszenen zu überzeugen wissen. Wirklich Außergewöhnliches gibt es zwar nicht zu sehen, durch die gute Choreographie ist das Gezeigte aber trotzdem sehenswert. Wers etwas blutiger mag kommt dank einiger Gore-Szenen ebenfalls auf seine Kosten. Es werden im Verlauf der Handlung schon mal die Ein oder Anderen Gliedmaßen abgeschlagen und das Blut spritzt fontänenartig aus den Körpern. Diese Gewaltdarstellung ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und manchmal auch aufgesetzt, dafür aber immerhin ganz ordentlich umgesetzt.
In punkto Choreographie kann man Siu-Tung keinen Vorwurf machen, wohl aber in der Schnittarbeit. Ein Schwachpunkt des Filmes der immer wieder ersichtlich wird ist die hohe Bilderflut im Staccato-Stil. Man kann der hohen Schnittfrequenz nur schwer folgen, besonders die brillant inszenierten Swordsplay-Duelle leiden merklich unter der schludrigen Arbeit, die am Ende nur bewirkt das der Film unter 90 Minuten Spieldauer bleibt.

Fazit:
Gelungene Mixtur aus Chinese Ghost Story und Swordsman, die leider etwas über die hektische Inszenierung und verworrene Handlung stolpert. Dank der gelungenen Choreographie von Ching Siu-Tung und des erstklassigen Darstellerensembles aber dennoch zu empfehlen, wenn auch nicht ganz die Klasse anderer Filme aus dieser Ära erreicht wird.


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