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Clay Pigeons (1998)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 02.06.2002, seitdem 854 Mal gelesen



Ein feiner, kleiner, pechschwarzer Film, der hier mit einer sich immer weiter aufbauschenden leichenreichen Geschichte aufwartet. Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist Phoenix Clay, der in einem flachlĂ€ndischen WĂŒstennest in eine mörderische AffĂ€re schlittert, als erst sein Freund den eigenen Selbstmord auf ihn lenkt und spĂ€ter die nun verschmĂ€hte Ehefrau ihm die nĂ€chste AffĂ€re rittlings beim Sex vom RĂŒcken pustet. Schön schrĂ€g und tiefschwarz die Chose, die besonderen Gehalt bekommt, als auch noch Vince Vaughn als Cowboy-Serienkiller eine Schneise in die Landschaft schlĂ€gt und Clay von einer FBI-Agentin als möglicher TĂ€ter festgesetzt wird, wĂ€hrend der wahre Killer sich daran macht, ihm ein "Alibi" zu besorgen.

Endlich wird mal nicht so sehr auf verquere Bilder oder besonders viel Tarantino gesetzt, sondern einfach eine finster-ironische Geschichte erzĂ€hlt, die kaum komische Bilder, dafĂŒr aber eine Menge schwarzhumoriger Wendungen hat.
Außerdem handelt es sich durchgehend auch um einen Schauspielerfilm, der mit mehr als beachtlichen Leistungen aufwartet. Phoenix' Clay ist nicht einmal ein echter Verlierer, sondern ein seine wenigen Chancen nutzender Everyman, der mit den Gegebenheiten leben muß, stets aber nur reagieren kann, statt zu agieren. Unverdrossen beseitigt er die Spuren, doch sein Innenleben leidet deutlich. Dagegen malt Vaughn ein noch viel bunteres Bild: ein Serienmörder, von dem man nicht weiß, ob er nun besonders clever oder sehr kindisch ist - eine nicht auslotbare Untiefe, die oft hirnlos vor sich hinlacht und pubertĂ€re Scherze macht, aber zu komplexen ZusammenhĂ€ngen befĂ€higt ist, wenn es um seine Taten geht. Georgina Cates Amanda ist ein hinreißend mieses Weib, wĂ€hrend Garofalo die befĂ€higte FBI-Agentin aus dem Hollywoodhandbuch gibt.

Mit ihrer Ankunft in der zweiten HĂ€lfte wird's dann zwar zunehmend konventioneller, doch die Scherze auf Kosten des amerikanischen Landvolks (allen voran ein Hirni-Hilfssheriff) halten das Schiff auf Kurs und das leicht angezogene Tempo am Ende versöhnt wieder, wenn auch der Schluß mal von anderer Sorte ist, als man das erwarten möchte. Wer also fĂŒr finster-heitere 90 Minuten mal wieder Möge hat, sollte ruhig mal Tontauben schießen, es könnte ein Treffer sein. (7/10)


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