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Neon Demon, The (2016)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 30.10.2016, seitdem 351 Mal gelesen



iHaveCNit: The Neon Demon (2016)

Nicolas Winding Refn ist ein regelrecht visueller Style-Fetischist, aus dessen Filmografie ich bisher nur „Bronson“ und „Drive“ gesehen habe. Dieser „visuelle Style-Fetischismus“ wird nun bei „The Neon Demon“ regelrecht auf die Spitze getrieben. Hauptschauplatz für seinen neuesten Film ist das Modellbusiness in Los Angeles.

Es geht um die junge Jesse, die als aufstrebendes Model nach LA zieht und nach ihrem ersten Shooting die Make-Up-Stylistin Ruby kennenlernt und von ihr mit den beiden Models Sarah und Gigi bekannt gemacht wird. Durch die junge, naive, unerfahrene Art und natürlicher Schönheit von Jesse erkennen Sarah und Gigi in Jesse eine Bedrohung, während Ruby eine Obsession zu ihr entwickelt.

Als was kann man nun den Film bezeichnen ? - Ich würde den Film als Psychothriller bezeichnen. Die visuellen Schauwerte des Films sind enorm und und entwickeln eine abnormale, bizarre Sogkraft. Die künstlerische Darstellung von Nekrophilie, Kannibalismus und der Obsession nach Perfektion sind anziehend und abstoßend zugleich – so dass einige Darstellungen extrem derb geworden sind.Viele Kameraeinstellungen sind richtige Kunstwerke, die für sich selbst ein Meisterwerk sind. Der Soundtrack von Cliff Martinez dazu sorgt für eine absolut übertriebene musikalische Untermalung, die den ganzen Film als audiovisuellen Rausch sehr herausfordernd und anstrengend werden lässt. Bei all dem ganzen Stil muss man sich fragen – wo steckt die Substanz des Films ? Das Modellbusiness weltweit strotzt nur so vor Oberflächlichkeit und einem abgefahrenen Konkurrenzkampf, der auch hier perfekt integriert wird und absolut unerbittlich gezeigt wird. So oberflächlich das Modellbusiness ist, so oberflächlich bleibt der Film und seine Charaktere auch – was die Wirkung des Films und seine Atmosphäre nur noch erschreckender und authentischer werden lässt. Leider drückt sich das auch im Hauptcharakter aus. Die junge, natürlich schöne, naive, unerfahrene und durch ihre Unsicherheit leicht arrogante Jesse muss sich als Hauptprotagonistin leider hinter dem „Driver“ aus „Drive“, aber vor allem hinter „Charles Bronson“ aus „Bronson“ anstellen.

So bleibt ein audiovisueller, erschreckend derber und oberflächlicher Rausch zurück, der trotz emotionaler Distanz noch lange nachhallen kann.

„The Neon Demon“ - „My First Look“ - 8/10 Punkte


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