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Rumble in the Bronx (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 03.08.2005, seitdem 1207 Mal gelesen



John Woo („Hard Target“, „Broken Arrow“) war längst da, dass weitere Hongkong-Stars den Lockrufen Hollywoods nicht wiederstehen würden können, war auch klar. Jackie Chan hatte bereits in den Achtzigern zaghafte Versuche in die Richtung („The Cannonball Run“, „The Protector“) unternommen, sich aber nie zum Sprung überwinden können. Ein Grund war wohl auch die damalige Kinolandschaft, die noch ganz besessen vom sprücheklopfenden Machokino im Grunde gar keinen Platz für ihn bot, beziehungsweise ihm die Zeit ließ, sich diesen Platz zu erkämpfen. Anfang der Neunziger verschwand diese Art von Filmen leider (man kann es nicht oft genug betonen) dann. Grund genug einen erneuten Versuch zu unternehmen und sich damit auch an die amerikanischen Kinokassen zu wagen. Der Erfolg stellte sich überraschend ein und zwei Jahre später gab Chan sein Hollywooddebüt mit „Rush Hour“.

„Rumble in the Bronx“ richtet sich schon sehr deutlich an das westliche Publikum, was sich in der Inszenierung des Films deutlich wiederspiegelt. Regisseur Stanley Tong („China Strike Force“, „The Myth“), der nur wenig später den katastrophalen „Mr. Magoo“ ablieferte, hatte schon im Vorfeld oft genug mit Jackie Chan zusammengearbeitet und liefert einen zwar weitestgehend attraktiven Actionfilm ab, die spektakuläre Rasanz des Hongkong-Kinos wird hier allerdings nie erreicht. Vermutlich hatten die Film-Versicherungen am Set auch ein Wörtchen mitzureden, denn so risikofreudig wie in Hongkong ist man in Amerika längst nicht.

Der Plot war bei Jackie Chans Filmen fast immer eine Nebensache, denn im Grunde lebten Streifen doch von der Action und den damit verbundenen akrobatischen Einlagen ihres Stars. Daran ändert sich auch bei „Rumble in the Bronx“ nichts. Mit dem Unterschied, dass die wirklich dünne Geschichte von Edward Tang (ebenfalls ein langjähriger Wegbegleiter Chans) hier negativ auffällt, weil die dosierte Action es nicht völlig herausreißen kann.

Keung (Chan) besucht seinen Onkel in New York, der eine schwarze Frau heiratet (Achtung, Kulturclash!) und dafür seinen Laden aufgibt. Als die neue Besitzerin sich als gar nicht mal so unattraktiv herausstellt, beschließt Keung seinen Aufenthalt zu verlängern und legt sich alsbald nicht nur mit einer Rockergang, sondern auch zwielichtigen Gestalten in schwarzen Anzügen an, die einer Ladung Diamanten hinterhergieren und ihm immer wieder über den Weg laufen.

Vor allem in der Nacht hat Tong seinen Spaß daran die Bronx in eine urbane Welt zu verwandeln, in der sich vielleicht höchstens noch ein Eric Draven oder eben Jackie Chan auf die Straßen trauen würden. Der Kontrast zum helllichten Tag könnte jedenfalls nicht größer sein und seine nicht immer für ihn mit heiler Haut endenden Konfrontationen häufen sich doch. Tagsüber dominiert noch zu Beginn mehr die Komik, wobei allzu alberne Slapstickeinlagen dankbar vernachlässigt werden.

Chan gibt wie üblich sein Bestes. Er wirbelt nur so durch den Film, verhaut die bösen Jungs und ist sich für keinen halsbrecherischen Stunt zu schade. Wie die Outtakes des Abspanns übrigens beweisen, brach er sich tatsächlich den Knöchel und drehte mit Gips und Turnschuhattrappe weiter. Die unglaublichen, atemberaubenden Momente seiner Hongkong-Klassiker sucht man allerdings vergebens, wobei die Amokfahrt des Luftkissenboots und das Stoppen desselbigen mit Lamborghini und Schwert schon sehenswert sind.

Ansonsten begnügt sich „Rumble in the Bronx“ mit seiner Mittelmäßigkeit. Jackie Chan hat das Herz am rechten Fleck und versucht es allen, insbesondere einem Kind im Rollstuhl, möglichst recht zu machen, manövriert sich wegen seiner Gutherzigkeit immer wieder in die Bredouille, kann dann flugs final aber alles zum Guten bewenden. Wobei der Plot sich da dann auch alles so einfach wie möglich macht und etwas überhetzt sein Ende findet.


Fazit:
Nur aufgrund der gut inszenierten, aber im Vergleich zu Hongkong, harmlosen Actioneinlagen reicht es hier knapp über den Durchschnitt. Das dünne Skript ist für den Popo, die Darsteller meist sympathisch, aber unauffällig und Vancouver, das die Bronx darstellen soll, auch mal eine etwas andere Location. Für Chans Gesamtwerk allerdings nur aufgrund der Tatsache, dass er hiermit den Grundstein für seine U.S. – Karriere legte, wichtig.


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