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Toni Erdmann (2016)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 13.08.2017, seitdem 68 Mal gelesen



Unvoreingenommen und ohne jedwegen Hintergrund habe ich mir den Film in seiner voller Lauflänge von 2,5 h angeschaut und kann die Lobeshymnen nicht ganz nachvollziehen.
Im Kern hat Toni Erdmann wenig Substanz und streift verschiedene Genre-Elemente, was mal gut mal weniger gut gelingt.
Der Film ist für mich kein richtiges Drama, keine Satire oder Komödie. Vielleicht will er sich das auch nur offen halten, schafft es dadurch aber nicht den Zuschauer bei Laune zu halten. Ich habe mich schon über die 2,5 h teils gequält, weil sich weder die Geschichte, noch die Charaktere weiterentwickelt haben. Nach 1:15 h Laufzeit (gefühlte 2h) dachte ich,ok,dann hat der Spuk jetzt ein Ende, es wird schon Leute geben, die dem Film mehr abgewinnen können. Dann dreht der Film aber etwas und schafft es mit Aufs und Abs gerade in der letzten halben Stunde eine solide Leistung abzulegen.
Im Kern geht es um eine sich entfremdende Vater-Tochter-Beziehung, die der Vater wieder kitten möchte und sich eines Alter Ego bedient, um sich ihr zu nähern. Dabei ist nichts dramatisches vorgefallen, dass Leben nahm einfach seinen Lauf. Kinder werden älter und müssen karrierebedingt auch mal länger weg, Eltern lassen sich scheiden und wollen die vergangen Zeiten gerne aufrecht erhalten.
Dramaturgisch hält die Story nichts aufregendes parat. Was zu einem gut ist,da sie sich keiner Klischees bedient, aber dadurch für etliche Längen sorgt.
Kommen wir aber zu den Stärken des Films, ganz klar sind es die beiden Hauptdarsteller, welche
einem zum großen Teil an dem Film festhalten lassen. Die Figur des Vaters sowie die der Tochter sind grandios gespielt.
Dann hat der Film 3 starke Szenen, leider erst gegen Ende.

Spoiler Anfang:

Es geht dabei um den Nacktempfang, welcher inhaltlich natürlich für die Akzeptanz seitens der Tochter gegenüber der Lebenseinstellung Ihres Vater steht und zeigt,dass auch ein bisschen von ihm in ihr steckt.
Dann kurz darauf die Umarmung mit Ihrem Vater in seinem Bigfoot ähnlichen Kostüm.
Und final , die Endszene, in der Vater und Tochter doch kurz über ihr Lebenswertes sprechen.
Der Vater erklärt,dass er sich immer an die Momente aus Ihrer Kindheit erinnert und diese gerne einfangen möchte, aber dass man das immer erst später erkennt,dass so ein Moment geschah.
Die „biedere“ Tochter nimmt sich den Zahnscherzartikel Ihres Vaters (Den er im ganzen Film 20x mal einsetzt) und zieht sich einen „Hut“ auf. Der Vater muss lachen und die Tochter auch und er erkennt so einen Moment und möchte ihn diesmal festhalten. Hat aber keine Kamera und rennt los, um eine zu holen. Daraufhin erkennt die Tochter mehr die Lächerlichkeit ihrer komödiantischen Einlage ,aber die Lustigkeit und legt die Maskerade wieder ab. Streng ins Leere blickend endet der Film und will wohl damit Aussagen, dass solche Momente wie der heilige Gral sind, man kann sie nicht festhalten, sondern nur erleben und hoffen sie später als solche zu erkennen und sich gerne zurück daran zu erinnern . Erkennt man sie sofort, dann soll man sie einfach erleben.
Nun, die Erkenntnis des Vaters und seine Mainstream-Reaktion , die Kamera zu holen , passen nicht zu seinem vorher gezeigtem Charakter. Er wäre eher derjenige gewesen,der den Moment erlebt hätte. Aber so ist der Ausgang für den Zuschauer dramatischer.

Unter Strich ist der Film zu lange geworden, einige Szenen sind völlig unnötig, wie die Szene im Hotelzimmer zwischen der Tochter und ihrem Kollegen. Es soll eine Machtdemonstration darstellen,welche oft Menschen in diesen Postion nachgesagt wird, da sie oft selbst einstecken müssen und ein Ventil brauchen. Bzw. Ihr Charakter oft Szenen hat, wo sich unter Wert verkaufen muss. So was ist bekannt, und ist gar nicht das Problem, mit dem sich der Film beschäftigen will, deshalb wirkt die Szene deplaziert und bringt keinen Charakter näher oder voran. Einzig wird erkennbar,dass der Film keinem gradlinigem Genre folgen will.

Spolier Ende.

Kein Meisterwerk. Vieles wirkt zu aneinandergereiht. Ein paar starke Szenen und sehr gute Darsteller, lassen den Film erträglich über die 2,5 h bringen.

5 von 10 Punkten


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