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Phantasm: Ravager (2016)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 19.06.2017, seitdem 227 Mal gelesen



Reggie Bannister – seit nunmehr 37 Jahren auf der Jagd und auf der Flucht. Vor fast vier Jahrzehnten kam er: der Tall Man. Ein Shapeshifter und Dämon. Er plündert die Friedhöfe und versklavt die Toten. Sein Ziel: die Ausrottung der Menschheit und die Übernahme seiner Paralleldimension. Mit PHANTASM: RAVAGER, dem fünften Teil der Horrorsaga, soll die Reihe nun zu einem Ende gebracht werden. Kein leichtes Unterfangen für einen Film, der nie eine Handlung hatte, sondern nur fixe Elemente: den Tall Man, das summende ...

Als B-Movie erblickte Teil 1 1979, im selben Jahr wie Ridley Scotts ALIEN und Fulcis WOODOO, das Licht der Welt. Trotz niedrigem Budget erlebte man ein kryptisches, wenngleich stimmungsträchtiges Schauermär, das mit seiner düsteren Atmosphäre in den Bann schlug. Fast zehn Jahre später und mit sichtlich mehr Budget ausgestattet erreichte uns Teil 2 1988 als poppiger, aber ebenso finsterer Horrorschocker. Die Story wurde erweitert. Ein paar offene Fragen wurden beantwortet. Es sind die beiden ersten Filme, die wohl am meisten zum Kult um DAS BÖSE, unter welchem Titel er in Hildes wilder Horrorshow auf RTL Plus lief, beitrugen. Mit Teil 3 (1994) folgte ein effektreicher Splatterfilm. Mit Teil 4 (1998) ein effektarmer, krampfhafter Versuch, den Plot rational weiter zu spinnen.

PHANTASM ist auch die Geschichte eines Familienunternehmens. In allen Filmen stand die gleiche Crew auf der Matte, angefangen bei Regisseur Don Coscarelli (BUBBA HO-TEP, JOHN DIES AT THE END), bis hin zu Oberbösewicht "Tall Man" Angus Scrimm, für den die Rolle des grimmigen, außerirdischen Leichenbestatters, mit welcher er so unzertrennbar verbunden ist wie Robert Englund mit der Figur des Freddy Krueger, zum Lebenswerk wurde. Allein die Tatsache, dass die Namen der Hauptcharaktere den realen Namen der Darsteller entsprechen (siehe Reggie Bannister), zeigt schon wie familiär und klein das Projekt zu Beginn war. Es spiegelt aber auch auf abstrakte Weise das Wesen der Filmreihe wider, welches stets zwischen Realität und Fiktion pendelt.

In Teil 5 gibt Regisseur und Drehbuchautor Don Coscarelli das Zepter der Regie aus der Hand und begnügt sich als Produzent. Auf dem Regiestuhl sitzt nun der Horror-unerfahrene David Hartman (TRANSFORMERS PRIME) und tritt ein schweres Erbe an. Seine Aufgabe ist undankbar, ja unlösbar. Die Saga will zu Ende gebracht und vor allem die Fangemeinde besänftigt werden. Bei einer Horrorreihe mit einer derartigen Kragenweite – uff!

Zurück zum Anfang: Reggie Bannister – immer noch auf der Jagd und auf der Flucht. Mitten in der Wüste hat er eine Autopanne. Die fliegenden Silberkugeln sind hinter ihm her. Eine weibliche Begleiterin schließt sich ihm an. Endlich trifft er auf Mike, den Jungen, mit dem er damals aus diesem dem Untergang geweihten Kleinstadtnest Reißaus genommen hatte. Mike, mittlerweile erwachsen. In Teil 3 vom Tall Man umgepolt und mit Sphere im Kopf. Kann Reggie Mike trauen?

Gleich zu Beginn des Films wird ersichtlich: es war kein Budget da. Viele mittelprächtige CGIs deuten darauf hin, dass der Filmreihe der Sprung ins digitale Zeitalter alles andere als geglückt ist. Dennoch macht RAVAGER so einiges richtig. Zum Beispiel, dass er nicht versucht zu Erklären und Aufzulösen. Die Frage "Was ist Fiktion, was Realität?", die vor allem im ersten Teil über allem schwebte, wirkt präsenter denn je. Reggie wird zwischen verschiedenen Realitäten hin- und hergerissen. Gerade noch als Krieger und Frauenschwarm im Kampf um die Erde, findet er sich plötzlich im Altersheim auf der Sterbestation wieder. Was Teil 5 toll macht, ist, dass er die Filmreihe zurück zu ihren Wurzel, zu einem Kampf auf mentaler Ebene führt. Für Hauptdarsteller Angus Scrimm war es der letzte Film. Er starb nach den Dreharbeiten im Alter von 89 Jahren als Horrorlegende. Sein "Boooyyy!"-Ruf bleibt unvergessen.
Als Fan der Filmreihe wird man befriedigt und enttäuscht zugleich. Es gibt ein Wiedersehen mit dem Plymouth Barracuda und der vierläufigen Schrotflinte. Dieses Wiedersehen tut gut, auch wenn es inhaltlich nicht weiterbringt. Dennoch fühlt man die PHANTASM-Reihe stimmig abgeschlossen.

Fazit:
Nur für Fans der Reihe und für Leute, die mit der Materie vertraut sind. Für eben diese aber unumgänglich.


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