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Ultimate Justice (2016)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 12.01.2018, seitdem 92 Mal gelesen



Der deutsche Actionfilm als Widerspruch in sich, der seitens der gemeinen Kinoöffentlichkeit a) so gut wie gar nicht stattfindet, und wenn dann einmal geschehen b) kaum Zuspruch und so keine weiterführende Unterstützung des Publikums findet, wenn man sich denn das letzte prominente Beispiel Tatort: Off Duty ( oder Schutzengel) so ansieht. Entsprechend dessen und das auch schon länger so dauernd und dort auch vereinzelt passierend muss es die Amateur- bzw. die Independentszene ausbügeln und mit von vornherein beschränkten Mitteln, vor allem die des reduzierten Budgets, dafür allerdings mit mehr Herzblut und Eifer bei der Sache richten. Treibende Kraft diesbezüglich war in den letzten Jahren v.a. der auch international (als Stuntman) aktive Mike Möller, der sich als Darsteller für Kampfszenen einen kleineren Ruf in der entsprechenden Gemeinde gemacht hat und im Ausland (im Gefilde von anderen Artgenossen wie Die Fighting, Beyond Redemption oder Unlucky Stars) durchaus registriert wird. Lokal natürlich nicht:

Als während der Befreiung einer Geisel durch die privat angeheuerte Schutztruppe VME (=Vivere militare est = Zu leben heißt zu kämpfen.) diese zwar trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren gelingt, dabei aber das langjährige Teammitglied  Thomas Brenner  [ Mathis Landwehr ] getötet wird, entscheidet sich  Gustav-Ferdinand 'Gus' von Behren [ Marc Dacasos ], neben Oberstleutnant Hans-Georg 'Commander' Sturm [  Wolfgang Riehm  ] Gründer und Teilhaber der Firma, diese gegen gutes Geld aufzulösen, wozu er Sturm auch überredet. Fast eine Dekade später werden der nunmehr gutsituierte Sturm und seine junge Frau  Michaela [ Sandra Tauro ] überfallen, sie vergewaltigt und getötet, und die kleine Tochter Annika gekidnappt. Der verletzte Sturm bittet Gus um Hilfe, der entgegen seinen Willen auch die alte Truppe, darunter u.a. den nunmehrigen Frittenverkäufer  Frank Radowsky [ Matthias Hues ], den Bierwirt Joachim 'Joe' Weller [ Mike Leeder ], Tankwärter  Benjamin 'Benny' Scholz  [ Mike Möller ], den gerade gefeuerten Polizisten  Heinrich 'Henry' Stelle [ Henry Muller ], Computergenie  Florian 'Flo' Weisshaupt  [ Martin Baden ] und Mönch Andreas 'Doc' Clemens [ Brandon Rhea ] als Folterexperten reaktiviert.

Möller hat nach langen Hin und Her und einer grundlegenden Veränderung der ursprünglichen Idee und bereits angefangenen Produktion den Arena of the Street Fighter a.k.a. Urban Fighter (2013) als Regisseur und Autor und eben in der Hauptrolle gestemmt; wobei die Hintergrundgeschichte wahrscheinlich interessanter ist als das fertige Ergebnis. Alsbald darauffolgend kam der gar eine eventuelle Fortsetzung nach sich ziehen sollende One Million K(l)icks (2015), sowie auch nach weiterer Dauer der vorliegende Ultimate Justice, welcher immerhin erschienen, und nicht wie bspw. Atomic Eden irgendwo in der Versenkung von Kuwait abgängig ist. Ultimate Justice selber – ein internationaler Titel, wenn bzw. da auch universell gehalten, ist für die Vermarktung schon mal Pflicht – hat dabei als Erstes und Entscheidendes für den Verkauf in westliche Gefilde auch ein nachhaltig bekanntes Gesicht, ist doch mit Mark Dacascos einer der immer noch Aktiven anwesend, von denen man in den letzten sowieso darbenden Jahren des Genres zwar auch nicht mehr allzu Gescheites geboten bekommen hat (und hier auch enttäuschend wenig zeigt), der allerdings zu recht von früheren Erfolgen zehrt und für den Zuschauer auch als allgemein sympathisches Kerlchen mit vielerlei Talenten gilt.

Gedreht bereits ab späten September 2014 und dies im Kreis Göppingen, Baden-Württemberg, speziell auch in Geislingen, Hattenhofen und Bad Boll wird dem hiesigen Publikum entsprechend 'deutsches Flair' und damit schon die erste Besonderheit im preisgünstigen Martial Arts Bereich geboten; das Unikum schon vom äußerst provinziell und auch recht schäbig wirkenden Hinterland-Lokalkolorit her, auch wie man dazu stehen mag und das Einkehren direkt vor der eigenen Haustür nicht Jedermanns Favorit vielleicht ist. (Die Vorgänger wurden im ostthüringischen Bad Lobenstein gedreht, was auch nicht schön aussah, obwohl es die Gegend in Natura und so in realiter tatsächlich ist.) Gar liebliches Gestrauch, Gestrüpp und Abrissbauten in Form von mitten in der Natur zurück gelassenen und entsprechenden verwahrlost aussehenden und zusätzlich vandalisierten Bruch- und Barackenbuden kann man vor allem in der Eröffnungsszene, einer mehr oder minder missglückten Geiselbefreiung bewundern; die erst heimliche Erstürmung und dann rasch in eine ausufernde Schießerei umschlagende sagenumwobene letzte Mission der sich danach auflösenden bzw. in einen anderen Eigentümer wandelnden "VME" Security. Ein unnötiges Opfer hat der desaströse Einsatz mit falschen Prioritäten gefordert, wurden die Expendables der Privaten Sicherheitsdienste um ein wertvolles Mitglied und Freund zusätzlich dezimiert und sind entsprechend geknickt.

Zwei Zeitsprünge hinterher, einer von wenigen Monaten und dann noch einer gleich von ganzen 8 Jahren, ist die Geschichte in das Private gewechselt und das scheinbar ganz große, da mit viel Geld, entsprechenden Luxusgütern und gar noch halb so alten Freundinnen (bei Einer die Ehefrau mitsamt jungen Kind) gewechselt; ein trüber Schein der Ruhe, welcher mit dem nächtlichen brutalen Überfall auf diese Idylle und zuvor schon einigen mysteriösen Andeutungen empfindlich gestört wird und nachhaltig belastet ist. International sieht jetzt nichts mehr aus, was an der blassen Farbgebung, der insgesamt wenig anheimelnden und auch recht durch diverse Baumaßnahmen und -absperrungen verschandelten Großen Kreisstadt mit seiner Kulisse aus Trinkhalle, Tankstelle, Tattoostudio, leerstehenden Bürogebäude, Lagerhalle usw. usf , und der örtlichen Laienspieltruppe (außerhalb der Prominenz) und vor allem der schwer nach Hall klingenden und überhaupt wenig empathischen Nach-Synchronisation in das Englische liegt. Immerhin ist die Bad Pack Geschichte nicht ganz uninteressant und bewegt man sich fleißig außerhalb, also tatsächlich auf den Straßen um so lieblich klingende Dorfschaften wie Kirchheim unter Teck, Eislingen an der Fils, Geislingen an der Steige, auch mit Gefährt wie Auto- und Motorradstunts, und hat bspw. das "Einfangen" der alten Kollegen zur Formierung der erneuten Spezialeinheit auch mit einigen Scharmützeln und aktionsreichen, wenn auch teilweise schwer albernen Einzelszenen gespickt. Ähnlich wie auch das von Dacascos als Regiedebüt gehaltene Ensemblestück Showdown in Manila (auch mit Hues, sowie Van Dien, Tagawa, Gruner, Wilson und Rothrock) ein (hier vergleichsweise gar besserer, da wesentlich düsterer bis gar "dramatischer" und mit emsig Raubbau betriebener) Rückfall in die Videothekenära für ganz 'Niveaulose', die solcherlei Absurditäten und die spürbare Preiswertigkeit gar nicht mehr stört oder erst zur ordentlichen Feierabendunterhaltung mit Kumpels und Alkohol, und mit Gnade vor Recht dazugehört.

Auch die Actionszenen darin sind soweit ordentlich, allerdings repetierend zu den Vorgängern und im direkten Vergleich schlechter gehandhabt, zumal da Dacascos selber (trotz sichtlich noch gut erhaltenen Körper) recht und erstaunlich wenig am Demonstrieren ist, und die Rolle des Kampfzwerges sowie des Choreographen dafür Möller mit seinen bewährten Sprungkicks und Bein- und Hebeltechniken übernimmt. Der Rest der Truppe hat diese durchaus beeindruckenden physischen Fähigkeiten sicherlich nicht, und geht wie Hues, der einfach die Arme ausfährt und die Gegner im vollen Lauf dagegen rennen lässt, oder wie Leeder als stabiler Bierkutscher mit geschwungenen Fäuste und der Plauze ins Gefecht.


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