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Desperado (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 10.03.2002, seitdem 1442 Mal gelesen



Mit „Desperado“ hat Robert Rodriguez einen unterhaltsamen und witzigen Ballerfilm der Oberklasse gedreht.
Der Beginn könnte aus einem klassischen Western stammen: Ein Mann (Steve Buscemi) marschiert in eine Bar und erzählt die Geschichte eines geheimnisvollen Mariachi-Sängers (Antonio Banderas), der in einer anderen Bad ein Blutbad anrichtete. Der Mariachi war auf der Suche nach dem Drogenbaron Bucho (Joaquim de Almeida) und die Besucher der Bar gehörten zu seinen Gefolgsleuten. Danach verlässt der Mann die Bar voller eingeschüchterter Männer. Das Opening ist sehr cool gemacht: Westernästhetik gepaart mit Zeitlupeneffekte á la John Woo und Lässigkeit der Marke Clint Eastwood. Das Geballer in der Bar ist ebenfalls gut, auch wenn Realismus kleingeschrieben wird.
Der Mariachi kommt schließlich auch in die kleine Stadt in Mexiko, in der besagter Mann seine Geschichte in der Bar zum besten gab. Tatsächlich befindet sich auch Bucho in der Stadt. Der Mariachi verwandelt das Städtchen in einen wahren Kriegsschauplatz und gewinnt nebenbei die attraktive Carolina (Salma Hayek) für sich...

Keine Frage: Eine wahre Handlung hat Robert Rodriguez’ Neo-Western „Desperado“ nicht. Der Plot dient größtenteils nur dazu, die genial choreographierten Shoot-Outs zu verbinden. Auch wenn „Desperado“ halb Fortsetzung, halb Remake von Rodriguez’ „El Mariachi“ ist, muss man den Vorgänger nicht unbedingt kennen, um die Zusammenhänge zu kapieren.
Die Action, die sich (auch nach Aussage von Robert Rodriguez) stark an John Woos Filmen orientiert, besteht nur aus Ballereien. Diese sind sehr spektakulär in Szene gesetzt worden; allerdings muss man sich darauf einstellen, dass die Action stellenweise etwas seltsam ist. Dies liegt vor allem an ausgeflippten Einfällen von Rodriguez, vor allem im Bereich ungewöhnlicher Bewaffnung.
Hinzu kommt der Rodriguez typische Humor. Haufenweise dumme, aber lustige Sprüche sowie ein Gastauftritt von Quentin Tarantino. Tarantino gestaltet seine kleine Rolle in seinem typischen Stil und erzählt einen Witz auf seine typische Art und Weise (sehr ausführliche Erzählung bis die Pointe kommt).

Die Schauspieler sollen vor allem das mexikanische Flair einfangen und weniger gute Leistungen abliefern. Dies gelingt ihnen auch recht gut, vor allem Banderas, de Almeida und Hayek stellen ihre Charaktere auf launige Art wie Comicfiguren dar. Steve Buscemi ist (wie fast immer) kultig in seiner schrägen Rolle und auch die Gastauftritte von Tarantino und Danny Trejo sind gelungen.
Das Mexiko-Flair gehört zu den Dingen, die den Film tragen, da die Story wie gesagt dünn ist. Mit sonnigen Bildern und heißer Musik (u.a. von Los Lobos) bringt Rodriguez den Zuschauer in die richtige Stimmung. Die von ihm geschaffene Atmosphäre wirkt wie eine humorvolle Abart des Sergio Leone Flairs.

„Desperado“ ist witziges und spektakuläres Shoot-Out-Kino, dass sich weder durch Story, Anspruch oder Glaubwürdigkeit auszeichnet, aber schlicht und einfach Spaß macht.


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