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Desperado (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 25.01.2004, seitdem 1962 Mal gelesen



Robert Rodriguez konnte seinem preisgünstigen Überraschungshit „El Mariachi“ die Produzenten Hollywoods so sehr begeistern, dass sie ihm für ein Quasiremake wenige Jahre später die entsprechenden Millionen zur Verfügung stellten, um das Szenario auf Kinoniveau aufzublasen.

So simpel der Plot um den El Mariachi (Antonio Banderas), der seine tote Frau in einem verschlafenen, mexikanischen Nest rächen will, auch ist, die Action, gepaart mit schwarzem Humor und vielen netten Einfällen, reißt es raus und so ist Rodriguez Hollywooddebüt, neben dem wenig später entstandenen Kultfilm „From Dusk Till Dawn“, seine beste Arbeit.

Die harten, phantastisch und übertrieben inszenierten Schießereien, denen man die Anleihen an John Woos frühe Werke deutlich ansieht, werden mit köstlichen Dialogen und trockenen Onelinern in Einklang gebracht. Blutige Shootouts, massig Tote, viele Waffen und jede Menge herumfliegende Kugeln sind die Zutaten dieses Spektakels, das sich zwischendurch auch mal Zeit für ein paar Dialoge der Marke Tarantino (welcher hier auch in seinem ureigenen Stil einen unvergesslichen Witz erzählen darf) nimmt. Sonderlich ernst nehmen tut dieses Spektakel keiner und so ist „Desperado“ reines Funkino.

Antonio Banderas schlüpft hierbei in seine Paraderolle, die er in „Once Upon A Time In Mexico“ noch einmal ausfüllen sollte. Als wäre die Rolle nur für ihn geschaffen worden, ballert er sich durch die Gegnerscharen, lässt auch einmal einen trockenen Spruch los, wirkt aber letzten Endes etwas emotionslos. Immerhin übt er hier für den Tod seiner Frau Rache. Rodriguez Supportcast, der in vielen seiner Filme zu finden ist, darf schon bald Kultpotential zugesprochen werden. Da wären Danny Trejo als messerschwingender Killer, Cheech Marin als Barkeeper oder Tito Larriva.

Die Location vermittelt eine hübsch dreckige und staubige Atmosphäre, was dem Film, zusammen mit Latinomusik, einen deutlichen Westerntouch gibt. Etwas unausgereift wirken nur die stillen Momente zwischen Salma Hayek und Antonio Banderas, da solche Szenen nicht unbedingt Rodriguez Stärke sind. Sein Metier ist die Actionchoreographie und davon gibt es massig, obwohl ein Abwärtstrend während des Films offensichtlich ist. Sind die ersten Ballereien in der Bar noch ein optisches Schmankerl, so verkommt vor allem das Finale, wo dann mehr auf groß angelegte Explosionen oder dickere Kaliber gesetzt wird.

Fazit:
„Desperado“ ist ein Fest für Actionfans, die sich für den Stil von Regisseuren wie Quentin Tarantino und Robert Rodriguez begeistern können. Die Action ist klasse choreographiert, die Dialoge mit netten Pointen versehen und die Schauspieler, angesichts der leider etwas platten Story, überdurchschnittlich. Da sich das Spektakel selbst nicht ernst nimmt und es mitunter grotesk, comichafte Tendenzen entwickelt, fallen die paar Durchhänger, die sich in den ruhigen Momenten zwischen Banderas und Hayek herauskristallisieren und ein paar Klischees in Bezug auf den Oberbösewicht, nicht so schwer ins Gewicht. Entertainment pur.


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