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Desperado (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 16.06.2004, seitdem 1902 Mal gelesen



Hollywood hat Robert Rodriguez nach seinem Erfolg mit "El Mariachi" die Möglichkeit gegeben, den Film zur Hälfte fortzusetzen und zur Hälfte nochmal zu drehen, ihn mit Hollywoodstars, Hollywoodklischees und Hollywoodkitsch vollzustopfen. Dummerweise hat Rodriguez das Angebot angenommen. Nachdem "El Mariachi" ein so unterhaltsamer wie intelligenter Filmkracher mit ernstzunehmender Handlung und überzeugenden Schauspielern geworden ist, marschiert nun in "Desperado" ein superöliger Antonio Banderas ohne jegliche Selbstironie auf, ein unverwüstlicher Frauenschwarm, der jedes erdenkliche Klischee bedient. Kaum anders verhält es sich mit Salma Hayek, die zwar sehr gut aussieht, aber dabei bleibt es dann eben auch.
Um ehrlich zu sein, einige gute Szenen hat der Film schon, z. B. Steve Buscemis Auftritt in der Kneipe und Quentin Tarantinos Auftritt in derselben Kneipe (Der Auftritt von Antonio Banderas in derselben Kneipe gehört zu den weniger überzeugenden Szenen, und in "El Mariachi" ist sowieso alles überzeugender). Letztlich ist der Film meistens dann gut, wenn Banderas gerade nicht mitspielt - nicht weil ich eine Aversion gegen diesen Schauspieler hätte, sondern weil seine Figur so unglaubwürdig ist.
Aber die Probleme sind doch etliche: Z. B. krankt die Handlung des Films an dem m. E. mißlungenen Versuch, ihn als Fortsetzung zu "El Mariachi" anzulegen. Am Anfang zum Beispiel spielt Banderas mit zwei Freunden (der eine ist Carlos Gallardo, der Hauptdarsteller aus "El Mariachi" - was das ganze noch unverständlicher macht) in einer Bar, in die dann Moco (Peter Marquardt) aus "El Mariachi" hineinkommt. Soll das vor der "Mariachi"-Handlung sein, oder ist das so eine Art Vision im Nachhinein? Kann eigentlich beides schlecht sein. Auch der Versuch, die Figur des Bucho (Joaquim de Almeida) mit der Handlung des älteren Films zu verknüpfen, wirkt höchst seltsam, und die sentimentale Schlußpointe stellt sowieso jegliche Logik auf den Kopf.
Ein weiteres Manko dieses Films ist die höchst unglaubwürdige Gestaltung der Schießereien (was aber ein Problem sehr vieler Actionfilme ist). So wird Banderas auch dann, wenn er von seinen Gegnern mit Leichtigkeit zu treffen sein müßte und ihm unzählige Geschosse entgegenfliegen, selbst (fast) nie verletzt, er selbst trifft hingegen immer.
Die Handlung wirkt besonders im Vergleich zu dem Vorgängerfilm, als habe Rodriguez von Hollywood eine Liste von Stereotypen vorgelegt bekommen, die sein Film einhalten müsse:
- Harter Latin Lover als Hauptfigur
- Kurvenreiche Latina als weibliche Hauptfigur
- Kind muß für heitere Akzente sorgen
- Es muß eine schmalzige Liebesszene geben
- Es muß ein noch schmalzigeres Happy End geben
Falls es diese Liste gegeben hat, Rodriguez hat sich daran gehalten. Keine Tragik mehr, kaum noch Witz, fast nur noch Klischees und unreflektierte Gewalt. Gut, die Schießereien sind einigermaßen blutig, was soll's? Antonio Banderas soll sich mal die ganze zerlaufene Margarine abwischen.


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