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Mariachi, El (1992)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 16.06.2004, seitdem 1890 Mal gelesen



Dieser Film von Robert Rodriguez ist eine Sensation innerhalb der Filmgeschichte: selten wurde mit so einem geringen Budget ein so professioneller und dabei schr√§g-witziger Film hergestellt. F√ľr die folgenden Filme h√§tte Rodriguez eigentlich nicht mehr Geld zur Verf√ľgung haben sollen, dann w√§re der Welt eine Entt√§uschung wie "Desperado" erspart geblieben (andererseits gibt es auch Leute, die das ganze genau umgekehrt betrachten).
Im Grunde handelt es sich bei diesem Film um eine tragische Verwechslungskom√∂die. Von Anfang an durchzieht den Film aufgrund der d√ľsteren Voraussagen des Mariachi eine tragisch-melancholische Atmosph√§re, vor der geniale Lacher wie der Auftritt des Keyboardspielers in der Bar eine ganz eigene F√§rbung gewinnen - es stimmt schon sehr nachdenklich, wenn so eine Szene, die einem als au√üerordentlich witzig vorkommt, im n√§chsten Moment durch einen kulturpessimistischen Kommentar in einem ganz anderen Licht erscheint. Dieses kluge Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers durchzieht den ganzen Film. Auch die interessanten Traumszenen sch√§rfen das k√ľnstlerische Profil des Films.
Aber es handelt sich hier keineswegs um ein rein intellektuelles Vergn√ľgen, vielmehr bekommt man auch abwechslungsreiche und ganz sch√∂n harte Actionszenen zu Gesicht, denen man anmerkt, da√ü hier mit viel Experimentierfreude und liebevoller Sorgfalt vorgegangen worden ist. An vielen Stellen experimentiert der Film mit Zeitraffer und ungew√∂hnlichen Naheinstellungen, was meistens sehr verbl√ľffend und lustig wirkt.
Die Schauspieler sind optimal. Hier scheiden sich nat√ľrlich die Geschm√§cker, aber aus vielen Kritiken zugunsten des Paars Banderas/Hayek geht hervor, da√ü diese daher bevorzugt werden, weil sie nach Meinung vieler Leute besser aussehen, "sexy", "charismatisch" und wer wei√ü was sind. Carlos Gallardo und Consuelo G√≥mez haben jedoch Authentizit√§t und Unverbrauchtheit, und das fehlt ihren Nachfolgern in "Desperado" eindeutig. W√§hrend Antonio Banderas und Salma Hayek in "Desperado" Klischeecharaktere verk√∂rpern, die man an keiner Stelle ernstnehmen kann, entwickelt man f√ľr die tragischen Figuren in "El Mariachi" ein gro√ües Ma√ü an Sympathie, gerade weil sie nicht die Produkte irgendwelcher erotischen 08/15-Fantasien darstellen.
Alles in allem einer der frischesten, unterhaltsamsten und witzigsten Filme, die ich kenne.


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