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Pieces - Stunden des Wahnsinns (1982)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 01.11.2004, seitdem 1531 Mal gelesen



Ein kleiner Junge beschäftigt sich mit einem Pin-Up-Puzzle, als seine Mutter wutentbrannt dasselbe und einige Pornos wegschmeissen will. Kurzerhand nimmt der kleine Junge die fast genau so große Axt, erschlägt seine Mutter und zerstückelt sie damit. Als die anrückende Polizei wieder seine Puzzelei unterbricht, setzt er sich in den Schrank und leiert emotionslos "Mami, Mami, Hilfe, Hilfe" herunter, was die Polizei glauben lässt, ein Irrer hat hier gewütet. Vierzig Jahre später ist der Täter noch immer auf freiem Fuss und mordet an einer Highschool weiter, den jungen, weiblichen Opfern fehlen jeweils verschiedene Körperteile. Eines vorweg: Bereits der spektakuläre Beginn gibt die Richtung sehr treffend wieder, denn "Pieces" unterhält ausgemacht gut, wenn man einerseits blutige Morde mag und andererseits Spass an trashiger, unfreiwilliger Komik hat. Um das voll auskosten zu können, sollte man auf die oberwitzige deutsche Pornosynchro auf Valium nicht verzichten, denn die hebt den Unterhaltungswert für Freunde von lachhaften B-Movies um mindestens zwei Punkte, da kommen selbst wenige X Rated Veröffentlichungen mit. Es erscheint dann auch umgehend der Ermittler Lt. Bracken, der sich zunächst virtuos kundig macht ("War sie ein kleines scharfes Luder?"), während die übrigen Schülerinnen über das neue Wasserbett in der Schule (???) philosophieren ("Das Größte ist, Gras rauchen und dabei im Wasserbett bumsen"). Auch nach weiteren Morden schleppen sich die Ermittlungen träge voran, was angesichts eines Haufens blutiger, zerhackter Körperteile und einer daneben liegenden blutigen Kettensäge einen Polizisten zu der gewagten These veranlasst, es könne sich vielleicht um das Mordinstrument handeln. Sehr schön, wie die Kollegen das erstmal ausdiskutieren! Aber zum Glück gibt da ja noch den Collegehengst, der quasi als Unterstützung der unfähigen Polizei aufs Parkett kommt. Besonders der Schutz der Undercoverpolizistin Mary Riggs, einem Tennisstar, die als Tennislehrerin getarnt an dem College unterrichten soll, ist vonnöten. Von da an spielt Linda Day George tatsächlich wie der erste Mensch Tennis, prust! Bei soviel Kreativität an der Story, die übrigens unter anderem von Joe D'Amato ("Man-Eater ") stammen soll, ist natürlich auch kaum zu erwarten, dass der Mörder klassisch der Gärtner ist, auch wenn der ständig krampfhaft versucht, grimmig zu gucken, das glaubt ihm eh keiner. Die Darsteller sind allesamt auf niederem Niveau versammelt, auch Christopher George ("Ein Zombie Hing Am Glockenseil") oder Paul Smith ("Dune") machen da keine Ausnahme. Wirkliche Atmosphäre kommt nur gelegentlich durch den Score auf, filmisch jedoch nie. Regisseur Juan Piquer Simón ("Slugs") übt sich in gewohnter Slashermanier, ohne auch nur einen Moment tatsächlich Spannung aufkommen zu lassen. Dafür glänzt die Inszenierung mit erstaunlich blutigen, teils schon splatterigen Szenen, obwohl die Kamera nicht immer gnadenlos draufhält. Für das Entstehungsjahr verwundert die ein oder andere Körperteilung durchaus, zumal das technisch recht ansehnlich umgesetzt wurde. Simóns Erfahrung als SFX-Artist lässt den Zuschauer vergnüglich staunen und sei es nur über die verhältnismäßig harten Goreszenen. Produziert hat das ganze u. a. Dick Randall, der sich eine Anspielung auf seinen "Bruce kehrt zurück" mittels eines aus dem Nichts auftauchenden Bruce-Lee-Verschnitts (mit Magenschmerzen wegen Flühlingslölle) nicht nehmen lassen konnte. Ebenso wenig eine Anspielung auf "Freitag Der 13.", den er coproduzierte, die Nähe zu Randalls "Fröhliche Weihnnacht" ist jedoch offensichtlicher. Die Auflösung dieses billig abgedrehten B-Movies ist wenig überraschend, dafür hält das Ende noch einen gelungenen Gag parat.

Fazit: Unfreiwillig zum Bersten komisches Chainsaw-Slasher-Crossover, das erstaunlich blutrünstig ist. 7/10 Punkten


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