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Flatliners (2017)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 07.12.2017, seitdem 317 Mal gelesen



Reanimation in mehrerlei Hinsicht: Als Joel Schumacher 1990 Kiefer Sutherland, Julia Roberts, Kevin Bacon, William Baldwin und Oliver Platt in Richtung Nulllinie schickte, bedeutete das f√ľr einige Karrieren merklichen Aufwind. Sutherland wirkt in der Neuauflage zwar am Rande mit, doch der eigentlich spannenden Ausgangslage werden keinerlei neue Facetten hinzugef√ľgt.

Die Medizinstudentin Courtney (Ellen Page) interessiert die Frage, was bei einem Nahtoderlebnis zutage gefördert wird und unterzieht sich einem Selbstexperiment. Mithilfe ihrer Kommilitonen Ray (Diego Luna), Marlo (Nina Dobrev), Jamie (James Norton) und Sophia (Kiersey Clemons) steht ihr Herz eine Minute lang still, bevor sie wieder belebt wird. Nach anfänglicher Euphorie und einer kognitiven Leistungssteigerung wollen sich auch die anderen dem Versuch unterziehen, doch schon bald scheinen Courtney die Geister der Vergangenheit einzuholen…

‚ÄěHeute ist ein guter Tag zum Sterben‚Äú sagte einst Sutherland, als er am Rande eines Daches stand und seine Arme ausbreitete. Diesen Satz √ľbernimmt nun James Norton, als er angeschickert in einem Club feiert. Bezeichnend f√ľr den kompletten Streifen, der in jeder Hinsicht aufpoliert und aalglatt erscheint, - selbst in der Pathologie. Dazu passen auch die Figuren ohne Ecken und Kanten oder gar emotionale Tiefe.

Zwar geht es im Angesicht des Todes optisch ansprechend zu, diverse au√üerk√∂rperliche Erfahrungen, wie beispielsweise mit dem Motorrad durch eine menschenleere Gro√üstadt zu rasen oder dem sprichw√∂rtlichen Licht am Ende des Tunnels entgegenzuschweben sind schick und mit passablen CGI inszeniert, doch Fragen hinsichtlich Near Death Experiences oder Bewusstseins√ľberg√§ngen klammert die Erz√§hlung im Verlauf immer mehr aus. Sie weichen standardisierten Geistergestalten, die stellvertretend f√ľr den Aspekt um Schuld und S√ľhne f√ľr kleine Schreckmomente und ein wenig Tempo sorgen.

Mal abgesehen von der ver√§nderten Figurenkonstellation (im Original vier Kerle, eine Frau, nun zwei Kerle und drei Frauen) variiert die Erz√§hlung nur wenig, √ľbernimmt die Schwerpunkte des Originals und verpasst es, dem Treiben etwas Markantes, Eigenst√§ndiges zu verleihen und beim Kernthema ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen.
Lediglich ein Twist im letzten Drittel vermag ein wenig zu √ľberraschen, doch mit diesem geht auch zeitgleich die Triebkraft ein wenig verloren.

Ist Sterben ein Moment oder gar ein Prozess, wie lange bleibt das Unterbewusstsein erhalten und warum wird der Defibrillator an ungew√∂hnlichen K√∂rperregionen eingesetzt? Diese Fragen interessierten den d√§nischen Regisseur Niels Arden Oplev offenbar herzlich wenig, was sich auch in den schauspielerischen Leistungen widerspiegelt, mit Ausnahme von Diego Luna, der zumindest um Nuancen bem√ľht ist.
Optisch okay, kommt die Erzählung weitgehend vorhersehbar daher, mit nur wenigen Spannungseinlagen und noch weniger Blutvergießen.
110 Minuten Herzstillstand, Reanimation zwecklos.
4,5 von 10


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