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Seidene Faden, Der (2017)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 13.02.2018, seitdem 81 Mal gelesen



Nahtlos


Paul Thomas Andersons neuester Streich, "Phantom Thread", ist wie zu erwarten ein Gourmethappen für Kino-Connaisseure. Kostüme, zum umfallen schön. Ein Score, delikat und pervers gut. Darsteller, auf der höchsten Ebene ihrer Kunst. Und ein Script, das einen äußerst intelligent und ohne viele Worte... kalt lässt? "Der seidene Faden" ist einer der hübschesten Filme des Jahres. Aller Jahre. Er ist der würdige Abgesang auf einen der besten Schauspieler aller Zeiten. Und er gibt den Fans des Meisterregisseurs genug Stoff zum schwärmen, knacken, diskutieren. Ein Beziehungsdrama zwischen Romantik und Perversion, Strenge und Abhängigkeit, Korsett und Kunst. Andersons geradlinigster Film seit langem, was jedoch nicht heißt, dass das komplexe Kostümstück leicht zugänglich ist. Faszinierend, ohne Frage. Meisterlich gespielt, kein Zweifel. Mit einer wunderbaren Vicky Krieps als mysteriöse Muse, die Day-Lewis gehörig Paroli bietet. Doch insgesamt bleibt alles erschreckend auf Abstand und kalt. Fast leblos. Auch das kennt man von dem Regisseur. Ich sage nur "The Master". Auch das ist austariert. Mit eingerechnet. Nur bei mir ging das malerische Zahlenspiel nicht ganz auf. 


Wenn man es sehen will, trägt jeder Film von Paul Thomas Anderson das Zeug zu einem Meisterwerk in sich. Und somit ist auch sicher jedes seiner Werke irgendwie, irgendwo, für irgendwen ein Geniestreich. "Phantom Thread" bildet da keine Ausnahme. Das mal gefühlvolle, mal kranke Machtspiel ist reich an Entdeckungen, Deutungen, Möglichkeiten und schwerer Leere. Ich bleibe jedoch lieber bei "Boogie Nights". Oder wenn es eine Lovestory sein soll, "Punch-Drunk Love". Filmschulen dürfen "Phantom Thread" gerne sezieren, ich werde ihm daheim sicher auch nochmal eine Chance geben. Vielleicht wächst er ja noch näher ans Herz. Doch nach der ersten Sichtung blieb er mir fern. Und winkte mit einem seidenen Taschentuch. Voller Rotze. Immerhin. Gucken. Nicht anfassen. Geschweige denn schmutzig machen. Nicht meine Welt. Nicht meine Leute. Nicht mein Stil. Überraschend viel gelacht habe ich trotzdem. Geschmunzelt. Eher ausgeschmunzelt. Aber sicher ist das gewollt. Von einem eiskalten, obsessiv planenden Meister seines Fachs. "Phantom Thread" ist in jedem Fall sehenswert. Bild dir deine Meinung. 


Fazit: elegant, dekadent, göttlich ausgestattet und fein gespielt - "Phantom Thread" gibt Fans von P.T.A. alles Wünschenswerte und ist in vielerlei Hinsicht prachtvoll. Kreativität durch Destruktion. Eine Beziehung, wie man sie nicht alle Tage sieht. Leider wirkt das imposante Schneidern oft steril und unnahbar. Hübsche mehr als zwei Stunden. Aber auch lange mehr als zwei Stunden. 


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