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Irgendwann in Mexico (2003)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 02.09.2005, seitdem 349 Mal gelesen



Ziemlich laue Fortsetzung des grandiosen “Desperado”.

Es ist ein bißchen wie „Pulp Fiction“, was Roberto Rodriguez uns hier darbietet, doch er scheitert, kurz gesagt, an seinem eigenen Vorläufer. Die Geschichtchen, um die es sich dreht, sind wie in den Filmen seines Kollegen und Freundes Tarantino anfänglich alle voneinander unabhängig, um sich im Finale dann doch miteinander zu verzahnen. Da ist der Putschversuch des Militärs gegen den Präsidenten Mexikos, angeführt von General Marquez, der wiederum vom Drogenbaron Barillo bezahlt wird. Barillo braucht zugleich eine neue Identität, es hilft ihm seine Tochter, die zufällig bei der mexikanischen Polizei tätig ist; leider aber sucht ein ehemaliger FBI-Agent Rache für seinen von Barillo getöteten Kollegen. Ein CIA-Mann, der in Mexiko gute Köche umbringt, hat die Umsturzpläne für sich genützt, und der Mariachi wiederum will Rache für den Mörder seiner Frau, zufällig General Marquez. Am Ende sind fast alle tot, und man fragt sich, warum das ganze so unnötig aufgeblasen und ziellos ist.

Nein, nein, nein, das war nix. Wäre nicht Johnny Depp als CIA-Agent mit herrlich karikierenden T-Shirts, dann hätte man gar nichts. Verheizt werden eine große Zahl an sich gute Schauspieler, Willem Dafoe, Mickey Rourke ( miserable Rolle für ein Comeback ), Salma Hayek, Danny Trejo...sie alle dürfen mittun und sollen es dann doch bereuen. Dabei fängt der Film gut an, doch Minute um Minute seiner Laufzeit verliert sich der Reiz, und je mehr Nebenkriegsschauplätze eröffnet werden, je weniger interessiert man sich für das Dargebotene. Man wartet dann auf ein furioses Finale und wird doch wieder enttäuscht, denn statt einem gewaltigen Showdown gibt es nur ein paar kurze Schießereien, und warum Enrique Iglesias mitwirken darf, wird wohl für immer im Dunkeln bleiben.

Traurig ist das alles, zumal man vom Regisseur besseres gewohnt ist. Doch anscheinend waren die Gagen der Schauspieler zu hoch, denn wie sonst erklären sich erbärmlich hingetrickste Explosionen? Das haben wir in jedem durchschnittlichen Actionfilm schon aus früheren Jahren besser gesehen. Natürlich hat Rodriguez auf der anderen Seite ein Gespür für Schnittechnik und Actionszenen, da darf bei der einen oder anderen Sequenz schon mal applaudiert werden, doch insgesamt ist der Film zu unruhig, zu hektisch und vor allem zu verworren, um den Betrachter wirklich zu fesseln. Und auch Salma Hayek retten nichts, denn man sieht sie nur in Rückblenden, und da auch nur wenig. Banderas gibt den wortkargen Pistolero, doch es ist uns allen ganz egal, ob seine Rache nun erfolgreich ist oder nicht. Aufgrund einiger doch recht guter Shootouts kann ein Verriß gerade noch vermieden werden, doch Rodriguez hat für viel Geld nur ganz durchschnittliche Kinokost fabriziert – da hat man sich auf eine Fortsetzung gefreut und wird hart auf den Boden der Tatsachen geholt. Wenn Roberto Rodriguez nicht aufpaßt, wird es ihm so gehen wie dem ebenfalls sehr überschätzten Herrn Tarantino – doch mit „Sin City“ ist Besserung in Sicht. Für den Mariachi aber...nur 6/10.


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