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Schnappt Shorty (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 18.03.2005, seitdem 897 Mal gelesen



Elmore-Leonard-Verfilmungen sind immer so eine Sache.

Entweder sie halten sich im Ton an die Vorlage,schaffen es aber dennoch, sich von ihrer literarischen Basis zu l├Âsen und so auch zu einem Filmvergn├╝gen zu werden (OUT OF SIGHT), oder sie versuchen, sich so exakt an der Coolness des Textes entlang zu hangeln, dass sie dar├╝ber hinaus jede Dramaturgie vergessen und g├Ąhnend langweilig werden (HAWAII CRIME STORY). Eines ist beiden jedoch immer gemein: Sie werden h├Âchstens von einer kleinen Fangemeinde wahrgenommen, und man muss schon Tarantino heissen, um das zu ├Ąndern.

Oder Barry Sonnenfeld. Verbindet man heutzutage mit seinem Namen eigentlich nur noch die MEN IN BLACK-Filme oder das Blockbusterdebakel WILD WILD WEST, so vergisst man dar├╝ber leicht, dass es eine Zeit vor diesen CGI-Spektakeln gab. Und in eben dieser Zeit gelang es Sonnenfeld, eine Leonard-Verfilmung nicht nur bei den Kritikern, sondern auch beim Publikum landen zu lassen: SCHNAPPT SHORTY.

Und woran das liegt, ist eigentlich nicht so schwer zu ergr├╝nden: An den Darstellern, die vor Spiellust fast aus den N├Ąhten platzen. Egal, ob nun John Travolta als charmantester Geldeintreiber/Filmfan der Welt, Gene Hackman als abgehalfterter Schrottfilmproduzent, Rene Russo als seine B-Film-Muse oder Danny DeVito als Megastar mit Napoleon-Komplex, sie alle spielen hier derma├čen entspannt, am├╝sant und, ja, cool auf, dass es eine wahre Freude ist. Ob das an der Handlung liegt, sei mal dahingestellt, denn Typen, die mit irgendwelchen Mafiamoneten durchbrennen, sind nicht unbedingt der seltenste Krimikniff. Vielmehr scheint es der Umgang mit Hollywood zu sein, der dem Ensemble so gro├čen Spa├č zu bereiten schien.
Ob nun Martins Spleen, immer so in Stra├čenrestaurants zu sitzen, dass er sein Kinoplakat sehen kann, die Tatsache, dass Drehb├╝cher in Hollywood auch gern mal vom Autor zum Psychiater zum Trainer und dann erst zum Schauspieler wandern, oder die Finanzierung von B-Movies als Geldw├Ąsche f├╝r die Drogenmafia, kein Thema ist dieser Geschichte heilig. Kein Wunder, dass die darsteller hier Feuer und flamme waren. Im Gegensatz zur sonstigen Selbstbeweihr├Ąucherung Hollywoods ein extrem am├╝santes, dennoch nie plattes Vergn├╝gen, das locker dahinflie├čt.

Leonards B├╝cher sind bei der amerikanischen Literaturkritik unter anderem so beliebt, weil sie "flie├čen", weil es nichts gibt, das st├Ârend aus der Handlung herausragt, weil ein Wort das n├Ąchste gibt und es trotz dieses Mangels an Aufs und Abs nie langweilig wird. Und hier muss man sagen, dass SCHNAPPT SHORTY geradezu kongenial ist. Nach Ansicht des Films wird man schwerlich sagen k├Ânnen, dass es eine Szene gab, die besonders aus dem Film herausstach, oder sich einem ins Ged├Ąchtnis brannte. Was bei anderen Filmen eher negativ ist, macht gerade den Reiz von SCHNAPPT SHORTY aus: Ein konstanter, sich nie aufb├Ąumender, aber auch nie verebbender Fluss aus Komik und Spannung, getragen von darstellerischen Glanzleistungen. Ein Film wie ein gutes Buch, ein perfekter Film zum immer-mal-wieder-sehen.

Die Messlatte ist also jetzt, 10 Jahre sp├Ąter, f├╝r BE COOL verdammt hoch gelegt.


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