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Ben-Hur (1959)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 17.06.2006, seitdem 1434 Mal gelesen



Mit 11 Oscars stellte „Ben Hur“ 1959 einen Rekord auf, mit dem „Titanic“ zwar gleichziehen, „Ben Hur“ aber nicht überflügeln konnte.
Grob ist „Ben Hur“ um die biblische Geschichte von Jesus Christus gestrickt, denn Judah Ben Hur (Charlton Heston) ist im gleichen Alter und seine Lebenswege überschneiden sich immer wieder mit denen von Christus. Im Leben beider Judäer spielt auch die Besetzung von Judäa durch die Römer eine Rolle, wobei Ben Hurs Jugendfreund Messala (Stephen Boyd) nun ein römischer Feldherr ist. Schon allein die Einführung der Charaktere und der Situation braucht extrem lange, denn „Ben Hur“ ist ein Epos, das sich gewaschen hat und jede Facette in wirklich epischer Ausgiebigkeit präsentiert.
Es kommt jedoch zum Streit der beiden Jugendfreunde, als sich Ben Hur weigert, Messala die Namen potentieller Revolutionäre zu nennen. Messala schiebt Ben Hur den Mord an einem römischen Statthalter in die Schuhe, lässt ihn als Sklaven verkaufen und seine Mutter und Schwester in den Kerker werfen, doch Ben Hur sinnt auf Rache…

Das gute alte Motiv der Rache ist in „Ben Hur“ zwar tonangebend, jedoch ist es kein reiner Rachefilm geworden. Stattdessen folgt man dem Leben Ben Hurs gefesselt, erlebt dessen Höhen und Tiefen. Dank des extremen Zeitaufwands, der für die Charakterisierung Ben Hurs verwendet wird, kann man der Hauptfigur sehr gut folgen und versteht die Motivation, die Ben Hur egal ob als Galeerensklave oder als gefeierter Wagenlenker begleitet.
Eine Unmenge an Action wie bei modernen Epen darf man dabei nicht erwarten, eine Seeschlacht und das weltbekannte Wagenrennen sind alles, was die rund dreieinhalb Stunden Film an Action bieten. Die Seeschlacht ist ganz OK, das Wagenrennen jedoch das unumstrittene Highlight des Films: Selbst heute sind die Stunts noch spektakulär, wenn sich die Wagenlenker gegenseitig überrunden, bedrängen und ausschalten und auch die unheimlich dynamische Inszenierung wirkt mehr als 50 Jahre nach dem Erscheinen des Films wirklich klasse.

Doch gerade nach dem Wagenrennen lässt „Ben Hur“ leider etwas nach. Ben Hurs Rachefeldzug ist an sich zu Ende, seine Mission aber noch nicht, denn er hat immer noch nicht seine Mutter und seine Schwester gefunden. Leider braucht „Ben Hur“ viel zu lange, um diesen Erzählstrang noch zu Ende zu bringen, baut die letzte Stunden Jesu Christi viel zu ausführlich ein und kommt so auf den letzten Metern dann doch auf ein paar etwas unschöne Längen, die man vorher trotz der gemächlichen, ruhigen Erzählweise so elegant vermieden hatte.
Angesichts des Alters von „Ben Hur“ muss man natürlich festhalten, dass damals ein Typus noch wichtiger war als Schauspielertalent, doch die Darsteller machen ihre Sache recht. Charlton Heston spielt den harten Mann mit wenigen Gesichtsausdrücken, passt so aber trotzdem sehr gut in die Rolle des motivierten Ben Hur. Auch sein Gegenspieler Stephen Boyd ist ihm ebenbürtig, während bei den Nebendarstellern nur noch der famose Jack Hawkins herausragen kann.

„Ben Hur“ hat seinen Klassikerstatus wirklich voll verdient und ist auch heutzutage noch ein packender Film trotz seiner langsamen Erzählweise. Gegen Ende hat er leider ein paar unschöne Längen, doch ein gelungenes Epos ist er auf jeden Fall.


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