Ansicht eines Reviews

Ben-Hur (1959)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 14.10.2006, seitdem 1074 Mal gelesen



Judah Ben Hur (Charlton Heston) freut sich sehr, als er seinen Freund aus Kindertagen wieder trifft. Messala (Stephen Boyd) ist jedoch jetzt die rechte Hand des Stadthalters von Jud√§a und will eigentlich rasch die Karriereleiter empor steigen. In Ben Hur sieht er eine M√∂glichkeit, das trotzige Volk Jud√§as gef√ľgig zu machen. Ben Hur, patriotisch wie er nun mal ist, stellt sich quer. Als dann ein Unfall als Attentat auf den Stadthalter interpretiert wird, ist es um Ben Hur, dessen Mutter und seine Schwester geschehen. W√§hrend die beiden Frauen in den hintersten Kerker gesperrt werden, soll Ben Hur auf den Galeeren rudern. Nachdem er dann ein letztes Mal nicht wirklich f√ľr voll genommen Rache schw√∂rt, geht es dann auch schon los. Drei Jahre sp√§ter ist sein Blick nur noch verbitterter und sein K√∂rper beinahe √§hnlich "Conan" durch die Plackerei stattlich geformt. Quintus Arrius (Jack Hawkins) f√§llt dies auf und nachdem ihn Ben Hur nach einer harten Schlacht auch noch das Leben rettet, nimmt er ihn mit nach Rom. Ben Hur etabliert sich als Wagenrennfahrer und wird letzten Endes von Arrius adoptiert. Ein guter Zeitpunkt, um nach Jud√§a zur√ľckzukehren und eine Rechnung zu begelichen. Hier findet Ben Hur nicht nur seine verlorene Liebe Esther (Haya Harareet) wieder, sondern muss auch erfahren, dass seine Verwandten scheinbar das Zeitliche gesegnet haben. Seine Rache muss also besonders hart ausfallen; Messala zu t√∂ten w√§re zu einfach. Die L√∂sung: Ein Wagenrennen am Circus Maximus! Messala, ein R√∂mer, besiegt von einem Juden - das w√§re eine Schmach, an der Messala zu kauen h√§tte. Nach dem pomp√∂sen Wagenrennen erf√§hrt Ben Hur dann, dass seine Verwandten nicht tot seien, sondern "lediglich" im Tal der Auss√§tzigen mit ihrer Lebra k√§mpfen. Indem dann am Ende Jesus gekreuzigt wird, endet das Epos schlie√ülich.

Der Film l√§sst sich f√ľr diese doch komplexe Geschichte viel Zeit, ohne aber den Vorurteilen zum Trotz wirklich langweilig zu werden. Lediglich bei den monumentalen Aufm√§rschen muss ich William Wyler kritisieren und in Frage stellen, ob man den Storyfluss derartig ins Stocken kommen lassen muss. Nat√ľrlich bekommt der Film so seinen epischen Charakter, aber es wirkt ein bisschen so, als h√§tte man es auf einen 3 1/2 Stundenfilm angelegt.

Die eigentlichen Handlungszenen sind jedoch toll gespielt; der Dialog wirkt selbstredend stark aufgesetzt, was aber gut zum Film passt. Die Leistung der Darsteller ist tadellos, wobei mein Highlight Stephen Boyt ist, der den Antagonisten spielt. Er ist der einzige, der es durchgehend schafft, Charlton Heston die Schau zu stehlen. Sogar in der Szene nach dem Wagenrennen, als er auf dem Krankenbett liegt, √ľberragt er auf ganzer Linie. Bester Dialogspartner f√ľr Charlton Heston scheint mir Haya Harareet zu sein. Die beiden harmonieren pr√§chtig miteinander. Haya verleiht ihren Emotionen guten Ausdruck, ohne dass Charlton Heston dabei erblassen muss.

Spannungstechnisch finde ich es aber extrem ungeschickt, den Film nach dem Wagenrennen als lokalen H√∂hepunkt noch eine weitere Stunde laufen zu lassen. Zwar bekommt der Film durch die Genesung von Miriam und Tirzah das ultimative Happy End, doch h√§tte das ja gar nicht unbedingt sein m√ľssen. √úberhaupt h√§tte der ganze Nebenplot mit Jesus gerne weggelassen werden k√∂nnen. Eine kleine Anspielung w√§re genug gewesen, zum Beispiel als Jesus Ben Hur Wasser gibt. Von der Geburt und vom Ableben zu erz√§hlen, verleiht dem Film lediglich einen diffusen Blick auf die wesenltichen Dinge. So lenkt doch die Szene, in der Josef seinen Sohn Jesus vor einem Kunden in Schutz nimmt, arg vom Hauptplot ab. Ich finde es ja nicht unbedingt schlecht, wenn ein Film sich Zeit l√§sst f√ľr andere Dinge, aber nach dem Wagenrennen ist einfach die Luft raus, als dass einem Jesus Abgang nur irgendwie nahe gehen k√∂nnte. Durch den sich bewegenden Stern und das von Gott herbeigef√ľhrte Gewitter am Ende sowie die besagte Genesung von Ben Hurs Familie verliert der Film auch etwas an seiner seri√∂sen, bodenst√§ndigen Natur.

Nichts desto trotz ist "Ben Hur" ein √§u√üerst unterhaltsamer Film, sicherlich etwas z√§h, aber abwechslungsreich. Neben den tollen Darstellern ist nat√ľrlich das Wagenrennen ein echter Hingucker.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Dr. Till" lesen? Oder ein anderes Review zu "Ben-Hur (1959)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Dr. Till

Zurück


Copyright © 1999-2018 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

719 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Split (2016)
Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung (1993)
Dragon - Die Bruce Lee Story (1993)
Jean-Claude Van Johnson [Webserie] (2016)
Ravenous, The (2017)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich