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Nackt und zerfleischt (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 22.03.2005, seitdem 997 Mal gelesen



Obwohl der deutsche Titel "Nackt und zerfleischt" beim ersten Hören ekelerregend klingt, so trifft er die Hauptaussage des Films wohl mehr als der Orginaltitel "Cannibal Holocaust"...
Eine Crew aus vier Leuten wird in den Dschungel geschickt um dort das Leben der Kannibalen zu erforschen. Diese benehmen sich aber total daneben und werden im Endeffekt abgeschlachtet.
Scheinbar gibts ja wirklich ein paar Leute, die glauben dass dieser Film ernsthaft etwas über die Mediengeilheit aussagt bzw. sie sogar kritisiert. In meinen Augen ist dies gewissermaßen völliger Schwachsinn. Wenn man zurückdenkt, dann bemerkt man, dass 1978 George A. Romeros "Dawn of the Dead" rauskam, und somit das Splatter- bzw. Horrorgenre wieder neu belebt war. "Cannibal Holocaust" widmet sich im Prinzip ausschließlich seiner Gewalt. Stellen wir uns den Film einmal ohne die Snuff-Szenen vor, in denen eine Schildkröte und Beutelratte zerfleischt werden. Achja, der Kopf eines Affen wurde doch auch in Scheiben geschnitten, oder? Diese Szenen sagen schon einmal garnichts über das Verhältnis zwischen Kannibalen und Menschen der Industrieländer aus, sondern sind NUR da um den Zuschauer zu schockieren. Mit diesen Szenen will man den Zuschauer in den Bann des Films ziehen, doch im Prinzip ist es nichts weiter als sinnlos grausame Effekthascherei wofür lebendige Tiere sterben mussten. Da können auch Sätze wie "Komm, film das!" nicht von ablenken. Das Ganze schaukelt sich in seiner Grausamkeit hoch bis zum finale, genaugenommen die letzten 10 Minuten des Films. Gnadenlos werden den weißen "Eindringlingen" die Geschlechtsteile abgeschnitten, man schlägt ihnen die Köpfe ab, vergewaltigt sie, nimmt die Innereien raus, das volle Programm des Ekels. Und letztendlich sind genau diese Szenen die, die den Film ausmachen. Jeder den man auf diesen Films anspricht redet spontan von diesen Blutorgien. Die "Botschaft" ist nämlich einfach viel zu aufgesetzt, denn mittendrin werden mal kurz Dialoge eingeblendet wo der Professor sagt wie schlimm das alles ist, und fertig. Würden diese Gewaltszenen nur angedeutet sein bzw. im Off passieren, dann würde dieser Film im Laufe der Jahre mit Sicherheit untergegangen sein.
Was ich damit sagen will ist, dass der Herr Ruggero Deodato mit Sicherheit zunächst einen grausamen Film schaffen wollte um durch Schock und Ekel erstmal das große Geld zu machen. Doch damit dies nicht zu plump rüberkommt wurde anschließend hier und da mal ne Szene eingebaut die das ganze wieder gesellschaftskritisch macht, so konnte man nicht sagen dass es sich bei dem Film (wie in vielen anderen Kannibalenfilmen) nur ums Metzeln dreht.
Davon abgesehen sind die Schauspieler aber gut und können die Situationen mit der nötigen Atmosphäre ausstatten, und auch der etwas trashige Kamerastil passt wunderbar in das ganze Ambiente.
Nichts desto trotz ist die von vielen reininterpretierte Gesellschaftskritik in meinen Augen nur ein Mittel diesen Film nicht zu einem reinen Splatterfilm werden zu lassen. Der Tiersnuff ist ein eindeutiger Hinweis darauf, was der Film wirklich erreichen will. Schock und ordentlich Kohle.

3/10


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