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Nackt und zerfleischt (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 10.06.2007, seitdem 2505 Mal gelesen



"Hart, härter, Hostel"? Von wegen! Schaut euch diesen kontroversen Exploitation-Klassiker an und ihr wisst, was wirklich hart ist!

Ein Filmteam kehrt von einer Expedition in das Amazonasgebiet nicht mehr zurück. Der Fernsehsender schickt den Anthropologen Monroe hinterher, um die Vermissten zu suchen. Monroe kann jedoch nur das Filmmaterial bergen. Bei der Sichtung der Rollen kommen die schockierenden Details um den Tod des Teams ans Licht ...

Schockierend. Genau das ist "Cannibal Holocaust".
Das Genre hat viel Müll hervorgebracht, aber eben auch diese eine Perle von Ruggero Deodato. Warum der Mann sonst nur Schwachsinn wie "Zwei Engel mit vier Fäusten" gedreht hat, bleibt ein Mysterium.

Mit dokumentarischer Handkamera (hier hat übrigens "Blair Witch Project" den Stil geklaut) schildert Deodato unglaublich packend und realistisch die unmenschlichen Szenen, die sich in der Welt der Menschenfresser zugetragen haben. Bloße Schwarz-weiß-Malerei unterlässt er dabei. Obwohl die wahren Bestien nicht die Wilden, sondern die zivilisierten Menschen sind, wird der Zuschauer auch Zeuge brutaler Rituale der Eingeborenen.

Ein starker Magen ist Vorraussetzung für die Teilnahme an dieser höllischen Expedition. Vergewaltigungen, Verstümmelungen, abgetrennte Geschlechtsteile - all das wird explizit gezeigt! Nebenher - und das heiße ich alles andere als gut - zerlegt das Filmteam Tiere auf's Grausamste. So etwas hätte nicht sein müssen, unstreicht aber den Realismus umso mehr. Ebenso wirkungsvoll sind die Spezialeffekte, die man nur als erstklassig bezeichnen kann. Viel echter kann ein abgetrenntes Bein oder ein abgeschnittener Penis nicht aussehen!
Eine Szene blieb mir bis heute markant in Erinnerung: Das Filmteam vergewaltigte eine Eingeborene und pfählte sie anschließend. Es sollte aussehen, als wäre es ein primitives Ritual der Stammesgenossen des Mädchens. Die Kamerafahrt entlang des aufgespießten Körpers brennt sich in Netzhaut!
Deodato wurde nach der Premiere sogar vor Gericht gestellt, weil man glaubte, er hätte seine Darsteller tatsächlich töten lassen!
Übrigens outete sich Sergio Leone als Fan des Films und warnte seinen Kollegen noch vor dessen Verhaftung vor möglichen Konsequenzen des dargestellten Realismus.

Trotzdem oder gerade deswegen war "Cannibal Holocaust" ein voller Erfolg und fand zahlreiche Nachahmer, die zwar die Goreschraube deutlich anzogen (Frauen, aufgehängt an ihren nackten Brüsten oder Männer, denen bei vollem Bewusstsein die Schädeldecke geöffnet und das Gehirn rausgefressen wird), aber die einmalige Atmosphäre ihres Vorbildes zu keiner Zeit erreichten!

Fazit:
Spektakulär bebilderter Horrortrip, der ein flaues Gefühl in der Magengegend zurück lässt und über alle Maßen entsetzt! "Cannibal Holocaust", abscheulich und spannend zugleich, gelingt es mit unglaublicher Intensität den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. 10/10 Punkten.


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