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Nackt und zerfleischt (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 24.02.2008, seitdem 557 Mal gelesen



Gerade habe ich mir den Film, der als einer der härtesten Kannibalenfilme - wenn nicht als DER Kannibalenfilm - gilt, angesehen.

Die ersten 49 Filmminuten erzählen von der Suche nach der seit 2 Monaten verschwunden Reportercrew. Der Anthropologe, Professor Monroe (ich bin ein Fan von ihm, meiner Meinung nach trägt er den Film!), macht sich mit Dschungelprofis auf die Suche nach den 4 verschwundenen Leuten. Ich persönliche finde, dass er der wahre Held des Filmes ist. Die Szene, bevor sie in den Dschungel aufbrechen, und ihm der eine Dschungelprofi mischt, dass er keine Ahnung vom Dschungel hat, ist cool, denn ich finde, dass er als Einziger weiss, wie man mit den Kannibalen umgehen muss. Er läßt sie einfach so sein, wie sie sind, deshalb kommen sie auch wieder lebend raus. Natürlich versteht er ihre Rituale, Regeln etc. nicht, denn sie sind und bleiben, das was sie sind, Menschen, die in ihrer Entwicklung stehengeblieben, und rein auf ihre niederen Triebe fixiert sind. Er sieht genau aus diesem Grund ihre hochgradige Gefährlichkeit.

Die Szene, in denen er ihnen - weil er sich mit ihnen auf eine Stufe stellt - das Filmmaterial im Tausch gg. sein Diktiergerät abluchst, ist heftig, als sie dann gleich auch von den Kannibalen zum "Essen" eingeladen werden und Professor Monroe dann von den menschlichen Eingeweiden (wahrscheinlich haben sie ihm das beste Stück abgetreten) kosten muss - nicht ohne!

In den ersten 49 Filmminuten sehen wir auch einige der Rituale z.B. als ein menschliches Wild gestellt wird. Es bleibt so wie es ist - widerlich, aber dadurch dass es nur ansatzweise gezeigt wird - halbwegs erträglich.
Die andere Szene, als ein Mann, dessen Frau Ehebruch begangen hat, mit einem Holzpenis vergewaltigt und anschließend damit erschlagen wird, ist auch extrem widerlich, aber auch dokumentarisch. Also ich kann es mir vorstellen, dass es bei denen wirklich so zugeht!

Jedenfalls geht es so hurtig weiter. Im zweiten Teil des Filmes erfahren wir, was die "netten" Reporter so alles getrieben haben, damit sie ihre Story bekommen (es geht ja nichts über das "schnelle Geld", wir machen alles, damit wir zu Geld kommen! Jeder mit Hirn, der den Film anschaut, sieht, was der schnöde Mammon aus dem Menschen machen kann - eine eiskalte Bestie! Die schlimmste Bestie ist der Mensch, auch ich bin dieser Meinung - siehe 2. Weltkrieg! Die Grausamkeiten dort übertreffen alles bis jetzt dagewesene.).

Dem Regisseur werfe auch ich vor, dass die Tiersnuff-Szenen wirklich nicht hätten sein müssen (mir wird besonders die eine Szene mit dem armen Nasenbär in Erinnerung bleiben - fürchterlich! Da muss man schon wirklich abgestumpft sein, damit man das einfach so wegsteckt.)

Die Szene, die ich absolut für die Handlung als unnötig empfunden habe, ist jene, als die Reporter erst das Dorf der Kannibalen abgefackelt haben, und dann in der Asche eines Hauses Yates und seine Freundin beim "Liebesspiel" minutenlang gefilmt werden! Ist wirklich nicht nötig, die Kamera minutenlang draufzuhalten, aber wir sehen ja einen italienischen Film aus den berühmt-berüchtigten 80er-Jahren, wo es halt nicht ohne Sex-Szenen geht.

Man wünscht zum Schluss den Reportern den Tod, die sich mehr als daneben benommen und sich als die wahren Wilden herausgestellt haben, die nur aus Sensationslust und Gier nach Geld die Kannibalen angegriffen haben (wie sagt Monroe zu dem Kameratechniker "Das war die falsche Methode!"). Das Baumvolk nimmt zum Schluß auf das Grausamste Rache an den Reportern.

Erst zum Schluß - nachdem sie das ganze Filmmaterial gesehen haben - sehen auch die Verantwortlichen des Fernsehsenders ein, dass so ein Filmmaterial - nur der Quoten wegen - nicht extra gesendet werden muss. Es reicht, wenn man die täglichen Nachrichten sieht.

Ich habe 7 von 10 Punkten gegeben, weil die Ausgangsstory wirklich gut ist, der Professor Monroe mein Liebling ist und die Filmmusik wirklich der reinste Hammer ist. Man kann sich fast entspannen nach den harten Szenen.

Jedenfalls ist es so, dass der Film seine Wirkung erst später zeigt - zumindest bei mir ist es so. Er wirkt nach - unbestritten! Vergessen wird man(frau) den Film nicht so schnell!

Eines muss ich auch noch sagen, dass ich "Cannibal Ferox" als härter und schonungsloser empfunden habe. Ich finde, dass die Szenen dort noch krasser sind. Für mich ist und bleibt jedenfalls das Härteste, was ich bis jetzt gesehen habe, "Maneater" (auch "Grimripper" oder "Anthropophagus")!


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