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Nackt und zerfleischt (1980)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 2 / 10)
eingetragen am 22.07.2009, seitdem 872 Mal gelesen



Die Kritik beruht auf der Sonderauflage von XT-Video, der auf 666 Exemplare limitierten 3-Disc-Special-Uncut-Edition inklusive dem Soundtrack von Riz Ortolani!

"Cannibal Holocaust"  auch bekannt als "Nackt und zerfleischt" ist ein dem Exploitation-Genre nahestehender Kannibalenfilm von Ruggero Deodato aus dem Jahr 1980.

"...Deodatos Meisterwerk und Klassiker "NACKT UND ZERFLEISCHT" ist einer der wohl schockierendsten und gleichzeitig innovativsten Filme aus der Reihe italienischer Kannibalenfilme und sorgt bis heute fĂŒr Kontroversen und Diskussionsstoff..." (Klappentext der Hartbox von XT-Video)

Der Anthropologe Harold Monroe reist an den Amazonas, um eine vermisste Gruppe von Dokumentarfilmern wiederzufinden. Alan Yates, Tina „Faye“ Daniels, Jack und Mark wollten dort eine Dokumentation ĂŒber Kannibalen filmen. Monroe entdeckt bei einem Eingeborenenstamm die Kamera des Filmteams und gleich daneben die Überreste und Knochen der vier jungen Leute. Wieder zurĂŒck in New York sichtet er den Film und entdeckt dabei eine grausame Geschichte...

"Cannibal Holocaust" wird oft als Höhepunkt des Kannibalen- bzw. Mondo-Films betrachtet. Deodato inszenierte sein Werk teilweise in einem realistisch anmutenden Dokumentationsstil und verfĂŒgt, im Vergleich zu anderen Filmen des Genres, sogar ĂŒber eine schlĂŒssige Handlung. Zudem thematisiert Deodato ein – wenn auch paradoxes – politisches Anliegen: Trotz seiner eigenen reißerischen BlutrĂŒnstigkeit schwingt sich der Film zur moralischen Kritik an der Sensationslust der Massenmedien auf. Außerdem sollen die vom Filmteam verĂŒbten GrĂ€ueltaten ein Verweis darauf sein, wie leicht der Damm aus Kultur und Zivilisation bricht.

Die aufgesetzte Medienkritik erweist sich dabei als fadenscheiniges Mittel zum Zweck um dem Zuschauer im Laufe der Handlung genau das zu prÀsentieren, was das Machwerk vorgibt anzuprangern.

Dabei bedient sich Deodato ungeniert der gesamten Bandbreite an exploitativer, menschenverachtender Gewaltdarstellungen und lĂ€ĂŸt seiner Phantasie freien Lauf.
Obskure Rituale der dargestellten Eingeborenen werden schonungslos auf Zelluoid gebannt, angefangen von der rituellen Bestrafung einer Ehebrecherin (der erst ein riesiger Holzpenis und anschließend mehrere Splitter in die Vagina eingefĂŒhrt werden) ĂŒber Abschlachtungen, PfĂ€hlungen und Entmannungen bis hin zur Entfernung und Tötung eines Embryos aus dem Mutterleib.
Die GrÀueltaten der Dokumentarfilmer, die zudem mit zynischen Dialogen kommentiert werden, reichen von der Verbrennung von Frauen und Kindern bei lebendigem Leib bis hin zur Vergewaltigung einer Eingeborenen.
Die Kamera hÀlt bei all diesen Abartigkeiten drauf, sei es bei den in der Gegenwart spielenden Szenen oder bei den Aufnahmen der Dokumentarfilmer - die, um möglichst authentisch zu wirken, teilweise falsch belichtet, verwackelt oder ohne Ton gedreht wurden.

Professor Monroe bringt es in einer Szene kurz und knapp auf den Punkt:

"...obszön, menschenunwĂŒrdig, widerwĂ€rtig!"

Von den inszenierten Abscheulichkeiten einmal abgesehen, stoßen vor allem die realen Tiertötungen, sogenannte Tiersnuff-Szenen, bitter auf. Höhepunkt der abartigen Inszenierung ist die minutenlange detaillierte Ausweidung einer Riesenschildkröte. Ansonsten werden noch WaschbĂ€ren aufgeschlitzt und kleinen Äffchen die Köpfe abgeschlagen.

Solche GrĂ€uel brachten dem Film natĂŒrlich auch jede Menge Ärger und auch Gerichtsverhandlungen und somit eine kostengĂŒnstige Werbung ein, die durch Zensurmaßnahmen, Indizierungen und Beschlagnahmungen dafĂŒr sorgten, dass der Film schnell zu einem gesuchten, begehrten und entsprechend wertvollen Beitrag des Genre wurde.

Das Àndert nichts an der Tatsache, dass bei aller inszenatorischer Finesse "Cannibal Holocaust" nichts weiter als eine stumpfsinnige, spannungsarme und blutige Gewaltorgie darstellt, die sich in unzÀhligen grausamen Sadismen, ordinÀren Sexszenen, abartigen Tötungen und endlosen GedÀrm- und Kotzexzessen ergeht.
Beim ersten Betrachten durchaus schockierend und breichreizfördernd, jede weitere Wiederholung fördert allerdings nur noch Langeweile zu Tage.

2 von 10 Punkte!


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